Kollerbeck (la). Der SV Kollerbeck spielt bislang ein extrem starke Saison in der Kreisliga A. Doch trotzdem konnte der Herbstmeister der letzten beiden Jahren diesen "unbedeutenden" Titel nicht verteidigen. Trainer Norbert Dölitzsch kann dem zweiten Platz zur Saisonhalbzeit jedoch etwas Gutes abgewinnen und hofft, dass der SVK noch einmal eine realistische Chance im Meisterrennen bekommt. NW-Mitarbeiter Lars Lange unterhielt sich mit dem Trainerroutinier.
Herr Dölitzsch, wie zufrieden sind die mit der Hinrunde? In den letzten beiden Jahren stand der SV Kollerbeck schließlich immer an der Spitze.
NORBERT DÖLITZSCH: Ich bin mit dem Hinrundenverlauf sehr zufrieden. Wieso denn bitte auch nicht? Wir stehen mit einer starken Ausbeute von 40 Punkten in 16 Spielen auf Rang zwei. Dazu haben wir ein enormen Puffer auf unsere Verfolger und ansehnlichen Fußball gespielt. Dass wir dieses Jahr kein Herbstmeister sind, liegt ja einzig und allein am wahnsinnigen Lauf des FC Stahle. Ich glaube, mit unseren 13 Siegen steht man in anderen Ligen oder einer anderen Saison auf Platz eins und so denke ich mir, dass wir auch ein würdiger Stellvertreter wären.
Sie sprechen das Duell um die Meisterschaft gleich an. Glauben sie, trotz des Sechs-Punkte-Rückstands und der Stahler Dominanz, noch an den Titel?
DÖLITZSCH: Natürlich können wir es noch schaffen. Was sind denn bitte sechs Punkte in einer kompletten Rückrunde? Stahle ist natürlich der Topfavorit, doch ich habe mit den Jahren erfahren, dass es auch nicht immer ein Vorteil ist, Herbstmeister zu werden und von allen Teams gejagt zu werden. Gerade wir können davon ein Lied singen. 2009 wurde aus der Herbstmeisterschaft Platz acht und im letzten Jahr wurden wir Dritter. Es ist also noch nichts entschieden, doch Stahles Chancen sind natürlich sehr gut.
Wo sehen sie in der Rückrunde Verbesserungsbedarf?
DÖLITZSCH: Auswärts müssen wir einfach souveräner auftreten. Auf heimischen Platz dominieren wir fast jede Partie. Doch in der Fremde ist davon manchmal einfach nichts zu spüren und die Zuschauer fragen sich, wer hier denn jetzt auf dem Feld steht. Dazu könnte natürlich unser dünner Kader wachsen, doch das will ich nicht jedes Mal thematisieren.
Was gefiel ihnen an ihrem Team in der Hinrunde besonders gut? Wo liegen die Stärken?
DÖLITZSCH: Am besten gefällt mir das Auftreten der Mannschaft. Wir sind ein echtes Kollektiv. Die Jungs haben echt Moral, kämpfen und beißen bei jedem Spiel. Sie lassen sich nicht hängen. Auf die Jungs ist Verlass. Die große Stärke im spielerischen liegt meines Erachtens in der Defensivarbeit. Alle arbeiten stark mit nach hinten. Doch auch im Angriff sind wir unberechenbarer geworden und verteilen unsere Tore inzwischen auf mehreren Schultern.
Was waren die negativen und positiven Ausreißer in den ersten 16 Partien?
DÖLITZSCH: Einen einzelnen Höhepunkt möchte ich mir gar nicht heraus suchen. Alle Siege waren schön. Nach Niederlagen komme ich ja generell immer ins Grübeln, was hätte besser gemacht werden können, doch am bittersten traf mich das 0:3 in Stahle. Wir hatten uns viel vorgenommen, sind passabel angefangen, doch haben uns durch die dummen Gegentore aus dem Tritt bringen lassen.
Hat sich personell etwas in der Winterpause verändert?
DÖLITZSCH: Wir haben mit Martin Skatulla einen soliden Abwehrspieler vom SV Fürstenau/Bödexen verpflichten können. Martin wird entweder als Innen- oder Außenverteidiger eingesetzt. Kevin Mönks möchte auf eigenen Wunsch hingegen nur noch in der zweiten Mannschaft spielen.
Wie läuft ihre Wintervorbereitung bisher?
DÖLITZSCH: Wegen dem Wetter mäßig. Wir konnten auf dem Platz bislang nur sehr wenig machen. Selbst ein Freundschaftsspiel auf einem Kunstrasenplatz musste sogar abgesagt werden und ob unsere heimischen Testspiele auf der Asche stattfinden können, steht auch noch nicht fest. Ich bin momentan froh, dass wir einmal in der Woche in der Halle Fußball spielen können.
Zum Schluss eine, aus ihrer Sicht sicherlich etwas kniffelige Frage: Wer wird Meister?
DÖLITZSCH: Ja was soll ich jetzt tippen? Ich sage Stahle wird Meister, da wir uns brav hinten anstellen und auf einen Ausrutscher warten müssen. Ich hoffe einfach, dass wir noch eine realistische Chance bekommen. Wenn der FC patzt, werden wir da sein.