Kreis Höxter. Der Kreis Höxter dominierte die Bezirksliga – nicht nur punkte-, sondern auch zahlenmäßig. Neun Mannschaften stellten die Sportkreise Höxter und Warburg, nur sieben der Kreis Lippe. In der neuen Saison wird es anders aussehen. Nur noch sieben kommen aus Höxter, neun aus Lippe. Gründe sind der Aufstieg des SV Höxter und der Abstieg von gleich drei Höxteraner Teams – das trübt die eigentlich starke Saison aus Höxteraner Sicht. Die ersten vier Mannschaften sind aus Höxter und leider auch die letzten drei.
SV Höxter
"Es soll der Meister werden, der die stärkste Rückrunde spielt – keiner, der nur Glück hat", das sagte Norbert Dölitzsch in der Winterpause, als er mit seiner Elf noch vier Punkte hinter dem damaligen Tabellenführer Beverungen lag. Und er sollte recht behalten. Souveräner als der SV Höxter kann man die Meisterschaft nicht einfahren. 21 Siege in 30 Spielen und nur drei Niederlagen sind schon eine hohe Hausnummer. Ausschlaggebend für die erfolgreiche Saison war vor allem die bärenstarke Rückrunde – 19 Spiele in Folge blieb die Elf von Trainer Norbert Dölitzsch ungeschlagen (16 Siege, drei Unentschieden). Die letzte Niederlage war am 18. Oktober 2009 gegen den VfB Beverungen. Sowieso war Höxter das Nonplusultra der Liga: Mit 74 Toren stellte der SV die beste Offensive, mit 29 Gegentoren die beste Defensive. Zudem führt Höxter auch die Auswärts- und Heimtabelle an. Ein würdiger Meister.
TuS Erkeln
Vor der Saison gehörte der TuS zu den Meisterschaftsfavoriten. Hochkarätige Verstärkungen wie zum Beispiel Boris Hartmann ließen Großes erwarten. Doch den Erkelnern fehlte in dieser Spielzeit die Konstanz. Stark fing die Elf von Trainer Rytis Narusevicius an, hatte dann eine Schwächephase bis kurz vor der Winterpause, so dass nur auf Platz sieben überwintert wurde. Der Traum von der Meisterschaft im Jahr des 100-jährigen Bestehens war schon so gut wie vorbei. Eine sehr starke Rückrunde mit nur einer Niederlage (2:3 gegen Beverungen) katapultierte den TuS doch noch auf den zweiten Platz. Wer weiß, wären die Erkelner nicht Remiskönig (10 Unentschieden) geworden, wäre auch der SV Höxter noch einmal in Bedrängnis geraten.
VfB Beverungen
Die Überraschungsmannschaft – allerdings nur der Hinrunde. Da führten die Beverunger die Tabelle an und wurden besonders aufgrund ihrer starken Offensivabteilung auch für einen heißen Aufstiegskandidaten gehalten. Doch die sehr junge Mannschaft brach nach der langen Winterpause etwas ein. Zudem fehlten einige Leistungsträger verletzungsbedingt, so dass Spielertrainer Dennis Hustadt oft keine Alternativen hatte. Nach der 0:1-Niederlage im Topspiel gegen Höxter lief beim VfB dann nicht mehr viel. In den letzten sieben Spielen gelang den Beverungern nur noch ein Sieg – dafür kassierten sie aber noch vier Niederlagen. Die schlimmste am letzten Spieltag. Mit 0:9 unterlag die Hustadt-Elf in Nieheim – ein blamabler Schlusspunkt einer eigentlich tollen Saison. Trost ist lediglich der erneute Einzug ins Kreispokalfinale am 3. Juni.
FC Nieheim
Nein, zufrieden sind die Nieheimer mit der Spielzeit nicht. Das Anspruchsdenken ist beim FC immer hoch. Doch am Ende mussten sich Trainer Wolfgang Wächter und Vorsitzender Alfred Ruberg mit einem bescheidenen siebten Platz zufrieden geben. Dabei startete der FC prächtig und lag an der Spitze der Tabelle. Doch fünf Spiele ohne Sieg in Folge kosteten Platz eins. Danach kamen die Nieheimer nicht mehr so richtig in die Erfolgsspur – die Konstanz fehlte. Schuld daran waren laut Wächter auch die vielen Nachholspiele – im April und Mai musste der FC 15-mal ran. Zumindest über die gute Defensive dürfen sich die Nieheimer freuen – mit 32 Gegentoren stellen sie die zweitbeste Abwehr.
SV Brenkhausen/Bosseborn
Nur drei mickrige Punkte hatte der SV Brenkhausen auf dem Konto als Micky Wollitz das Traineramt übernahm – da waren aber schon 15 Spiele gespielt. Doch der Ex-Profi nahm die "Mission Impossible" an. Und fast hätte er die Brenkhäuser noch gerettet. Stolze 19 Zähler sammelte die Wollitz-Elf in der Rückrunde. Trotzdem zu wenig, um die Klasse zu halten. Nicht nur die schwere Hypothek aus der Hinrunde, auch die eklatante Auswärtsschwäche sorgten dafür, dass Brenkhausen wieder in der A-Liga spielt. Nicht ein einziges Spiel auf des Gegners Platz wurde gewonnen. Ein Wundermittel dagegen hatte selbst Wollitz nicht.
FC Stahle
Nach der Hinrunde glaubten viele in der Bezirksliga, dass der FC Stahle die Klasse locker halten könnte. 15 Punkte hatte der Aufsteiger schon geholt und überwinterte auf dem ersten Nichtabstiegsplatz. Doch wer konnte ahnen, dass die Mannschaft von Trainer Günther Weber in der kompletten Rückrunde ohne Sieg bleiben und nur noch zwei Pünktchen holen würde. Das erste Spiel nach der Winterpause – die 0:8-Packung gegen Höxter – war der Anfang vom Ende in der Bezirksliga.