Herford. Die erfolgreichsten Sportlerinnen, Sportler und Mannschaften des Jahres 2011 werden am Freitag, 20. Januar, bei der Sportgala des Stadtsportverbandes im Stadtpark Schützenhof geehrt. Neue Westfälische und Radio Herford stiften wie in den drei vergangenen Jahren den Medienpreis.
Die Leser der Neuen Westfälischen und die Hörer von Radio Herford entscheiden, wer diesen Preis bekommen soll. Abgestimmt wird im Internet unter
www.nw-news.de/sportgala.
Unser nächster Vorschlag ist die Judoka Clarissa Taube. Die Liste der Erfolge, die die Kämpferin des Polizei-Sportvereins Herford in 2011 auf der Matte holte, ist lang. Unter anderem wurde sie Westdeutsche Einzelmeisterin der U 20 in der Klasse ab 78 Kilo. Sie holte bei der Deutschen Meisterschaft Bronze, wurde Dritte bei den europäischen Ranglistenturnieren in Arlon (Belgien) und Lyon (Frankreich). Dritte wurde Clarissa Taube auch beim Internationalen Pokalturnier in Thüringen. Zudem gewann die PSV-Kämpferin das Internationale Turnier in Bremen und holte Rang fünf beim European-Cup in Leibnitz. Die Ergebnisse sind umso bemerkenswerter, weil Clarissa Taube als 17-Jährige dem Jungjahrgang angehört und oft auf ältere Kämpferinnen trifft.
Eigentlich ist Sebastian Taube verantwortlich dafür, dass mit Clarissa ein großes Judo-Talent heranwächst. "Ich war fünf Jahre alt, als mich mein Bruder zu den Turnieren mitgenommen hat." Der fünf Jahre ältere Sebastian kämpfte für den TuS Lübbecke, für den auch Clarissa Taube erstmals auf der Matte stand. Sebastian Taube kämpft mittlerweile nicht mehr im Verein; die Erfolge der Schwester stellten sich schnell ein. Als Zwölfjährige bereits belegte Clarissa Taube den zweiten Platz bei den Bezirksmeisterschaften.
Irgendwann wurden dann Stefan und Maik Struckmeier, Trainer und Verantwortliche der Judo-Abteilung des PSV Herford, auf das Talent aus Lübbecke aufmerksam. "Meine Eltern und ich kennen die beiden von vielen Turnieren. Bei einigen waren Stefan und Maik auch als Kampfrichter tätig. So kam der Kontakt zum PSV zustande." Im September 2009 wechselte Clarissa Taube dann vom TuS Lübbecke nach Herford, wo sie am Judo-Landesleistungs-Stützpunkt am Königin-Mathilde-Gymnasium bessere Trainingsbedingungen vorfand. Dort bastelte sie mit viel Arbeit an ihrer sportlichen Zukunft. 2011 war dabei ein erfolgreiches Jahr. Neben den Treppchenplätzen bei internationalen Turnieren - siehe oben - ist da vor allem die Bronzemedaille bei den Deutschen Meisterschaften der U 20 in der Klasse über 78 Kilo zu nennen. Dabei wurde die 17-Jährige erst im Halbfinale von der routinierteren Carolin Weiß aus Berlin gestoppt.
Mittlerweile besucht Clarissa Taube das Graf-Stauffenberg-Gymnasium in Osnabrück, einer Partnerschule des Leistungssports. Sie wohnt in Osnabrück zudem in der Nähe des niedersächsischen Trainingszentrums. "Dort kann ich die guten Trainingsbedingungen nutzen." Als Teammitglied der Judo-Crocodiles Osnabrück kämpft Clarissa Taube, die Mitglied sowohl beim PSV Herford als auch beim Osnabrücker Verein ist, in der kommenden Saison in der Judo-Bundesliga. "Die Mannschaft ist im vergangenen Jahr aufgestiegen", sagt Clarissa Taube. Trainer des Teams ist Teja Ahlmeyer, der sie bereits beim PSV Herford gecoacht hat.
Eines der Ziele für dieses Jahr ist, bei der Deutschen Meisterschaft wieder mindestens Rang drei zu erreichen. "Vielleicht kann ich mich sogar noch verbessern", hat sie sogar Silber oder Gold im Visier. Sollte der Treppchenplatz gelingen, winkt ein Start bei der Europameisterschaft im September. Und vielleicht irgendwann einmal die Olympischen Spiele? "Seitdem ich im Jahr 2004 gesehen habe, wie Yvonne Bönisch in Athen die Goldmedaille geholt hat, ist ein Start bei Olympia ein Traum", sagt die ehrgeizige Sportlerin.
Neben dem Sport hat Clarissa Taube auch in der Schule gut zu tun. Im Sommer stehen für die Zwölftklässlerin die Abiturprüfungen an. Danach möchte sie Physik studieren. "Ich möchte das mal versuchen. Wenn es mir nicht liegt, probiere ich etwas anderes aus." Derzeit steht aber der Sport im Vordergrund. Vergangene Woche absolvierte Clarissa Taube einen Kaderlehrgang des Deutschen Judo-Bundes in Kienbaum. Danach ging es ins österreichische Mittersiel, wo seit Sonntag ein internationales Trainingscamp aufgeschlagen ist. Die ruhige Weihnachtszeit dauerte für Clarissa Taube somit nur ein paar Tage.