Spenge. Ein aufregendes Wochenende liegt hinter Horst Brinkmann. Erst sah sich der Vorsitzende des TuS Spenge bei der Jahresversammlung mit einem Vorwurf konfrontiert. Dann fieberte er mit den Regionalliga-Handballern des TuS beim für den Kampf um den Klassenerhalt wichtigen Spiel bei den Bergischen Panthern mit. Sportlich lösten die Spenger die Aufgabe mit dem 28:20-Erfolg sehr ordentlich.
Während der Jahresversammlung erkundigte sich der der ehemalige Vorsitzende Walter Aumüller nach dem Verbleib eines Sparbuches, auf dem 20.000 Euro gelegen haben sollen. "Weder ich noch meine Vorstandskollegen wussten, was er für ein Sparbuch gemeint haben könnte", meinte Brinkmann, der gestern von "einem Sturm im Wasserglas" sprach. Denn mittlerweile hat sich Aumüller korrigiert. Er habe das Darlehen über 20.000 Euro gemeint, dass der Hauptverein der Handballabteilung, dessen Leiter Horst Brinkmann damals war, Ende des Jahres 2007 zur Verfügung gestellt hat. Das allerdings ist kein Geheimnis (wir berichteten am 14. Dezember 2007). Der Verein hatte damals in zweiter Instanz einen Prozess vor dem Landes-Sozialgericht gegen die Rentenversicherung verloren. Insgesamt musste der TuS 36.282 Euro nachzahlen. "Das Darlehen wird von uns satzungskonform abgearbeitet. Ich kann nicht nachvollziehen, wie ein Mann, der in Spenge Stadtrat und Schiedsmann ist, die Begriffe Darlehen und Sparbuch
durcheinanderbringen kann. Das war ganz harter Tobak", sagte Brinkmann, der von einer "gezielten Aktion" sprach. "Ich will da jetzt aber kein weiteres Öl ins Feuer gießen." Aumüller war im Dezember 2007 von seinem Vorsitzenden-Amt beim TuS zurückgetreten, weil er sich als Vorsitzender des Gesamtvereins von Entscheidungen in der Handballabteilung übergangen fühlte. Zu seinem Nachfolger wählten die Mitglieder im März 2008 Horst Brinkmann.
Die sportliche Seite löste der TuS souverän, allerdings wollte Trainer Heiko Holtmann den klaren Erfolg bei den Bergischen Panthern nicht überbewerten. "Das war ein Pflichterfolg, dem noch mindestens drei Siege folgen müssen, wenn wir unser Ziel Klassenerhalt erreichen wollen", sagte der Coach. Dabei war er mit der ersten Halbzeit, in der sich sein Team nur eine 9:8-Halbzeitführung herauswerfen konnte, nicht zufrieden. "Wir haben viel zu viele klare Möglichkeiten vergeben und uns deshalb selbst um die Chance gebracht, uns frühzeitig einen entspannten Nachmittag zu verschaffen. Schon nach einer Viertelstunde hätten wir hoch führen müssen", meinte der Trainer.
Ab der 40. Minute wurde die Partie aber immer einseitiger, so dass der TuS die dringend benötigten Punkte letztlich sicher einfuhr. Den Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz vergrößerte der TuS auf drei Zähler, was aber bei sieben noch ausstehenden Partien alles andere als ein Ruhekissen ist. Vor allem die Reserveteams von GWD Minden und TBV Lemgo (HB Lemgo II), die beide noch hinter dem TuS platziert sind, haben personell nachgerüstet und drängen nach vorne. Dagegen hat Holtmann einen personellen Tiefschlag zu verschmerzen, denn Rückraumspieler Johannes Ebbinghaus wird lange nicht zur Verfügung stehen. Er leidet an einem Bandscheibenvorfall. "Ich glaube nicht, dass er in dieser Serie noch mal für uns spielen kann", sagte Holtmann. Immerhin hat Rechtsaußen Nils Prüßner, der zuletzt ebenfalls verletzt fehlte, wieder das Training aufgenommen.
Am Samstag erwarten die Spenger mit HB Lemgo II ein Team, das wie der TuS um den Klassenerhalt kämpft. "Das wird wieder ein Vier-Punkte-Spiel", meinte Heiko Holtmann.