Spenge. In der Hinrunde der Handball-Oberliga bedeutete die Partie gegen Teutonia Riemke nach 1:5-Punkten zu Beginn der Saison für den TuS Spenge der Startschuss zu sechs Siegen in Folge. Dann folgten wieder 1:5-Zähler, bevor der TuS wieder eine Serie mit 12:0 Punkten hinlegte. Beim souverän herausgespielten 34:20-Erfolg in Riemke zeigten die Spenger nun eine beeindruckende Leistung.
Quälte sich Spenge Anfang Oktober nach 13:14-Pausenrückstand zu einem mühsamen 28:25 gegen die Bochumer Vorstädter, ließ Sieben dem Gastgeber nun vier Monate später nicht den Hauch einer Chance. "Wir wollen zeigen, dass wir Schritt für Schritt weiterkommen", sagt Trainer Achim Frensing. Im Herbst des vergangenen Jahres begann der Spenger Aufstieg von den unteren Tabellenregionen über das Mittelfeld in die Spitzengruppe. Im Winter 2012 ist der TuS auf dem zweiten Platz angekommen und scheint sich dort in der Verfolgerrolle einzurichten.
Drei Westfalen drohen abzusteigen
Schon in dieser Serie gilt die Oberliga Westfalen als attraktiv und stark. In der kommenden Saison könnte die Liga noch attraktiver werden.
Mit der Ahlener SG, Litordhemmern/Mindenerwald, Eintracht Hagen und TSG Altenhagen-Heepen belegen vier Westfalen in der 3. Liga West die letzten vier Plätze, von denen drei in die Oberliga absteigen müssen.
Die TSG bekam nun zwei Zähler am grünen Tisch zugesprochen. Arjen Haenen von HB Lemgo II war gegen Altenhagen nicht spielberechtigt, so dass die Niederlage in einen Sieg verwandelt wurde.
Ob es gelingt, diesen Rang gegen die nach wie vor nicht weit entfernte Konkurrenz zu verteidigen und vielleicht sogar noch dem Spitzenreiter nahe zu kommen, ist die spannende Frage, die bis Mai beantwortet wird. Der VfL Gladbeck spielt derzeit genau so konstant gut wie die Spenger, hat sich aber nach ebenfalls durchwachsenen Start mit 4:4 Zählern keine zwischenzeitliche Schwächephase erlaubt wie die Konkurrenz aus Ostwestfalen und führt die Liga mit vier Zählern Vorsprung an. Auch in Spenge hatte sich Gladbeck Ende November mit 30:25 durchgesetzt. Aufgeben im Titelrennen kommt aber für die Spenger nicht in Frage. "Unser klarer Erfolg in Riemke ist auch ein Zeichen an Gladbeck, dass wir nicht locker lassen", sagt Frensing.
Der Spenger Coach freute sich vor allem darüber, dass sein Team die taktischen Vorgaben in Riemke bestens umsetzte. Sein Team agierte bis auf wenige Ausnahmen sehr konzentriert und stellte den körperlich starken Gegner wie von Frensing eingefordert vor unlösbare Rätsel. Zudem erwischte Torhüter Tobias Linke, der 60 Minuten durchspielte und 18 Paraden zeigte, einen Glanztag.
Linke leitete Gegenstoß um Gegenstoß ein. Dass der Torhüter wie zuvor bereits die meisten Teamkollegen beim TuS mittlerweile für eine weitere Spielzeit zugesagt hat (wir berichteten bereits am Montag), machte das aus Spenger Sicht perfekte Wochenende perfekt. Fraglich ist nur noch, ob der derzeit verletzte Simon Grote und Jan Ober in Spenge bleiben.
Obers Zu- oder Absage hängt davon ab, in welcher Stadt er demnächst einen Studienplatz bekommt. Dass die frühzeitig weitgehend geklärte Personallage ein Grund für den Spenger Höhenflug ist, glaubt Frensing übrigens nicht. "Wir haben auch in den vergangenen Jahren meist zu Beginn des Jahres die meisten Personalien für die nächste Serie geklärt und dann eine schwächere Rückserie hingelegt. Die Mannschaft ist einfach intakt und das hat sie auch in Riemke mit einer geschlossen guten Leistung wieder bewiesen."
Nun kommt am kommenden Samstag mit dem TSV Hahlen das abgeschlagene Tabellen-Schlusslicht nach Spenge. Ein gefährlicher Gegner, glauben die Spenger Verantwortlichen. "Der 28:14-Hinspielerfolg muss aus den Köpfen unserer Spieler ’raus", sagt der Vorsitzende Horst Brinkmann.