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27.11.2012
Nur die Spannung fehlt
2. FRAUENFUSSBALL-BUNDESLIGA: Herford rückt Cloppenburg näher
VON DIRK KRÖGER

Grund zur Freude | FOTO: YVONNE GOTTSCHLICH

Herford. "Es war ziemlich kalt heute." Diese Aussage Sonja Speckmanns, Torhüterin des Frauenfußball-Zweitligisten Herforder SV Borussia Friedenstal, nach dem samstäglichen 6:0-Erfolg über Holstein Kiel, verdeutlicht schon, dass die Gäste aus dem Norden der Republik nicht gerade das Herforder Tor unter Dauer-Beschuss nahmen. "Ich hatte pro Halbzeit einen Ballkontakt", berichtete Speckmann von einem für sie geruhsamen Nachmittag.

Nicht ganz so ruhig ging es für die Herforder Feldspielerinnen zu, auch wenn die nach der frühen Führung aus der 3. Minute im Grunde genommen schon wussten, dass für sie in dieser Partie gegen einen sehr harmlosen Gegner eigentlich nichts mehr schief gehen konnte. "Das 1:0 war kein Zufall", berichtete Svenja Burkhardt, die mit ihrem Lauf bis an die Grundlinie und der folgenden Flanke in den Rücken der Kieler Abwehr, die von Giustina Ronzetti verwertet wurde, die Führung vorbereitet hatte, "das war ganz genau eine Situation, wie wir sie im Training simuliert haben." Burkhardt freute sich darüber, dass die Herforder Mannschaft "momentan einfach in guter Form" ist und die Spielerinnen sich "auch bei schwächeren Gegnern" richtig konzentrieren.

Genau das hatte HSV-Trainer Jürgen Prüfer immer wieder gefordert. "Wir haben von Angang an die nötige Ernsthaftigkeit und Konzentration gezeigt", freute er sich nach dem Sieg. Allerdings war der Herforder Coach nicht zu 100 Prozent zufrieden, denn er erkannte auch, dass sein Team gegen einen sehr defensiv eingestellten Gegner "oft nicht die richtige Lösung" fand und somit einen noch höheren Sieg vergab. Aber: "Wir sind damit erst einmal einverstanden", kommenterte er die sechs Treffer, die auch für Druck auf den Tabellenzweiten BV Cloppenburg sorgten, der prompt am Sonntag bei Turbine Potsdam II nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus kam und nun nur noch zwei Punkte Vorsprung auf Herford hat, wobei der aktuelle Rangdritte sogar ein Spiel weniger bestritt als die Niedersächsinnen.

"Wir haben nicht so dagegen gehalten wie wir uns das vorgenommen hatten", erklärte Kiels Trainer Christian Fischer nach der Partie. Er hatte im Vergleich zwischen Tabellendrittem und -drittletztem sogar "zwei Klassen Unterschied" gesehen und krönte das Lob für Herford so: "Wir können mit den sechs Gegentoren ganz gut leben."

So fehlte der samstägliche Partie im Jahn-Stadion eigentlich nur eines, nämlich Spannung. Für die aber wird in den nächsten Tagen sicher gesorgt sein, denn am Donnerstag steht zunächst einmal die Auslosung für das Viertelfinale im DFB-Pokal an, bei der der HSV natürlich auf ein Heimspiel hofft, am Sonntag folgt zum Hinrunden-Abschluss dann das Spitzenspiel in Cloppenburg. Und wenn das auch noch gewonnen werden sollte, dann steht eine ganz spannende Rückrunde bevor.



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