Herford. Stefan Hageböke, reisefreudiger Mitarbeiter der NW-Lokalsportredaktion, hatte die Wahl, sich zwischen zwei Fußballplätzen zu entscheiden. Überraschend feiert er in Niedersachsen ein Comeback. Es hat sich gelohnt, wie Hagebökes Bericht zeigt.
Der Protagonist brütet am Samstag Mittag vor dem Terminal und vergleicht sich mit dem Esel, der zwischen zwei Heuhaufen verhungert, weil er sich zwischen der doppelten Futterauswahl nicht entscheiden kann. Nachdem die als Fußballreise auserkorene Bezirksligapartie in Deinsen soeben abgesagt ist, offeriert das Internet eine Ebene tiefer die bespielbaren Rasenplätze des SV Carum und BSV Gleidingen.
Entgegen der grundsätzlichen Gepflogenheit, Fußballplätze außerhalb des Kreises Herford kein zweites Mal zu konsultieren, fällt die Entscheidung gegen das im Kreis Vechta noch nicht besuchte Carum. An Gleidingen kommen unweigerliche Erinnerungen an das Jahr 2003 auf, als der zwischen Hannover und Hildesheim beheimatete Kreisligist damals am Grillstand durch eine Vielfalt an Ketchupsorten glänzte. Beim Comeback an alter Wirkungsstätte wird der Kolumnist erneut überrascht.
Im Gegensatz zu den meisten bekannten Fußballplätzen des Kreises Herford bietet der BSV als Beilage zu den fritierten Kartoffeln anstatt des damals mehrfachen "Rot" diesmal gleich drei unterschiedliche Optionen an Mayonnaise! Von der deftigen Delikatess-Kategorie bis zur kalorienarmen Salat-Variante bleiben keine Wünsche offen. Serviert werden die Pommes Frites in ungewöhnlich großen Fußball-Schälchen, die auf hiesigen Sportplätzen noch keinen Einzug erhalten haben.
Zudem versteht der Grillmeister als ehemalige Schlachthof-Fachkraft sein Handwerk besonders gut, da Schinkengriller und Thüringer eigenhändig gewurstelt werden. Diese Vorzüge schätzt auch der Golden-Retriever-Rüde Chico, der die Fleischspeise in einem Zug verschlingt und beim Autor um Nachtisch bettelt.
Während die auf Rang drei überwinternde Heimelf einen 1:0-Arbeitssieg gegen den abstiegsbedrohten TSV Kleinburgwedel einfährt, erweisen sich zwei Groundhopper aus Hannover und Northeim als kompetente Gesprächspartner, die vom Gleidinger Catering aufgrund selbst mitgebrachter Lebensmittel allerdings Abstand nehmen.
Ein weiteres Anti-Carum-Kriterium sind die auf der Gleidinger Route liegenden Sportplätze der Landesligisten 1. FC Egestorf-Langreder und TSV Pattensen, die für ein Fußballverbraucher-Portal ehrenamtlich abgelichtet werden. Darum also nicht Carum!