HANDBALL-OBERLIGA: 32:30-Sieg im Spitzenspiel gegen Schalksmühle
VON DIRK KRÖGER
Spenge. Noch eine gute viertel Stunde nach dem Abpfiff war die Spenger Sporthalle gut gefüllt. Viele der rund 500 Zuschauer blieben, weil sie diesen Sieg einfach feiern mussten. Mit 32:30 (14:13) hatte sich der TuS Spenge im Spitzenspiel der Handball-Oberliga gegen die SG Schalksmühle-Halver durchgesetzt und damit die Titelchance gewahrt. Die Begeisterung war groß, dabei war zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht bekannt, dass Spenge sich dank des eigenen Sieges und einer überraschenden Heimniederlage der HSG Augustdorf/Hövelhof sogar auf Rang zwei verbessert hatte.
1:5 Punkte holte der Drittliga-Absteiger aus den ersten drei Spielen der Saison 2011/12. Jetzt, in der Rückrunde, wurden es 6:0 Zähler gegen die gleichen Gegner. "Aber jetzt dürfen wir keinen Deut nachlassen, nachdem wir gegen drei Spitzenmannschaften gewonnen haben und nun Spiele gegen vermeintlich schwächere Gegner anstehen", blickte Trainer Achim Frensing schon wieder nach vorn. Und auch ihm ist klar, dass die noch ausstehenden elf Meisterschaftsspiele allesamt zu Endspielen werden, denn: "Aus eigener Kraft können wir es nicht schaffen", weiß auch Frensing. Da aber inzwischen klar ist, dass Spenge auch in der nächsten Saison personell gut aufgestellt ist, hätte inzwischen auch niemand etwas gegen einen sofortigen Wiederaufstieg einzuwenden.
Spiele gegen Schalksmühle haben schon beinahe traditionell eine ganz besondere Dramatik. Und das war auch dieses Mal so, wobei die Gäste eine ganz schwache Anfangsphase erlebten und so den Gastgebern das ungewohnte Gefühl erlaubten, sich gleich zu Beginn in Führung zu schießen. Von ihrem 2:7-Rückstand aus der 13. Minute erholten sich die Sauerländer bis zum Schlusspfiff nicht mehr richtig, auch wenn sie sich danach spielerisch eindeutig steigerten. Eine Führung aber war den Gästen in dieser Partie niemals vergönnt.
Doch lange Zeit blieb es bei knappen Spielständen spannend. Schon vor der Pause war Schalksmühle beim 11:11, 12:12 und 13:13 jeweils der Ausgleich geglückt. Und so ging das nach dem Seitenwechsel auch weiter: Stets legte Spenge ein, zwei Tore vor, postwendend kamen die Gäste wieder heran oder glichen wie beim 14:14, 15:15, 17:17 und 18:18 wieder aus. Aber irgendwie schien es, als hätten die Schützlinge von Achim Frensing einerseits den größeren Willen zum Sieg und als sei andererseits die Spenger Mannschaft geschlossener als die aus Schalksmühle, die entsprechend zu vielen Toren durch Einzelaktionen kam. Dass die zwischenzeitliche 24:20-Führung aus der 44. Minute noch keine Entscheidung bedeuten würde, wussten dennoch alle Augenzeugen des Spitzenspiels. Und so blieb es prompt spannend, beim 27:27 hatten die Gäste wieder einmal den Ausgleich hergestellt.
Dann wurde es dramatisch für Spenge: Linksaußen Dennis Mathews verletzte sich ("Ich war zwischenzeitlich weggetreten") und konnte nicht mehr mitwirken, Torhüter Sascha Grote handelte sich eine Zeitstrafe wegen Reklamierens ein. Eher notgedrungen wurden Dennis Czauderna und Tobias Linke aufs Feld geschickt. Und sie bewiesen, über welche starke Bank Spenge momentan verfügt. Czauderna erzielte eiskalt zwei enorm wichtige Treffer zum 30:28 (56. Minute) und 32:29 (60.), Linke zeigte drei Klasse-Paraden in Folge und zeigte damit auch, warum ihm ein benachbarter Oberligist ein Angebot für die kommende Saison unterbreitet hat.
Da half den Sauerländern in der Schlussphase auch eine offene Manndeckung nicht mehr. Mit viel Kampfgeist, gestiegener Cleverness sowie großem Selbstvertrauen brachten die Gastgeber ihren Vorsprung über die Zeit. Und damit wahrte Spenge den Sichtkontakt zu Spitzenreiter VfL Gladbeck, während Schalksmühle nach der dritten Auswärtsniederlage in Folge wohl aus dem Kreis der Titelanwärter ausscheidet.
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