Spenge. "Unser erstes Ziel haben wir erreicht", sagt Achim Frensing, Trainer des Handball-Oberligisten TuS Spenge. Dieses erste Ziel bestand darin, die Partie dieses Samstags gegen die SG Schalksmühle-Halver zu einem Spitzenspiel werden zu lassen. Nach zwei Siegen aus den ersten beiden Rückrundenspielen ist Spenge Rangdritter, Schalksmühle folgt einen Platz dahinter.
Noch allerdings hat Spenge vier Punkte Rückstand auf Tabellenführer VfL Gladbeck, für Schalksmühle sind es (bei einem weniger ausgetragenen Spiel) gar fünf. Und damit ist klar, dass das Verfolgerduell auch Endspielcharakter hat, denn wer am Samstag verliert, hat kaum noch Chancen, in den Titelkampf einzugreifen. Irgendwie ist es schon merkwürdig, dass Spenge zuletzt immer wieder besonders wichtige Spiele ausgerechnet gegen Schalksmühle zu bestreiten hat. Vor einem Jahr beispielsweise war das auch im Abstiegskampf in der 3. Liga schon so, damals gewann Spenge in eigener Halle mit 30:28. Am Ende mussten dennoch beide Teams die Liga verlassen.
Vor der Saison war der samstägliche Gegner für Achim Frensing Top-Favorit auf den Gewinn der Meisterschaft. Zuletzt aber schwächte das Team vor allem auswärts. "Von der Spielanlage her sind die am weitesten", glaubt der Spenger Coach dennoch. Und dass die gegnerische Mannschaft auf praktisch allen Positionen überdurchschnittlich besetzt ist, dürfte auch kein Geheimnis sein. Das fängt mit einem starken Torwart-Gespann, bestehend aus Damian Bungert und Dennis Zielony an, führt über Christian Feldmann und Jan Stuhldreher in der Rückraum-Mitte, den Litauer Valdis Gutmanis im rechten Rückraum bis hin zu Kreisläufer Daniel Buff. "Ich habe auch Schwächen bei Schalksmühle ausgemacht", sagt Achim Frensing auf Nachfrage, "aber die verrate ich nicht."
Wichtig ist für den Spenger Trainer, dass das Kreisläufer-Spiel des Gastes gestört wird. Und überhaupt wird die Spenger Deckung enorm aufmerksam agieren müssen. Aber noch entscheidender ist für Frensing, dass "wir unsere Stärken ins Spiel bringen." Besonders die nach der Rückkehr des zuvor lange Zeit verletzten Ex-Schalksmühlers Johannes Ebbinghaus neu gewonnene Flexibilität will Spenge ausnutzen, um zum Erfolg zu kommen. Dazu gehören auch Kleinigkeiten wie die geplanten Nadelstiche durch eine schnelle Mitte. Weil es im personellen Bereich gegenüber den ersten beiden Rückrundenspielen keine Änderungen geben muss und weil in dieser Woche gut trainiert wurde, darf Optimismus herrschen. Aber nur im Falle eines Sieges im Verfolgerduell darf geschaut werden, ob der VfL Gladbeck noch eingeholt werden kann.