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30.12.2010
,,Ich bevorzuge eher das System vom FC Barcelona"
INTERVIEW: Jakob Frank, neuer B-Lizenzler bei der Spvg. Brakel

Stolz wie Oskar

Brakel. Jakob Frank, Trainer der zweiten Fußball-Mannschaft der Spvg. Brakel, hat in den letzten zwei Jahren an der Nethe viel bewegt und jetzt den TrainerB-Schein in der Sportschule in Kaiserau bestanden. Mit ihm sprach NW-Mitarbeiter Chris Multhaup.

Herr Frank, warum haben Sie den Schein zum B-Lizenz Trainer gemacht? Mit welchem Ziel?
JAKOB FRANK: Ich habe das Ziel, mich weiter zu entwickeln. Bei dem Lehrgang bin ich auf viele internationale Mentalitäten getroffen, was richtig viel Spaß gemacht hat. Der Lehrgang hat mich auf jeden Fall weiter gebracht.


Gab es irgendwelche Persönlichkeiten, die den Schein mitgemacht haben?
FRANK: Ja die gab es. Ich habe mich mit Antonio Di Salvo, der unter anderem in Paderborn, beim FC Bayern und in Rostock gespielt hat, super angefreundet. Mein Zimmernachbar war Toni Tapalovic. Er hat früher unter anderem für Schalke und Bochum gespielt. Das sind alles super Typen. Die sind kein bisschen abgehoben. Ich war von der Liga her, in der ich trainiere der Schlechteste, allerdings hat man das bei den Präsentationen nie gemerkt. Die Profis haben nicht immer den sichersten Eindruck gemacht. Das hat mich gestärkt.

Wie lange hat die Ausbildung mit anschließender Prüfung gedauert?
FRANK: Insgesamt werden in Deutschland pro Jahr vier Kurse at 25 Personen pro Kurs angeboten. Die sind immer belegt. Die Lehrprobe dauert sieben Tage. Die Vorbereitung darauf zwei Wochen. Bei der dreitägigen Prüfung müssen verschiedene Lehrprobe präsentiert werden. Die Prüfungen sind sowohl mündlich, als auch schriftlich. Man muss zum Beispiel taktische Fehler aus einem Fußballspiel erkennen, das einem gezeigt wird. Die Prüfung fand wegen des schlechten Wetters auf dem Trainingsplatz von Dortmund statt.

Würden Sie auch den Schein zum A-Lizenz Trainer machen.
FRANK: Da denke ich zumindest drüber nach. Allerdings muss es mir gesundheitlich besser gehen. Der Schein nicht auch nicht ganz billig. Weiterhin wäre er mit einer längeren beruflichen Auszeit verbunden. Das kann ich zur Zeit nicht verantworten.

Sie haben Altenbergen in der A-Liga trainiert, trainieren zurzeit Brakel II. Können Sie sich vorstellen, eine höher spielende Mannschaft zu übernehmen - wie zum Beispiel Brakel I?
FRANK: Wenn ich gesehen habe, dass selbst Profis, die jahrelang hoch gespielt haben, nicht besser trainieren als ich, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch. Dafür müssen aber auch die Gesundheit und die Familie mitspielen. Dann ist es natürlich mein Ziel. Ich habe aber keine eiligen Bedürfnisse. Zurzeit habe ich Knieprobleme. Deshalb geht das noch nicht. Vielleicht wird es in der Zukunft was.

Was ist ihr Ziel diese Saison mit Brakel II?
FRANK: Ich will die Mannschaft spielerisch weiterbringen. Wir sind die einzige zweite Mannschaft im Kreis Höxter, die in der A-Liga spielt. Das ist schon ein Erfolg. Ich denke, dass jeder die Handschrift des Trainers sehen soll. Die zweite Mannschaft der Spvg Brakel soll nach außen positiv rüber kommen und die Jugendlichen sollen bei uns auch gebunden werden.

Was streben sie in Zukunft im Fußball an? Wie hoch wollen sie hinaus?
FRANK: Es ist egal, ob ich einen A-Ligisten oder einen Landesligisten trainiere. Ein Trainer sollte immer eine Philosophie haben. Ich will, dass Zuschauer sagen, dass die Spieler auf dem Platz einen guten Fußball spielen. Zudem ist mein Spielsystem nicht so wie es z.B Inter Mailand macht, dass nach einer 1:0 Führung auf Ergebnis halten gespielt wird. Ich bevorzuge eher das System vom FC Barcelona, das auch nach einer Führung attraktiv nach vorne gespielt wird. So dass die Zuschauer Spaß haben und auf ihre Kosten kommen.


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