Kreis Höxter. Die englischen Wochen werden die Entscheidung bringen. In der A-Liga liegt die Spitze dicht beieinander – trotzdem kristallisiert sich langsam ein Favorit für den Aufstieg heraus. Der TuS Bad Driburg ist als einzige Mannschaft ungeschlagen – und hat nun offenbar auch die richtige Siegermentalität eingeimpft bekommen.
In Dalhausen gewann die Mannschaft von Trainerfuchs Sepp Kagerbauer mit 2:0. Was sich auf dem ersten Blick nach einem lockeren Sieg über einen Abstiegskandidaten anhört, ist bei genauerem Hinsehen hart erarbeitet. "Dalhausen war absolut defensiv. Solche Bollwerke muss man knacken", sagte Kagerbauer, der seine Mannschaft lobte: "Die Mannschaft muss sich jeden Sonntag neu beweisen und das macht sie momentan ganz gut.
Wenn es so weitergeht, habe ich ein gutes Gefühl. Ich bin zuversichtlich." Die Entscheidung im Aufstiegsrennen ist für Kagerbauer nah. "Die nächsten drei Wochen werden entscheiden. Dann wissen wir, wer am besten durch die englischen Wochen gekommen ist", sagt der Trainer.
Wer sollte den TuS Bad Driburg aufhalten? Möglicherweise eine Mannschaft, mit der in der Winterpause niemand mehr gerechnet hat. TIG Brakel hat viele Heimspiele aufgestaut gehabt – und bisher kräftig gepunktet. Gegen Amelunxen (2:1) gelang ein besonderes Kunststück: Eine absolute Rumpf-Elf siegte, denn die Leistungsträger waren mit Trainer Arif Göral im Trainingslager in der Türkei.
"Von der normalen Mannschaft waren drei oder vier Mann dabei. Die anderen haben Fußball in den letzten Jahren vielleicht am Fernsehen verfolgt – gespielt haben sie mit Sicherheit nicht", sagte Co-Trainer Ertan Özdemir, der das Siegtor erzielte. Die Leitung in die Türkei stand. "Die haben sich natürlich riesig gefreut", so Özdemir, der zugab: "Mit mehr als einem Punkt haben wir nie und nimmer gerechnet. Den Sieg haben wir uns aber mit viel Kraft, Mühe und Arbeit verdient."
Allerdings spielte auch Amelunxen mit geschwächter Elf. "Sechs Leistungsträger fehlten", betonte TuS-Trainer Dieter Suermann, der unter anderem auf seinen Sohn Stefan, Tim Wehde und Torjäger Christoph Uebensee zu verzichten hatte.
TIG Brakel hat allerdings ein Problem: Sie haben schon verhältnismäßig viele Spiele auf dem Konto. Das hat auch der SV Kollerbeck, der gegen Schlusslicht Ovenhausen (3:0) nach mehreren Spielen ohne Sieg endlich wieder gewinnen konnte. "Das könnte die Wende gewesen sein", meinte Trainer Jörg Hundertmark, der trotzdem betont: "Das war ein Sieg, um den Anschluss nicht zu verlieren. Eigentlich sind wir raus aus dem Rennen. Bad Driburg ist in den letzten Wochen um Meilensteine vorangekommen. Sie sind Titelfavorit."
Raus aus dem Rennen – so sieht sich auch Vinsebecks Trainer Thorsten Geffers, trotz zweier Siege über Dalhausen (3:0) und Lauenförde (3:0). "Immerhin ist uns vielleicht die Wende geglückt", sagt Geffers, den das 1:5 gegen Hembsen immer noch ärgert. "Wir haben auf Viererkette umgestellt. Das kann der Schlüssel sein. Aus sicherer Defensive zum Erfolg", so Geffers. Gegen Hembsen agierte Vinsebeck unglücklich mit Libero.
Ins Rennen einsteigen könnte Altenbergen. Wenig Spiele, viele Punkte, zuletzt ein 2:0-Sieg im Verfolger-Duell mit Fürstenau. Altenbergens Problem: Als Spielgemeinschaft kann die Truppe nicht aufsteigen – was allerdings ohnehin nie Saisonziel war.