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17.09.2012
Starker Schuss ins Glück
FUSSBALL: Regionalligist SC Wiedenbrück feiert verdient den zweiten Sieg in Folge
VON CARSTEN BIERMANN

Präzisionsarbeit | FOTOS: RAIMUND VORNBÄUMEN

Rheda-Wiedenbrück. Die Schießbude der Liga hat Beton angerührt. Nach 16 Gegentoren in den ersten fünf Saisonspielen stand beim SC Wiedenbrück am Samstag zum zweiten Mal in Folge die Null. Und das macht das Siegen bekanntlich einfacher. Das glückliche 1:0 beim MSV Duisburg II bestätigte der Fußball-Regionalligist mit einem souveränen 2:0 gegen Borussia Mönchengladbach II. In der Tabelle verbesserte sich der SCW auf Platz 15, einen Zähler von einem Nicht-Abstiegsplatz entfernt.

Dem sichtlichen Glücksgefühlen entsprechend wurde Trainer Markus Reiter in seiner Analyse fast poetisch: "Wir wollten das kleine Pflänzchen Hoffnung aus den letzten beiden Erfolgen in Liga und Pokal zum Wachsen bringen", sagte er - und erklärte damit die Erfolgstaktik seines Teams. "Ordnung halten" lautete gegen Gladbach die Devise, an die sich seine Spieler 90 Minuten lang hielten. Sie scheuten das Risiko, wählten im Zweifelsfall lieber den Quer- statt den Steilpass - und vermieden so die bisher obligatorischen Fehler.

Und einmal zelebrierten sie Fußball wie aus dem Lehrbuch. Oliver Zech, im zentralen Mittelfeld ein eindeutiger Qualitätsgewinn, schickte Linksverteidiger Tim Hermes, der seine beste Saisonleistung mit einem genialen Zuspiel auf Soner Dayangan krönte. Der Linksaußen verwandelte ebenso perfekt zum 1:0 (32.). "Wir haben den ersten Fehler gemacht, Wiedenbrück hat ihn ausgenutzt", stellte Gladbachs Trainer Sven Demandt fest. Eine Unsicherheit leisteten sich die Gastgeber aber doch, Alexander Biehler schlug daraus kein Kapital. Allein auf Keeper Marcel Hölscher zulaufend, wählte der Borusse den Querpass statt den Abschluss (35).

Es blieb tatsächlich die einzige gefährliche Situation im SCW-Strafraum. Demandt konnte daher gar nicht anders, als seinem Trainerfreund Reiter zum "verdienten Sieg" gratulieren: "Wir waren nicht in der Lage, Chancen herauszuspielen. Dann hat man auch keinen Punkt verdient." In der Tat agierten die Wiedenbrücker nach der Pause mit einer derartigen Abgeklärtheit, als hätte es nie eine Krise gegeben. Obwohl die Gladbacher einen zweiten Angreifer einwechselten, hielt die Defensivreihe dem Druck problemlos stand. Die letzte Ungewissheit, mit drei Punkten den Platz zu verlassen, hätte Kevin Kerr bereits in 59. Minute ausräumen können. Einen Foulelfmeter, den Mittelstürmer Dominik Jansen herausgeholt hatte, drosch er aber weit über das Gebälk. "Das 2:0 hätte natürlich Ruhe gebracht", meinte Reiter.

So dauerte es bis zur 85. Minute, ehe Zlatko Muhoviv Trainer und Mitspieler endgültig jubeln ließ. "Eine Energieleistung, wie er zwei, drei Leute abgehängt hat", lobte Reiter den Torschützen zum 2:0. Muhovic zählte als hängende Spitze erneut zu den stärksten Spielern, wie er mit seinem Sololauf bekräftigte. Insgesamt überzeugten die Wiedenbrücker durch eine geschlossene Teamleistung. Dass der bisherige Top-Torjäger Marwin Studtrucker fehlte, fiel gar nicht auf. Der Rechtsaußen hatte sich im Abschlusstraining an der Wade verletzt, Semih Daglar ersetzte ihn.



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