HANDBALL-OBERLIGA: TuS Spenge will wieder die 3. Liga angreifen
Spenge (dogi/dik). Das war ein Wochenende ganz nach dem Geschmack des TuS Spenge. Zunächst zeigte die Oberligamannschaft am Sonntag bei ihrem 31:26-Sieg in Soest eine ganz starke Leistung (Trainer Achim Frensing: "So darf es weitergehen!"), dann wurde auch noch der erste Neuzugang für die kommende Saison verpflichtet. Und schließlich sagte auch der Coach für eine weitere Saison zu - genau so übrigens wie Johannes Ebbinghaus und Stefan Dessin. Weitere Vertragsverlängerungen will der Verein am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt geben.
Die Verpflichtung von Linkshänder Sebastian Kopschek vom TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck wurde inzwischen vom Spenger Vereinsvorsitzenden Horst Brinkmann bestätigt. Die Bielefelder allerdings sind nicht gerade begeistert davon, dass ihr Haupttorschütze zum Nachbarverein und Klassenrivalen wechselt. "Das ist ein Mosaikstein, um wieder die 3. Liga anzugreifen", kommentierte Horst Brinkmann die Verpflichtung.
Brinkmann wies indes alle Unterstellungen, Spenge habe den Rückraumspieler des TuS 97 "angegraben", von sich: "Wir haben von Spielern aus unserer Mannschaft, die mit Kopschek gut befreundet sind, gehört, dass er sich für uns interessiert. Da wäre es doch fahrlässig gewesen, wenn wir nicht das Gespräch mit ihm gesucht hätten." Der Neuzugang sei ein Akteur, der über Jahre hinaus konstant aus dem rechten Rückraum eingenetzt und unter anderem mit zwölf Treffern gegen Spenge im Oktober beste Eigenwerbung betrieben habe. "Diese so genannten einfachen Tore haben uns auf dieser Position gefehlt", sagt Brinkmann, der glaubt, mit Kopschek und Stefan Dessin nun die optimale Linkshänder-Kombination beisammen zu haben.
Auch der Spieler selbst ist sich keines Affronts gegenüber seinem aktuellen Klub bewusst. "Ich kann den Wechsel gut vertreten und habe niemanden verraten", sagt Kopschek, der vor allem den Vorwurf, er habe nicht mit offenen Karten gespielt, nicht gelten lassen will. "Falls es da Missverständnisse gegeben haben sollte, werden wir die ausräumen - ich möchte den TuS 97 im Guten verlassen, weil ich ihm schließlich auch viel zu verdanken habe", erklärt der wurfgewaltige Linkshänder.
Grund für die Veränderung sei, "dass ich einfach mal andere Tapeten sehen möchte", so Kopschek, "der Wechsel hat nichts mit dem Verein, nichts mit der Mannschaft und auch nichts mit dem Trainer zu tun." Damit widerspricht der 23-Jährige auch Gerüchten, die ihm Differenzen mit Walter Schubert nachsagen, nachdem er zuletzt das eine oder andere Mal weniger Spielanteile erhalten hatte. "Ich komme mit dem Coach super gut klar - und ich glaube, umgekehrt ist es genau so", erklärt Kopschek, der Schubert sogar als "den besten Trainer, den der TuS 97 je hatte", bezeichnet. Trotz eines gewissen Trennungsschmerzes freut sich Sebastian Kopschek auf seinen neuen Klub: "Ich werde mich da sicher wohl fühlen, vor allem auch, weil mit Sebastian Reinsch und Jan Ober einige wirklich gute Kumpel in Spenge spielen."
Möglicherweise ist mit dem Wechsel nach Spenge für Kopschek ja auch ein Aufstieg verbunden - denn noch hat sein künftiger Verein Titelchancen. "Verlieren wir ein Spiel, waren alle Gedankenspiele umsonst", macht allerdings Achim Frensing klar, dass Spenges Hoffnungen nur eingeschränkt sind.