Altenbergen (la). Die SG Altenbergen/Vörden ist in der Kreisliga A eine der positiven Überraschungen. Platz fünf hätte dem jungen Team zur Winterpause kaum jemand zugetraut. Vergessen sind die Abstiegssorgen der vergangenen Jahre. NW-Mitarbeiter Lars Lange unterhielt sich mit dem Trainer Michael Vielain, der mit Lob nicht geizen brauchte.
Herr Vielain, gibt es am bisherigen Saisonverlauf etwas auszusetzen?MICHAEL VIELAIN: Ich bin natürlich mehr als zufrieden und alle Verantwortlichen sind stolz auf das Geleistete. Der fünfte Tabellenrang und die attraktive Spielweise der vergangenen Hinrunde haben alle Erwartungen übertroffen. Vor der Saison haben wir uns schließlich vorgenommen nicht in den Abstiegskampf zu rutschen. Gut ich gebe zu, dass ich insgeheim schon auf Platz sieben bis zehn geschielt habe.
Den Nichtabstieg als Saisonziel müssen sie revidieren. Was nehmen sie sich nun vor?VIELAIN: Nach oben erst einmal nichts mehr. Es wäre doch schon ein riesiger Erfolg, wenn der Platz gehalten wird. Doch auch Platz sieben würde jeden hier im Verein glücklich machen. Wir wollen uns aber vorrangig spielerisch weiter entwickeln.
Was gefiel ihnen besonders gut an der ersten Saisonhälfte? Wo sehen sie die Stärken des Teams?VIELAIN: Die große Stärke des Teams ist das Team. Wir haben einen unfassbar ausgeglichenen Kader. Ich kann nicht sagen, dass unsere Defensive oder Offensive das Prunkstück ist. Die Leitwölfe Steffen Lukas und Julius Witte führen auf dem Platz, aber leistungsmäßig ragt keiner heraus. Die Konstanz, die in der vergangenen Saison noch fehlte, ist mit der wachsenden Erfahrung immer mehr da. Dazu hatten wir oftmals einen Fitnessvorteil.
Was kann denn trotzdem noch besser werden?VIELAIN: Die Jungs werden von Training zu Training und Spiel zu Spiel besser. Klar sind auch ab und zu mal schlechte Leistungen dabei, aber das ist ja ganz normal. Trotzdem sehe ich keine gravierenden Schwächen. Durch diesen Hunger der Spieler auf Fußball macht es einfach Spaß bei der SG.
Sie sprechen von einer enormen Entwicklung in den letzten Jahren. Was ist denn in näherer Zukunft noch möglich?VIELAIN: Ich möchte jetzt niemanden Druck machen, aber ich bin überzeugt, dass die Akteure langfristig das Potential für die Bezirksliga haben. Wenn das Team zusammen bleibt und weiterhin so eine Motivation an den Tag legt, dann könnte ich mir das mittelfristig durchaus vorstellen. Stahle ist doch das beste Beispiel: Junge, hungrige und talentierte Kicker spielen über einen langen Zeitraum zusammen, entwickeln sich weiter und schaffen sportlich den nächsten Sprung.
Was war der Höhepunkt in der bisherigen Serie und an welche Begegnung erinnern sie sich nicht gerne zurück?VIELAIN: Das waren ganz eindeutig die beiden Partien gegen Stahle. Im Pokal haben wir 120 Minuten gekämpft, eine sensationelle Leistung geboten und sind in die nächste Runde eingezogen. Am ersten Rückrundenspieltag in der Liga haben wir gezeigt, dass die Pokalpartie keine Eintagsfliege war und haben der Weber-Elf durch das 2:2 den ersten Punktverlust zugefügt. Die 1:6-Niederlage gegen Kollerbeck möchten wir hingegen vergessen. Da haben wir uns einfach aufgegeben.
Gibt es personelle Veränderungen?VIELAIN: Nein. Warum denn auch? Ich hoffe nur, dass unsere Langzeitverletzten Nicolas Hördemann (Adduktoren) und Sergej Schantarenko (Knie) bald wieder fit sind.
Wie sieht die Vorbereitung aus?VIELAIN: Wir sind bereits im Training. Bei so einem Wetter trainieren wir momentan natürlich nur die konditionellen Grundlagen. Bei besseren Bedingungen beginnt dann die Arbeit mit dem Ball. Doch wir werden auch Schwimmen gehen, zahlreiche Gespräche führen und etwas fürs Klima im Team tun.
Wer wird zum Saisonende die Liga verlassen?VIELAIN: Den Abstieg machen die letzten Vier unter sich aus, wobei ich der Brakeler Reserve, aufgrund der Aushilfen von Spielern aus der A-Jugend und ersten Mannschaft, noch die besten Chancen einräume. Dazu haben sie mit Özdemir einen starken Spielertrainer verpflichtet. Meister wird in meinen Augen der FC Stahle. Ich gönne es dem Verein auch einfach. Das ist eine tolle Mannschaft, die sich hervorragend entwickelt hat.