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28.11.2012
Spannender Dreikampf an der Tabellenspitze
FUSSBALL: Der große Rückblick auf die bisherige Saison in der Kreisliga A Höxter
VON LARS LANGE

Topteams unter sich | FOTO: UWE MÜLLER

Kreis Höxter. Die Kreisliga A ist bereits in der Winterpause. Bereits zwei Spieltage aus der Rückrunde sind absolviert. Vor der Saison wurde im Gegensatz zu den letzten Jahren ein eher einseitiger Titelkampf mit den SV Brenkhausen/Bosseborn in der Hauptrolle erwartet. Dem SV Kollerbeck und der TIG Brakel wurden lediglich Außenseiterchancen eingeräumt, doch diese Prognose bewahrheitete sich in keiner Weise.

Im Abstiegskampf geht es ebenso knapp und spannend zu wie im Kampf um den Titel. Die höchste Kreisspielklasse ist wie schon in den Jahre zuvor wieder extrem ausgeglichen. Faustdicke Überraschungen im Wochentakt, Tore über Tore, sowie manche Kuriositäten machten für die höchste Kreisspielklasse echte Werbung.

Überraschungen

Hier muss als erstes zweifellos TIG Brakel genannt werden. Die Türken legten nach einem etwas holprigen Saisonstart einen sensationellen Lauf hin und gewannen ihre Spiele teilweise mehr als deutlich. Dass die Elf von Spielertrainer und Leistungsträger Erdogan Acar nach 17 Spieltagen Tabellenführer ist, kann schon als kleine Sensation bezeichnet werden. Nach den ersten Partien und der Dominanz des Bezirksligaabsteigers SV Brenkhausen/Bosseborn hätte daran niemand geglaubt.

"Wenn wir erst einmal ins Spielen kommen, dann kann uns keine Mannschaft so schnell aufhalten. Fußballerisch sind wir stark und auch der Wille, Einsatz und die Leidenschaft stimmt. Teilweise haben wir uns dann noch das Glück erarbeitet", erklärte Coach Acar.

Der Verfolger SV Brenkhausen/Bosseborn kann zwar nicht wirklich als Überraschung angesehen werden, doch die zahlreichen starken Auftritte mit den daraus resultierenden Schützenfesten beeindruckte schon. Teilweise waren die Gegner der Elf von Trainer Frank Ewert froh, dass man nicht zweistellig verlor, wobei dieses Ziel auch nicht alle erreichten.

Die zweite große Überraschung der Liga ist die SG Altenbergen/Vörden. Bereits vor einem Jahr wurde die SG als Überraschung der Hinserie gefeiert, doch es folgte eine schwache zweite Saisonhälfte. Doch in dieser Saison macht die junge Mannschaft den Anschein gereift zu sein. Keine Mannschaft verhielt sich so clever wie die Elf von Trainer Theo Meier, der voll des Lobes für sein Team ist: "Es macht Spaß die Truppe zu trainieren. Fußballerisch können die Jungs viel und sind taktisch dazu noch extrem lernwillig. Wir haben eine sensationelle Hinrunde gespielt, doch wir werden unser Saisonziel nicht hochschrauben. Wir gucken weiter von Spiel zu Spiel, denn mit dieser Devise sind wir bislang mehr als gut gefahren". Die Aufsteiger aus Rolfzen und Höxter erledigen ebenfalls einen guten Job und stehen mit Platz acht und neun im gesicherten Mittelfeld.

Enttäuschungen

Die ganz großen Enttäuschungen bleiben in diesem Jahr bislang aus. Lediglich der SV Fürstenau/Bödexen und die SG Dalhausen/Tietelsen/Rothe sind zu nennen. Fürstenau wollte mit dem neuen Trainer Frank Meise vor der Saison wieder ins obere Mittelfeld und attraktiven Fußball bieten. Nach katastrophaler Niederlagenserie und dem zwischenzeitlichen letzten Platz entließ der Vorstand von Fü/BÖ den Ex-Lüchtringer unter der Woche, obwohl die letzten Spiele weitaus besser liefen und eine klare Steigerung zu erkennen war.

