Höxter/Dortmund. Er ist ballsicher, technisch stark, hat enormes Durchsetzungsvermögen und verfügt über ein exzellentes Kopfballspiel. Das zeichnete Koray Günter schon in der C-Jugend der Spvg. Brakel aus. Die verließ der Höxteraner im Sommer 2008 Richtung Borussia Dortmund. Und nur zwei Jahre später könnte der nächste Sprung in der Karriereleiter anstehen. Kein geringerer als der FC Liverpool hat bei Koray Günter angeklopft.
"Liverpool hat ihn beoachten lassen und die waren besonders von seiner Kopfballstärke angetan. Die würden ihn schon gerne nehmen - aber erst, wenn er 16 Jahre alt ist", sagt Naziye Günter, die Mutter des noch 15-jährigen Koray. "Er will Profi-Fußballer werden", würde sie ihren Sohn bei seinem großen Ziel auch unterstützen, wenn er nach England gehen würde. "Ich denke aber das wird nichts", hat Koray Günter seine Entscheidung schon getroffen. "In Dortmund gefällt es mir super. Die Trainer setzen auf mich, ich komme hier mit allen zurecht."
Beim SV Höxter lernte er das Fußball-ABC, ging dann als D-Jugendlicher nach Brakel, ehe er ins Ruhrgebiet wechselte. Beim BVB kam aber die große Umstellung für den Höxteraner, der bisher immer Stürmer spielte. "Ich dachte, ich sollte hier Tore schießen, dann wurde ich aber in die Abwehr gesteckt. Da habe ich mich anfangs aufgeregt, aber mittlerweile spiele ich sehr gerne als Innenverteidiger. Es macht mir Spaß. Zudem gibt es sehr viele gute Stürmer, aber Innenverteidiger nicht." Koray Günter geht in Dortmund zur Schule und wohnt mit einigen Mannschaftskollegen in einer alten Villa, die der BVB gekauft und zu einer Art Fußball-Internat umgebaut hat. "Da hat jeder sein eigenes Zimmer", fühlt er sich pudelwohl. Auch in der Schule läuft es gut.
"Da achten die Trainer auch immer drauf", erklärt Koray, der noch bis zum Ende der Saison bei der Bundesliga-A-Jugend der Borussen eingesetzt wird - und das als jüngerer Jahrgang der B-Jugend. Das sagt schon viel über die Wertschätzung der Dortmunder Trainer aus. "In der A-Jugend trainieren wir auch mal mit Profis, das spornt zusätzlich an. Aber mit Jürgen Klopp hatte ich bisher noch keinen Kontakt - das kommt vielleicht, wenn ich auch altersmäßig zur A-Jugend gehöre", träumt Koray auch ein bisschen von den 80.000 Zuschauern im Westfalenstadion.