Verl. Die Handballerinnen des TV Verl waren nach dem 27:41 gegen den HSV Solingen/Gräfrath dreifach enttäuscht. Weder hatte es gegen den Rangzehnten zu Bonuspunkten im Abstiegskampf der 3. Liga gereicht, noch zur versprochenen Wiedergutmachung bei den Zuschauern für das blamable 14:25 gegen Bascharage und erst recht nicht, um die unter Kim Sörensen erarbeiteten Fortschritte zu zeigen.
Bei aller Enttäuschung sah Karina Wimmelbücker am Samstag aber auch im Vergleich zum 28:41 gegen Solingen im Hinspiel eine Verbesserung. "Wir haben uns nicht gehen lassen, die Einstellung hat bis zum Schluss gestimmt", stellte die Torfrau, die selber einen ihrer wenigen schlechten Tage in dieser Serie erwischt hatte, tapfer fest.
Tatsächlich machte den Verlerinnen nach der auch in dieser deprimierenden Höhe leistungsgerechten Niederlage niemand den Vorwurf, nicht alles probiert und nicht gekämpft zu haben. "Aber um gegen so einen starken Gegner zumindest ein ordentliches Ergebnis zu erzielen, dürfen wir einfach nicht so viele Fehler machen", stellte Kim Sörensen fest. Der seit Jahresbeginn amtierende Coach hatte gehofft, dass sein Team die Steigerung in den Spielen gegen Lintfort (25:27) und Sulzbach (25:20) fortsetzen würde und "so einen Rückfall in alte Schwächen nicht befürchtet".
Doch statt selber Gegenstößen zu laufen, ließen sich die Verlerinnen nach leichten Ballverlusten im Angriff durch unkonzentrierte Abspiele oder schlecht vorbereitete Würfe auskontern. "Das waren am Ende gefühlte fünfzehn Fast Breaks", schüttelte Sörensen den Kopf, "dann kannst du gegen so einen gut funktionierenden Gegner nichts mehr ausrichten."
Erst recht nicht, wenn sich auch in den eigentlich besseren Mannschaftsteil, die Abwehr, Fehler einschleichen. Allerdings hatten die Verlerinnen auch das Pech, den HSV Solingen-Gräfrath wieder an einem Schokoladentag zu erwischen. "So wir die hier und heute aufgetreten sind, ist das doch ein Spitzenteam", bewunderte Wimmelbücker das schnelle und sichere Passspiel, mit dem die Gäste ihre Treffer aus dem Rückraum und über Außen vorbereiteten.
Warum es für sie trotzdem nur zu einem Mittelfeldplatz reicht, vermochten die Solingerinnen nicht ausreichend zu erklären. "Wir haben wohl einfach zu viele Spiele trotz klarer Führungen noch aus der Hand gegeben", sagte Trainerin Michaela Buchheim.
Obwohl die Gastgeberinnen nach schwachem Start schon mit 3:9 hinten lagen, gab es eine Spielsituation, in der vielleicht auch sie den HSV hätten nervös machen können: Beim Stande von 5:9 vergab Ramona Treiner einen Gegenstoß. "Solche Möglichkeiten müssen wir konzentrierter nutzen", forderte Sörensen. So wie Solingen, das seine Angriffe konsequent abschloss und sich über das 12:5 vorentscheidend zum 14:22-Pausenstand absetzte.
Sich zumindest noch ordentlich aus der Affäre zu ziehen, fiel den Verlerinnen umso schwerer, als Ulla Zelle ersetzt werden musste. Die erfahrene Kreisläuferin und zentrale Abwehrspielerin war bereits in der 1. Halbzeit mit Verdacht auf einen Bänderriss im Fußgelenk ausgeschieden.
Was blieb war die Freude über kleine Verbesserungen. Vor allem bei Anke Gawer hat das verschärfte Training von Sörensen angeschlagen. Die Halblinke war mit elf Treffern die beste Verler Werferin. Mit Nadine Grollmann erzielte die aus der 2. Mannschaft als Ersatz für Hanna Bühlmann (Urlaub) hochgezogene Linksaußen immerhin ein Tor und die zweite Torfrau Anja Barkschat vertrat Wimmelbücker zwischenzeitlich mit einigen guten Paraden.
TV Verl: Wimmelbücker, Barkschat - Henke, Gawer (11/1), Kleikemper (6/1), Jacobkerting (4), Zelle, Löbig, Schröder (2), Treiner (3), Grollmann (1).