Die Mannschaft nahm, laut Trainer, den Kampf inzwischen an und befand sich auf einem guten Weg. Trotzdem steht Fürstenau mit nur einem Punkt Abstand vor den Abstiegsrängen deutlich zu schwach da, da das Team, welches teilweise aus erfahrenen Hasen besteht, mehr Potenzial aufweist.

Beim der SG Dalhausen/Tietelsen/Rothe wurde der Trainer Werner Streich ebenfalls entlassen. Die SG schloss sich vor der Saison zusammen, um personellen Problemen vorzubeugen, doch nach und nach fielen dem Coach teilweise bis zu zwölf Akteure verletzungs-, oder arbeitsbedingt aus. Somit ist der 14. Platz noch am ehesten zu erklären.

TSC Steinheim spielt ebenfalls um den Abstieg mit. Dort hätte die Türken nicht unbedingt jeder erwarteten, da sich das junge Team von Spielertrainer Emrah Celik bislang auf den heimischen Kunstrasenplatz verlassen konnte. Diese Heimstärke kam Steinheim aber abhanden und dazu schwächte sich der TSC immer wieder durch Platzverweise.

Last-Minute-Aufsteiger Reelsen hat erwartet einen schweren Stand, doch der erfahrene Coach Andreas Grützner will nach der Winterpause eine akribische Vorbereitung mit seinem Team absolvieren und dann den Klassenerhalt noch schaffen.

Bestes und schlechtestes Heim- und Auswärtsteam

In der Heimtabelle steht der Spitzenreiter TIG Brakel ganz oben. Auf der heimischen Asche verloren die Türken kein Spiel und trennten sich lediglich einmal Remis. Die zweitstärkste Heimkraft ist Brenkhausen, die allerdings bereits zwei Partien zu Hause verloren. Die beiden Topteams Kollerbeck und Altenbergen haben gar einen kleinen Heimkomplex und holten wesentlich mehr Punkte auf fremden Platz.

Mit nur 15 Punkten belegen die beiden Meisterschaftsanwärter zusammen mit Hembsen und Nethetal Platz drei bis sechs. Zum SV Reelsen reisen die Gegner am liebsten, denn der Aufsteiger holte nur fünf Zähler auf dem eigenen Geläuf, steht somit auf dem letzten Rang und auch die unangenehme Aufgabe auf dem Steinheimer Kunstrasenplatz scheint keine mehr zu sein, da der TSC die zweitschwächste Heimmannschaft stellt.

Mit vier Punkten Abstand thront der SV Kollerbeck auswärts über allen. Die Dölitzsch-Elf verlor lediglich die Partie auf der Istruper Asche und siegte sonst in jedem Spiel, selbst beim SV Brenkhausen/Bosseborn. Wieso sich der Tabellendritte auswärts so viel leichter als zu Hause tut, muss der Trainerfuchs Norbert Dölitzsch schnellst möglich erkennen und den Heimkomplex abstellen, damit der SVK weiterhin im Titelrennen mitmischen kann.
Mit mageren zwei Zählern steht der SV Fürstenau/Bödexen am anderen Ende der Auswärtstabelle und jeder Verein der Liga freut sich wohl wenn der SV gastiert und als Geschenk die drei Punkte beim Gastgeber lässt.

Beste und schlechteste Offensive

Mit extremen Abstand steht der Ex-Bezirksligist Brenkhausen in dieser Kategorie über allen. Mit 76 erzielten Treffern weist die Ewert-Elf einen wahnsinnigen Toreschnitt von etwa 4,5 Toren pro Spiel auf. Ramon Schreiner (17) und Kevin Wilms (16) sind das Traumsturmduo der Liga und führen zusammen Andreas Relzow (17) vom SV Bredenbon und Daniel Wiechers (16) von TIG Brakel die Torschützenliste an. Nachdem fünf Jahre hintereinander Christoph Uebensee, der nun die Schuhe für Beverungens zweite Mannschaft schnürt, den Titel reserviert hatte, bleibt der Kampf um die Torjägerkanone in diesem Jahr spannend wie nie.

