Soest. Die gute Nachricht aus Soest: Die HSG Gütersloh kämpft wieder. Die schlechte: Die Leistungssteigerung gegen den Rangsiebten im Vergleich zum Debakel gegen Hagen II eine Woche zuvor reichte gestern Abend nicht zu etwas Zählbarem. Nach der 28:34-Niederlage hat der Tabellendreizehnte der Handball- Oberliga aber noch neun Spiele, um die punktgleiche Teutonia Riemke zu überholen und so den Klassenerhalt zu sichern.
"Vom Kampf und von der Einstellung her war das eine klare Steigerung", lobte Udo Johannböke seine Mannschaft für die um eine Woche verspätete Reaktion auf den Trainerwechsel von Matthias Wieling zu Philipp Christ. "Leider haben wir aber wieder zu viele hundertprozentige Chancen ausgelassen und dann auch noch in der 2. Halbzeit das gegnerische Kreisläuferspiel nicht in den Griff gekriegt."
Bei der Analyse der Niederlage hätte der HSG-Chef noch einen Grund anführen können: Als beim Stand von 21:23 Thorsten und Christoph Harbert für hartes Einsteigen in der Deckung berechtigte Zeitstrafen kassierten, nutzten die Gastgeber ihre Überzahl zu einer seltenen taktischen Maßnahme: Sie nahmen die Gütersloher an der Mittellinie in Manndeckung, postierten hinter der ersten Abwehrreihe zwei Abfangjäger und gingen auf Balleroberung.
Mit Erfolg, denn als die HSG wieder vollzählig war, stand es 21:25. Thorsten Harbert verkürzte zwar auf 22:25, doch mit dem 22:27, spätestens mit dem 24:29 war die Vorentscheidung gefallen.
Großen Anteil daran hatte Torben Voss-Fels, denn der effektivste Soester Distanzschütze lief immer wieder an den Kreis ein, vollstreckte die Anspiele oder zog Marken. Als sich die HSG-Deckung auf diese von den Soestern clever und geduldig geduldig vorgetragenen Angriffe eingestellt hatte, war es zu spät. Benjamin Zöllner, der von den Soestern kurz genommen wurde, markierte zwar noch das 26:29 und Florian Haubrock sorgte für das 28:31, doch kippen konnte die HSG die Partie nicht mehr. Im Gegenteil, mit Gegenstößen und Toren von Außen schraubte der TV Soest das Ergebnis noch in die Höhe.
Für ein besseres Resultat hätten die gut beginnenden Gütersloh vor allem in der 1. Halbzeit sorgen können, als sie die verunsichert wirkenden Soester Angreifer mit ihrer aggressiven 5:1-Deckung und dank eines gut aufgelegten Torhüters Daniel Plum nicht zur Entfaltung kommen ließen. Um sich nach dem 3:2 oder nach dem 13:12 abzusetzen, hätten die Gäste allerdings schon ihre freien Würfe nutzen müssen. "Schnecke" Harbert und Daniel Pries scheiterten jedoch nacheinander und Florian Haubrock fehlten ebenfalls die Nerven . Als sich dann auch Thorsten Harbert zwei Schrittfehler in Folge leistete und sein Bruder deshalb "meckernd" auf der Strafbank verschwand, stand es zur Pause indes nur 14:14.