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09.02.2012
Runderneuert gegen den Abstieg
FUSSBALLTEAMS IN DER WINTERPAUSE: Der Bezirksligist TuS Erkeln
VON TORSTEN WEGENER

Zum Haare raufen | FOTO: KORTMANN

Erkeln. Die Tendenz ist alarmierend. So alarmierend, dass die Verantwortlichen des TuS Erkeln handeln mussten. Beim Tabellenletzten der Bezirksliga gibt es neue Spieler - gleich sechs an der Zahl. Fünf davon haben mindestens Bezirksliga oder sogar in höheren Klassen gespielt. Eine Garantie auf den Klassenerhalt sieht Spielertrainer MichaelPuhl darin aber nicht.

Die nackten Zahlen sind erschreckend und belegen eindeutig die Misere. In 14 Partien ging der TuS zehn Mal als Verlierer vom Platz. Der TuS Erkeln, der davor die Jahre für attraktiven Offensivfußball stand, hat gerade einmal 14 Tore bisher geschossen. Das sind Statistiken, mit denen man absteigt. Doch so weit soll es nicht kommen. Nach dem Aderlass im Sommer hat der TuS nun nachjustiert und neue Spieler nach Erkeln geholt.

"Ich habe jetzt einen Kader von 23 Spielern. Das ist enorm wichtig", freut sich Michael Puhl. Durch Verletzungen in der Hinrunde war der Kader teilweise so klein, dass Puhl noch nicht mal drei Ersatzspieler aufbieten konnte. Doch die Verletzungen sind nur ein Aspekt, warum es bisher nur zu drei Siegen gereicht hat.

Die Ausfälle von Irfan Hajdarevic, der sich immer noch im Aufbau befindet, Tim Lütkemeier oder Christian Ridderbusch trafen den Coach schon sehr. Allerdings darf nicht übersehen werden, dass der bisherige Kader nicht mehr die Qualität hatte. Die Abgänge im Sommer konnten nicht annähernd adäquat ersetzt werden.

"Wir holen jetzt ja nicht sechs Spieler zum Spaß, sondern wir brauchen sie dringend", sagt Puhl. Durch die Qualität der Spieler und durch den Konkurrenzdruck erhofft sich der Coach einen deutlichen Leistungsschub.

Mit dem ehemaligen Brakeler Verbandsligaspieler Viktor Schmidt, Alessio Carmisciano und Thorsten Diekmann von der Spvg. Brakel, Pascal Kunkel vom TuS Bad Driburg, Pascal Meyer vom Bürener A-Ligisten SG Wewelsburg/Ahden und dem Rückkehrer Erdogan Acar von TIG Brakel hat der Trainer sechs neue Spieler zur Verfügung, die nicht als Ergänzungsspieler gelten, sondern als Verstärkung.

Puhl hat nun neue Möglichkeiten in der Offensive, mit Thorsten Diekmann den benötigten Konkurrenten für Torwart Heiko Renner und mit Carmisciano einen Linksfuß für die Viererkette.

"Die Qualität der neuen Spieler ist aber keine Garantie, dass wir nun locker den Klassenerhalt schaffen. Wir können nun nicht rausgehen und davon ausgehen, dass wir alles auseinandernehmen. Das wird ganz wichtig sein, dass ich das dem Team vermitteln kann. Denn wir stecken ganz tief im Abstiegskampf, da zählen einfach nur Punkte und die holt man auch nur, wenn man topfit ist und im Spiel Gas gibt", sagt Spielertrainer Michael Puhl, der nun durch die neuen Offensivspieler selber kürzer treten will.

"Ich kann dem Team mehr helfen, wenn ich an der Seitenlinie stehen. Als Stürmer in vorderster Front ist es schwierig, als Spielertrainer zu fungieren.

Durch das neue Personal ist in Erkeln auch wieder das alte Erfolgssystem 4-2-3-1 möglich. "Erdogan Acar ist einfach auf der hängenden Stürmerposition als Ballverteiler unschlagbar. Das werden wir nutzen. Dazu die schnelle Offensivspieler über die Außen und ein Stoßstürmer. Das ist sicherlich eine unserer Varianten", sagt Puhl.

Sieben Punkte Rückstand hat der TuS auf den elften Tabellenplatz, und selbst der elfte Platz kann noch ein Relegationsplatz gegen den Abstieg sein.

"Wir können uns nicht viel erlauben. Wenn wir schlecht aus der Winterpause kommen, dann wird es ganz hart", vermutet Puhl. Am 3. März ist das Nachholspiel gegen Detmold angesetzt, dem direkten Tabellennachbarn. "Da haben wir schon enormen Druck. Zumal am 18. März, dem offiziellen Rückrundenstart, die Partie beim Ligaprimus SV Dringenberg auf dem Plan steht." Danach folgen Brenkhausen, Warburg und Lemgo.

"Wir müssen die neuen Akteure schnell integrieren und als Team zusammenwachsen. Vereine mit Kunstrasen haben natürlich in der Winterpause einen klaren Vorteil. Damit wir auch Spielpraxis bekommen, haben wir schon fünf Testspiele auf Kunstrasenplätze vereinbart", berichtet Puhl.

Bis zum 26. Februar soll gegen Türk-Gücü Paderborn, dem VfB Marsberg, den TSC Steinheim, dem FC Altenbeken und dem SV Menne (in Warburg) getestet werden. "Ich hoffe das reicht, damit wir den schweren Ligaauftakt bestehen können", sagt der Coach.


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