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27.05.2010
Die Welt von oben
SEGELFLIEGEN: Streckenflug-Wettbewerb auf dem Flugplatz in Porta Westfalica
VON ELKE NIEDRINGHAUS-HAASPER

Modernste Technik | FOTO: ELKE NIEDRINGHAUS-HAASPER

Bad Oeynhausen-Porta Westfalica. Interessante Flugzeuge, gutmütige Oldies, erfahrene Piloten und blutige Anfänger: Zum 41. Mal treten in dieser Woche auf dem Flugplatz Porta Westfalica in Vennebeck Segelflieger aus ganz Deutschland an, um ihre Fertigkeiten im Streckenflug beim Porta Wettbewerb zu messen.

Sanft, beinahe lautlos ziehen die Segelflugzeuge ihre Kreise. Wie ein Schwarm weißer Spielzeugflugzeuge schrauben sich die weißen Kunststoffflieger im Pulk allmählich in die Höhe. Was vom Boden aus elegant, ausgeglichen und ruhig wirkt, ist tausend Meter höher oft ein anstrengender Kampf mit der Sonnen- und Windenergie.
33 Piloten und 21 Flugzeuge werden in diesem Jahr vom Aero Club Bad Oeynhausen-Löhne als Ausrichter beim Wettbewerb um den besten Streckenflieger koordiniert. Aus Mühlheim und Ravensberg, aus Detmold, Melle, Betzdorf, Herford, Minden, Vlotho und Bünde kommen die Segelflieger. Und natürlich aus Bad Oeynhausen und Löhne.

Sieben Wertungstage sind für das Vergleichsfliegen angesetzt, aber gleich zum Auftakt am Pfingstsamstag mussten die Sportflieger neutralisieren. "Aufwinde waren erst gegen 16 Uhr zu erwarten und das war zu spät, um noch eine anspruchsvolle Aufgabe zu stellen", räumt Wettbewerbsleiter Jürgen Strempel ein.

Am Sonntag hatte das Wetter dann ein Einsehen. Die Ostflanke eines Hochs über Großbritannien läutet den ersten Wertungstag ein: Frische Nordseeluft verheißt den Segelfliegern Steigwerte bis zu anderthalb Metern pro Sekunde. Die Tagesaufgabe: Ein rund 200 Kilometer weiter Streckenflug über Bad Essen, Liebenau und Bad Pyrmont in der Club Klasse und für die Gemischte Klasse wurden mit einem Abstecher nach Achmer und Nienburg noch einmal 100 Kilometer draufgelegt. Lothar Hasse aus dem Aero Club Bad Oeynhausen-Löhne hat sich für den Wettbewerb in einem luftfahrttechnischen Betrieb ein besonders leistungsstarkes Segelflugzeug ausgeliehen: Eine DG 808 mit 18 Metern Spannweite, ausgefeilter Technik, einem Klapptriebwerk, einer Gleitzahl von 1:47 (mit einem Meter Höhenverlust kann man 47 Meter weit fliegen) und Wassertanks in den Flächen. Ob die zusätzlichen 100 Liter Wasser in den beiden Flächen das Flugzeug nicht schwerer und damit schlechter steigbar machen? "Das ist wie mit einem
Pingpong-Ball. Wenn man den zum Werfen mit Wasser füllt, dann fliegt er deutlich weiter. Das zusätzliche Gewicht kompensiert das schlechtere Steigen deutlich", erklärt der Segelflieger.

Lothar Haase ist einer der Pioniere des Porta Wettbewerbes. 1975 stand der damals 25-Jährige zum ersten Mal am Start. Und zwar mit einem damals nagelneuen Astir. Inzwischen genügt das Kunststoffflugzeug längst nicht mehr den Ansprüchen des Streckenfliegers, der seit 1975 keinen einzigen Wettbewerb ausgelassen hat und meist am Ende der Woche oben auf dem Siegertreppchen steht.

Auf den 41. Porta Wettbewerb hat sich der mit 4.400 Flugstunden und 22.500 Streckenkilometern besonders erfahrene Pilot speziell vorbereitet: "Zusammen mit meinen Kollegen Bernd Amann und Ingo Mesterheide habe ich mich von Europameister Reinhard Schramme für den Wettbewerb schulen lassen. In dieser Woche wollen wir als Team mit drei Flugzeugen zusammen und in Sichtweite fliegen", erzählt Lothar Haase. Das Ziel: "Wir wollen zu dritt ganz vorne liegen", kündigt der Streckenflieger an.
Auf der Suche nach Aufwinden wird auch in dieser Woche so mancher Pilot statt auf einem Landeplatz auf einem Acker landen. Die täglichen Wertungsergebnisse gibt es unter:
www.portawettbewerb.de


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