Bad Driburg. Auch der TuS Bad Driburg hat sein Feierbiest. Sepp Kagerbauer, Trainer und Meistermacher, griff sektgenässt das Mikro - und peitschte das ohnehin top gelaunte Publikum noch einmal an. Nach fünfzehn Jahren kehrt der TuS Bad Driburg in die Bezirksliga zurück. Das klare, deutliche und verdiente 4:0 gegen den SV Fürstenau - gestern eigentlich Nebensache.
Die Meisterschaft war den Driburgern schon vor dem Spiel nicht mehr zu nehmen. Auch rechnerisch nicht mehr. Der Grund: Vinsebeck krönte Bad Driburg Freitagabend im vorgezogenen Spiel, schlug Verfolger Bredenborn mit 1:0. "Da haben wir ganz spontan gefeiert", bekannte Driburgs Martin Marx. Motivierungsprobleme also für Motivationskünstler Sepp Kagerbauer? - schließlich ging es ja um nichts mehr.
Mitnichten. Kagerbauer will mit seiner Mannschaft nicht nur die Meisterschaft, sondern auch Geschichte schreiben. Ungeschlagen soll der TuS bleiben - das gab es seit 1955 nicht mehr. Zudem: Die Meisterschaft lässt sich mit zwei Dingen besser feiern - mit Fans und mit einem Sieg. Die Fans kamen - der Sieg musste durch die Mannschaft nachgelegt werden. Alex Höwing (27.), Kapitän Karsten Klunker (46.) und Shooting-Youngster Pascal Kunkel (62./87.) trafen. Ob das Driburger 3:0 abseits war, bleibt müßig zu diskutieren. Der Sieg war verdient - daran gibt es nichts zu doktern.
Den feiernden Driburgern wäre es sowieso piepegal gewesen. Nach Schlusspfiff - die Bierdusche. Obligatorisch für den Trainer Kagerbauer, der das zweite Jahr in Folge A-Liga-Meister geworden ist. Mit Ortsnachbar Alhausen/Pömbsen holte er das letzte Mal die Schale. Durchnässt, aber glücklich griff er zum Mikrofon: "Das sind die, die es möglich gemacht haben." Der Trainer lobte: "Ich habe noch nie eine Mannschaft mit so einem Willen und so einem Teamgeist gesehen. Jetzt wollen wir auch ungeschlagen bleiben und unsere Konzentration die letzten Spiele aufrechterhalten."
Bestes Beispiel für den Zusammenhalt: Icke Loke. Der kleine Mittelfeldflitzer hat seine Karriere eigentlich beendet, weil er in Berlin wohnt. Inzwischen sitzt er wieder auf der Driburger Bank. "Als Fan", sagt er, räumt aber ein: "Vielleicht verdiene ich mir gegen Ovenhausen im letzten Spiel noch einmal fünf Minuten. Zwischen 200 und 300 Zuschauer kamen trotz zeitweiliger Regenschauer. Lautester Fanklub war übrigens die Driburger B-Jugend. "Unglaublich und einfach Wahnsinn, dass Jugend und Senioren das so toll zusammen feiern", so Ingo Schulte, zusammen mit Martin Marx sportlicher Leiter. Der Kader ist groß und ausgeglichen. "Alle Spieler haben für die neue Saison zugesagt. Ein paar Neue kommen", so Abteilungsleiter Andreas Kamhuber. Die Zusagen der Brakeler Huhn und Kimmel liegen auf dem Tisch.
TuS Bad Driburg: Spieker, Gashi, Höwing, Walzog (79.
M.Hartmann), Koch, Wieneke (66. Schipp), Kerbs (56. Brockmann), Bozo Ahmed, Klunker, Kunkel, St. Hartmann.
SV Fürstenau: Bekteshi, Spier, Toeberg, Brandt, Mönnikes, Ph. Schmidt (53. Zegiri), Langkrär, J.Meier (61. M.Schmidt), Drebes, Hertel, Weidler.
Tore: 1:0 Höwing (27.), 2:0 Klunker (46.), 3:0 Kunkel (62.), 4:0 Kunkel (87.)
Schiedsrichter: Meier (Bredenborn)