Die deutlich schwächste Offensive stellt das Tabellenschlusslicht SV Reelsen, der lediglich 15 Mal traf. Dahinter folgt der TSC und der SV Bergheim mit 24 Treffern. Der SV hat allerdings noch ein Nachholspiel vor der Brust.

Stabilste und wackeligste Defensive

In dieser Kategorie drückt sich die neu gewonnene taktische Cleverness der SG Altenbergen/Vörden perfekt aus. Die Meier-Elf kassierte lediglich zwölft Gegentore in 17 Spielen und weist damit sogar einen besseren Wert als die bezirksligaerfahrende Mannschaft vom SV Brenkhausen auf. Die SG kassierte also noch nicht einmal jedes Spiel einen mageren Treffer. Ein überragender Wert, der sogar dem Bundesligatopniveau entspricht.

Davon kann die SG Dalhausen/Tietelsen/Rothe nur träumen. Sage und schreibe 50 Mal klingelte es im Netz der Urentaler. Daran wird der neue Coach nach der Winterpause wohl als erstes ansetzen müssen. Die Grützner-Elf aus Reelsen ist der härteste Konkurrent im Kampf um diesen zweifelhaften Titel und folgt mit 48 kassierten Kirschen.

Insgesamt fielen in allen bisherigen A-Liga-Partien (vier Nachholspiele stehen noch aus) 543 Tore, was einen Schnitt von 4,15 Treffern pro Partie ergibt. Alle Trainer bemängeln in Regelmäßigkeit die mangelnde Qualität, Abstimmung, sowie taktisches Verständnis in den eigenen Defensivreihen. Für Unterhaltungswert sorgen aber die insgesamt 543 gefallenen Tore allemal.

Trainerwechsel

Insgesamt trainieren bereits vier Übungsleiter, die vor der Serie einen A-Ligisten übernahmen inzwischen nicht mehr das Team. Die Geduld der Vorstände ist im Vergleich zum letzten Jahr deutlich gesunken. Den Rekord für den kürzesten Trainerauftritt hält Reelsens Routinier Bernhard Thöne, der bereits nach drei Ligaspielen und Unstimmigkeiten mit dem Team den Koffer packen musste.

Die Mannschaft wünschte sich Andreas Grützner, der Vorstand tütete alles ein. Die Trainerbaustelle ist beim SV Reelsen also beseitigt. Kurz vor Ende der Rückrunde war auch Spielertrainer und Aufstiegsheld Peter Schmücker beim der Spvg Rolfzen/Sommersell/Entrup sein Amt los. Die Mannschaft sprach sich gegen den erfahrenen Mann aus und wünschte einen sofortigen Trainerwechsel, Chust und Rüsenberg übernahmen. Es bleibt abzuwarten, ob das Interimsduo auch noch nach der Winterpause trainiert oder ein neuer Coach vorgestellt wird.

Dalhausens Werner Streich fiel aus allen Wolken als der Vorstand dem Erwitzer nach der Partie am letzten Sonntag gegen TIG Brakel (2:7) mitteilte, dass neue Reizpunkte gesetzt werden sollen und er kein Coach der SG mehr sei. "Es kam für mich und der Mannschaft sehr überraschend. Ich hatte hier eine tolle Zeit", erklärte Streich, der mit dem SVD in die A-Liga aufstieg.

Letzte Woche zeigte sich auch Fürstenaus Frank Meise geschockt nachdem der SV-Vorstand ihm mitteilte, dass man sich aus sportlichen Gründen von dem Rückkehrer trennen müsse. "In den letzten Spielen war ein positiver Trend zu erkennen", verstand der Ex-Lüchtringer diese Entscheidung nicht. Sowohl in Dalhausen als auch in Fürstenau steht noch kein Nachfolger fest.



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