Verl. Der letzte Eindruck, den die Handballerinnen des TV Verl zu Hause hinterließen, war verheerend. Beim 14:25 gegen Bascharage spielten sie so schlecht, dass sich auf der Tribüne Mitleid breit machte. Zwei Auswärtspartien später ist das Selbstbewusstsein zurück. "Wir wollen und wir werden das bei unseren Zuschauern gut machen", kündigt Karina Wimmelbücker vor dem Heimspiel am Samstag gegen Solingen-Gräfrath an.
Ein bisschen staunt die Verler Torfrau selber über dieses mutige Versprechen. "Nach dem 28:41 im Hinspiel war ich mir sicher, gegen den kommenden Meister verloren zu haben." Vor dem Rückspiel sind die beiden Kontrahenten gleichwohl Tabellennachbarn, auch wenn Gräfrath, den Zehnten am Ende des Mittelfeldes, und Verl, den Elften an der Spitze der Abstiegszone, satte sechs Punkte trennen.
Was beim Rivalen schief gegangen ist, interessiert die erfahrene Torfrau allerdings viel weniger als das, was bei ihrer eigenen Truppe in den letzten Wochen geklappt hat. "Das Training unter Kim Sörensen wirkt sich aus", verweist sie auf deutliche Fortschritte im technisch-taktischen, aber vor allem im konditionellen und athletischen Bereich. "Alle sind immer in Bewegung, aber nie sinnlos", berichtet Wimmelbücker. Vor allem staunt sie wie alle mitziehen, seitdem auch die Verletzten bei den Übungseinheiten anwesend sein müssen: "Wir trainieren zwar weiter nur dreimal in der Woche, weil wir alle berufliche oder familiäre Verpflichtungen haben, obwohl Sörensen gerne mehr Einheiten hätte. Aber dafür trainieren wir intensiver denn je."
Weil die entsprechenden Fortschritte nach der Blamage gegen Bascharage schon beim 25:27 in Lintfort und erst recht beim 25:20 in Sulzbach zu sehen gewesen seien, spekuliert Wimmelbücker gegen Gräfrath sogar auf zwei Bonuspunkte im Kampf gegen den Abstieg. Der TV Verl (10 Punkte) muss schließlich die Konkurrenten Recklinghausen (9), Dortmund (4) und Lobberich (3) auf Distanz halten.
Verzichten muss Sörensen dabei auf Hannah Bühlmann (Urlaub) und Katharina Geukes (Auslandsstudium). Dafür werden sich Spielerinnen aus der ebenfalls von dem neuen Coach betreuten Reserve bereithalten, um nachgetragen werden zu können. Das Training beider Teams hat Sörensen ohnehin zusammengelegt, um spielnäher arbeiten zu können. Nicht ungelegen kam ihm deshalb auch die Spielpause nach der Partie in Sulzbach, obwohl die Mannschaft am liebsten durchgestartet wäre, um das neue Selbstvertrauen zu demonstrieren.