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05.01.2010
Prickelnder Erfolg schmeckt prima
Frauenmannschaft des TC Kaunitz schaffte als Verbandsligameister den Aufstieg in die Westfalenliga
VON DENNIS ROTHER

Prost | FOTO: HENRIK MARTINSCHLEDDE

Verl. Noch einmal durften die Meistershirts übergestreift werden, noch einmal prickelte der Sekt: Beim Fototermin für die NW-Sportlerwahl wurden bei den Tennisspielerinnen des TC Kaunitz Erinnerungen an ihre Erfolge im Jahr 2009 wach.

"Wir haben die eigenen Erwartungen übertroffen", fasste Kapitänin Julia Poltrock zusammen. Gut so, denn der Titelgewinn in der Verbandsliga und der Aufstieg in die Westfalenliga sicherten den Damen die Nominierung als "Mannschaft des Jahres". Obwohl 2007 bereits Rang zwei und 2008 immerhin Rang vier in der Verbandsliga herausgesprungen waren, hatte das Aushängeschild des TC Kaunitz vor dem Sommer 2009 nicht vollmundig zum Angriff geblasen. "Unser Ziel ist es, wieder oben mitzuspielen", erklärte Julia Poltrock. Dass man insgeheim vielleicht doch mit mehr liebäugelten, deutete die Vorbereitung an: Gemeinsam mit der Herrenmannschaft bereiteten sich die Schützlinge von Hans Kettelhoit mit einem einwöchigen Trainingslager auf der italienischen Insel Alvarella auf die Serie vor. Mit dabei  auch Zuzana Michalicova und Eva Demesova. Die beiden slowakischen Erstligaspielerinnen gehören seit drei Jahren als "Honorarkräfte" zum Kaunitzer Kader.

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Für Kettelhoit ein logischer Schritt, um mithalten zu können, schließlich gibt es in der Westfalenliga keinen ambitionierten Klub ohne ausländische Verstärkung. "Sie haben sich schnell integriert", freut sich der Trainer, dass er auch menschlich eine gute Wahl traf. Die Stimmung auf der Busfahrt an die Adriaküste bestätigte das: "Ich habe kein Auge zumachen können", erinnert sich Kettelhoit. Gute Laune war indes nötig, um die drei Einheiten pro Tag durchzuziehen. "Es war aber nicht zu ernst, ein bisschen wie im Feriencamp", lacht Christina Peitz augenzwinkernd.

Titelgewinn vor dem letzten Spieltag

Mit voller Konzentration ging es im Mai dann in die Spiele. Nach dem 9:0-Auftakt bei TuRa Bergkamen stand eine Woche später das Topspiel gegen den Ligafavoriten TC Herford an. "Da waren wir Außenseiter", wusste Kettelhoit. Deswegen ließ er neben Eva Demesova auch Zuzana Michalicova anreisen. "Die fahren nachts, schlafen im Auto und stehen morgens um 11 Uhr auf dem Platz", lobt der Coach den Einsatz der Slowakinnen. Zwar musste er lange zittern, bevor Demesova im Doppel mit Simone Helfberend durch einen Drei-Satz-Sieg den entscheidenden Punkt holte, doch am Ende hatten die Kaunitzerinnen mit 6:3 gewonnen. "Damit hatten wir den größten Berg erst einmal erklommen", atmete Kettelhoit auf. Nun war das Team nicht mehr aufzuhalten. Zwei 7:2-Erfolge über Bochum- Werne und Hamm bedeuteten bereits vor dem letzten Spieltag den  Titelgewinn. Das sich das ohne Ausländerinnen angetretenen Team gegen den TC Westerholt schwer tat und nur 5:4 gewann, interessierte nicht mehr.Ähnlich stark präsentierten sich die Kaunitzerinnen in der Winterrunde. "Hauptsache drinbleiben", lautete die Zielformulierung vor dem ersten Ballwechsel. Vom 2. Platz in der Verbandsliga war "Macher" Kettelhoit dann entsprechend überrascht: "Die Winterligen sind komprimierter, und wir haben uns gegen höherklassige Teams durchgesetzt."

"Und das fast ausschließlich mit Eigengewächsen aus der Region", fügt Julia Poltrock an. Die 23-jährige Sportstudentin der Universität Bielefeld, die nebenher auch noch für den Post SV Bielefeld in der Verbandsliga Volleyball spielt, hat als Brackwederin den weitesten Weg zu den zwei wöchentlichen Trainingseinheiten. Mit Christina Peitz (30), Jacqueline Nolte (20) und Simone Helfberend (27) kommt der Großteil des Teams aus Verl, Lara Kretschmer (23) wohnt in Wiedenbrück. "Und das bleibt vorerst auch so", freut sich die angehende Lehrerin darüber, ihr Referendariat in Mastholte absolvieren zu können.

Teamgeist als große Stärke

Nicht nur deswegen bleibt ein Auseinanderbrechen der Mannschaft in Kaunitz aus. Alle Spielerinnen sind bereits seit Jahren beim TC aktiv, Poltrock kam als letztes vor drei Jahren vom Bielefelder TTC dazu. Gefördert wird der Zusammenhalt durch das gemeinsame Training: "Eine Rarität bei Verbands- oder Westfalenligisten", weiß Hans Kettelhoit. Der gewachsene Teamgeist sei daher die größte Stärke der Mannschaft, sind sich alle einig.

Der wird auch im nächsten Jahr dringend nötig sein: Da die Oberligen abgeschafft wurden, stellt der Zwei-Klassen-Sprung in die aufgestockte Westfalenliga eine große Herausforderung dar. "Klassenerhalt" kommt es daher wie aus einem Mund, wenn man nach dem Saisonziel fragt. "Mal schauen, ob wir überhaupt ein Spiel gewinnen", stapelt Kettelhoit einmal mehr tief.

Ausgeschlossen scheint indes nichts. Schließlich ist es beim TC Kaunitz fast schon Tradition, die Ziele zu übertreffen. Der Meistersekt 2009 schmeckte jedenfalls prima.

Drei mit weißer Weste

Zehn Spielerinnen setzte der TC Kaunitz im Sommer beim Verbandsliga-Triumph ein, drei blieben ohne Niederlage. Für Einzel und Doppel stehen folgende Bilanzen zu Buche: Zuzana Michalicova 1:2, Eva Demesova 6:0, Julia Poltrock 10:0, Jacqueline Nolte 5:4, Christina Peitz 4:3, Lara Kretschmer 9:1, Simone Helfberend 10:0, Katharina Hoppe 0:2, Sina Matschulat 1:1, Charlotte Mersch 0:1.



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