Herford. Es geht Schlag auf Schlag für den Herforder SV. In den nächsten beiden Partien trifft der HSV auf die beiden erfolgreichsten deutschen Frauenfußballmannschaften der letzten Jahre. Vor dem Punktspiel am Sonntag, 5. September, gegen den aktuellen Deutschen Meister und Champions-League-Sieger 1. FFC Turbine Potsdam kommt am heutigen Mittwoch ab 18 Uhr in der zweiten Runde des DFB-Pokals der FCR Duisburg, Cup-Gewinner der letzten beiden Jahre, ins Ludwig-Jahn-Stadion.
"Es folgen nun wieder zwei Spiele, in denen wir nichts zu verlieren haben", sagt HSV-Trainerin Tanja Schulte, die sich von den drei Niederlagen zu Beginn der Serie nicht verrückt machen lässt. "Wir haben in allen drei Partien besser mitgespielt als vor zwei Jahren gegen die gleichen Gegner." Im Vergleich zur letzten Meisterschaftspartie in Wolfsburg sind einige Änderungen in der Startformation möglich. Claudia Bujna wird von Beginn an die rechte Position in der Viererkette von Yvonne Hansmeier übernehmen. Auch die defensiven Mittelfeldspielerinnen Desirée Lenz und Jessy Torreele sollen eine Chance bekommen. "Da will ich aber noch die letzten Trainingseindrücke abwarten", sagt Schulte. Wie abgesprochen, löst Sonja Speckmann im Pokalwettbewerb Tessa Rinkes zwischen den Pfosten ab.
Gegner Duisburg musste am vergangenen Wochenende beim 2:2 gegen den Hamburger SV zwei unerwartete Punktverluste hinnehmen, die im Kampf um die Meisterschaft weh tun. Nach Verletzungen von Stammspielerinnen wie Annike Krahn, die mit einem Kreuzbandriss noch bis Jahresende ausfällt, und Alexandra Popp drückt personell der Schuh, vor allem in der Defensive. Da der Kader im Sommer ausgedünnt wurde, fehlen Trainerin Martina Voss-Tecklenburg einige Alternativen. Zum Beispiel Lena Wermelt, die nach Herford wechselte und dort unangefochtene Stammspielerin in der Innenverteidigung ist. "Sie hätte ihre Chance beim FCR nun bekommen", ist sich Tanja Schulte sicher.
Das sieht auch Lena Wermelt selbst so. "Ich wäre jetzt in Duisburg in der Anfangself", sagt sie . Obwohl im Trikot des Herforder SV Abstiegskampf angesagt ist, hat die 20-Jährige ihren Wechsel vom Titelkandidaten noch keine Sekunde bereut. "Als ich mich im Sommer entschlossen habe, nach Herford zu gehen, konnte ich ja nicht wissen, dass sich Annike Krahn so schwer verletzt. Ich hätte ihr das schon gar nicht gewünscht, denn ich habe mich mit ihr gut verstanden habe. Wir sind immer zusammen gefahren", sagt Lena Wermelt. Nachdem die HSV-Defensive am Sonntag beim 3:6 in Wolfsburg unliebsame Erfahrungen mit der fünffachen Torschützin Martina Müller gemacht hatte, wartet nun mit Inka Grings, in der vergangenen Serie mit 28 Meisterschaftstreffern beste Torjägerin, eine weitere Top-Stürmerin auf die Herforder Innenverteidigung mit Wermelt und Heleen Jaques. "Martina Müller ist sehr schnell und wendig. Da habe ich als große Spielerin meine Schwierigkeit. Inka kenne ich natürlich gut. Sie ist vielleicht nicht ganz so schnell wie Martina. Aber sie weiß, wo sie zu stehen hat, ist unberechenbar und hat einfach den Torriecher", sagt Lena Wermelt, die wegen ihrer Kopfballstärke in der Endphase des Spiels in Wolfsburg von hinten nach vorne beordert wurde. "Wir wollten nach unserem Anschluss zum 3:4 erst etwas abwartend und am Ende alles oder nichts spielen. Schade, dass wir nicht mehr zum Ausgleich gekommen sind, sondern Wolfsburg das fünfte Tor geschossen hat," sagt Wermelt. Ihre Trainerin überlegt, Inka Grings Sonderbewachung angedeihen zu lassen. "Wenn es mit der Übergabe nicht so gut klappt, muss sich eben eine Spielerin nur um die Stürmerin kümmern, ihr überall hin folgen. Das ist vielleicht entgegen der modernen Fußball-Lehre, aber effektiv, wie die zweite Halbzeit in Wolfsburg gezeigt hat. Da hatten wir Martina Müller nämlich gut im Griff", sagt Tanja Schulte.