Herzebrock-Clarholz. Platz sieben im Feld von 16 Fußball-Kreisligisten – auf dem Papier sieht die Bilanz der vergangenen Saison für den TSV Victoria Clarholz II nicht schlecht aus. Ganz zufrieden war Trainer Tobias Schäfer dennoch nicht. "Wir haben zu viele einfache Punkte liegen gelassen." Grund dafür sei die relative Unerfahrenheit des Kaders gewesen. Das soll sich jetzt ändern.
Mit Daniel Ewerszumrode aus dem Kader der in die Westfalenliga aufgestiegenen 1. Mannschaft, Patrick Quandt vom A-Ligisten BW Beelen und Stephan Pumpe vom Ligakonkurrenten SW Marienfeld II kommen drei erfahrene Akteure hinzu. Das Trio soll dafür sorgen, "dass beim ersten Gegentreffer nicht gleich die Köpfe hängen, sondern weiter gekämpft wird." Besonders von Ewerszumrode erhofft er sich viel: "Dass Daniel nicht im Kader der Ersten geblieben ist, hängt lediglich mit seiner Weiterbildung zusammen und nicht mit seinen Qualitäten. Unsere Trainingstermine liegen für ihn besser", spricht Schäfer von einem Glücksfall für die Reserve.
Dazu stoßen noch drei Akteure aus der eigenen A-Jugend, denen Schäfer Spielpraxis vermitteln will: "Wir sehen uns natürlich auch ganz klar als Kaderschmiede für die Erste, denn Frank Scharpenberg arbeitet gern mit jungen Spielen, die von ihm eine Menge lernen können."Deswegen ist es auch ein erklärtes Ziel der Clarholzer, die eigenen A-Junioren aus der Kreisliga A herauszubringen.
Mit Rainer Dickbertel, einem ehemaligen Spieler aus dem Kader des Clarholzer Aushängeschilds, der seine Karriere aus gesundheitlichen Gründen beenden musste, hat Schäfer nun auch einen erfahrenen Co-Trainer an seiner Seite. "Wir sehen uns als Trainerteam ohne Hierarchien. Rainer hat zum Beispiel die erste Trainingswoche alleine geregelt, weil ich noch im Urlaub war." Ohne Hierarchie wird in Clarholz auch das Saisonziel definiert: Es soll erst gegen Ende der Vorbereitung auf einem Mannschaftsabend festgelegt werden, bei dem alle Akteure Mitspracherecht haben.