Steinheim (jura). Das war, als hätte Steinheims-Trainer Daniel Last nach der Pause eine andere Mannschaft aufs Feld geschickt. In der ersten Hälfte der Kreisliga-Partie gegen Tabellenschlusslicht TV Großenmarpe II klappte beim HC gar nichts - und in der zweiten Halbzeit lief es plötzlich richtig gut. So konnten die Steinheimer Handballer die Gäste am Ende doch mit 32:18 abfertigen.
Das war enttäuschend, was die Steinheimer da in der ersten Hälfte gezeigt haben. Als Aufstiegskandidat hätte der HC viel souveräner auftreten müssen. Für die 100 Zuschauer gab es daher nur wenig Anlässe zum Applaudieren. Vor allem in der Abwehr hatten die HC-Herren zunächst ordentlich Probleme: Über die Rückraum-Spieler und den Kreis gelang es den Großenmarpenern mehrmals hintereinander, die Steinheimer Reihe zu durchbrechen. "Wir haben da etwas Neues probiert", sagt HC-Trainer Daniel Last. "Nico Ratanski sollte vorgezogen decken. Wir hatten das schon im letzten Spiel gegen Grastrup getestet und da hat das gut geklappt. Gegen Großenmarpe passte es allerdings nicht und darum haben wir die Abwehr wieder umgestellt", erklärt er. Im Angriff schaffte der HC ein paar schöne Treffer, machte allerdings auch viele technische Fehler, unter anderem drei Fehlwürfe beim Tempogegenstoß. Als Großemarpe auf 9:9 rankam, nahm HC-Trainer Daniel Last die Auszeit. Danach wirkte das Spiel koordinierter und Steinheim konnte sich zur Halbzeit auf 14:10 absetzen.
In der zweiten Hälfte wirkten die Steinheimer wie ausgewechselt. Die Abwehr stand gut, im Angriff zog das Team die Spielzüge durch und traf. Nach 15 Minuten hatte Großenmarpe vier Tore gemacht, elf der HC. Während Steinheim in der zweiten Hälfte erst richtig aufblühte, wirkten die TV-Herren zunehmend ko und unkonzentriert. In der letzten Viertelstunde warf Großenmarpe mehr Bälle über das Tor, als rein. Trotz herber Niederlage, war das Team nach dem Spiel ganz guter Dinge. "Bei uns ist der ganze Rückraum verletzt", erklärt Andreas Pachel, Spielertrainer bei Großenmarpe. "Fünf Spieler fehlen im Kader. Daher haben wir eigentlich damit gerechnet, dass die Partie noch viel schlechter für uns endet. In der ersten Hälfte musste Steinheim sogar ganz schön kämpfen", sagt Pachel und freut sich. Obwohl der HC da nicht gerade in Bestform war, glaubt er, dass das Team den Aufstieg schafft. "Wenn die wollen, sind die eine ganze Ecke stärker als Schlangen", meint er und fügt hinzu: "In der Bezirksliga müssten sie aber noch eine Schippe drauflegen."
Daniel Nunne durfte bei der Partie nicht für sein Team antreten. Im letzten Spiel gegen Grastrup kassierte er in der letzten Minute eine rote Karte. Das kann eine Sperre von bis zu einem Monat zur Folge haben. Aber Nunne hatte Glück: Er musste nur bei einem Meisterschaftsspiel pausieren und ist beim Pokalhalbfinale am nächsten Samstag in Schloß Neuhaus wieder dabei.
HC Steinheim: Festing (Tor), Brändel (7/4), F. Günther (6), Ratanski (6/1), Schröder (3), Tewes (3), Kröger (2), Stock (2), Lörscher (2), Meier (1), Wagner, M. Nunne, Forner.