Bad Oeynhausen. Holm Holger Hebestreit wirkt entspannt. Ganz offensichtlich freut sich der der 36-jährige Spielertrainer des Fußball-Bezirksligisten FC Bad Oeynhausen II auf die neue Saison. Dabei stand kurzfristig sogar sein Karriereende als spielender Übungsleiter zur Debatte.
"Ja, ich habe überlegt, ob ich nicht nur noch Trainer sein sollte. Aber nach kurzen Gesprächen mit Mannschaft und Umfeld sind wir doch zu der Auffassung gekommen, dass es besser ist, wenn ein erfahrener Mann hinten die Abwehr organisiert", sagt Hebestreit bei der Teamvorstellung am Sonntagmorgen. Die Erfahrung des "Langen" wird sicherlich notwendig sein, denn die Bad Oeynhausener Landesliga-Reserve wird ihre Abwehr neu ausrichten. Geplant ist eine Umstellung von Dreier- auf Viererkette. "Das macht absolut Sinn, weil die 1.Mannschaft auch so spielt", rechtfertigt Hebestreit den Plan. Der Denker und Lenker der neuen FCO-Defensive wird er selbst sein, und die dann packen hinten die Spieler aus dem 24er-Kader zu, die ebenfalls Erfahrung mit dem Verhindern von Toren haben: Markus Wilke (27) und Juri Wiens (27) zum Beispiel, aber auch die griffigen Jungspunde Jakob Klassen (21), Benjamin Bley (20) oder Corin Gieselmann.
Die Badestädter bereiten sich auf eine hammerharte Saison vor, denn das zweite Jahr nach einem Aufstieg ist bekanntlich das schwierigste. Die Gegner unterschätzen die eigene Mannschaft als Neuling nicht mehr, und die eigenen Spieler sind mitunter nicht mehr so giftig wie noch im Aufstiegsjahr. Holm Hebestreit hat in seinem Kader drei Torwarte, die sich um den Stammplatz bewerben. Frank Suchowitz, der in der vergangenen Saison für seinen Bruder Christian einsprang , ist mit 28 Jahren der erfahrenste im Trio. Vor vielen Jahren spielte Suchowitz beim Landesligisten Winterberg, gab aber nach einem schweren Motorradunfall das Fußballspielen auf. Jetzt scheint es den Keeper wieder gepackt zu haben, und Holm Hebestreit ist mit den gezeigten Leistungen sehr zufrieden. Mit Dennis Schmidt (18), von den Freien Turnern Dützen zum FCO gewechselt, und mit dem 22-jährigen Florian Bernau vom TuS Victoria Dehme stehen zwei weitere Torwarte bereit.
Mit elf Abgängen und neun Zugängen ist die Mannschaft von der aus der vergangenen Saison nicht wiederzuerkennen. Ein Vorteil, wie Hebestreit vermutet, denn dadurch könnte die Last der schweren, zweiten Saison nach einem Aufstieg, leichter zu stemmen sein. "Das ist eine ganz schön gemischte Truppe, aber das ist normal für eine zweite Mannschaft. Außerdem sind die Neuzugänge hungrig, und das ist auch gut so", sagt Hebestreit.
Mit seiner Landesliga- und Bezirksligamannschaft scheint der Verein FC Bad Oeynhausen attraktiv genug zu sein, um die eigenen Talente zu halten. Das sei so gewünscht und gehöre zur Vereins-Philosophie, wie Hebestreit herausstellt. Sechs A-Jugendliche habe der FCO in die Seniorenteams übernommen, zwei sind für "Erste" nominiert, vier Talente für die "Zweite". Mit eigenen Leuten soweit wie möglich zu kommen ist eine Strategie, die viele Vereine versuchen umzusetzen, beim FC Bad Oeynhausen scheint diese Strategie langsam Früchte zu tragen.
Bezogen auf die kommende Bezirksliga-Saison hat Holm Hebestreit den frühzeitigen Klassenerhalt als oberstes Ziel ausgegeben. Mit der Systemumstellung in der Abwehr, den vielen neuen Spielern und einem Durchschnittsalter von 23 Jahren hält der FCO-Spielertrainer diese Vorgabe als angemessen. "Die Saison wird ein Ritt auf der Rasierklinge", sagt Hebestreit, der den SV Rödinghausen als klaren Favorit auf den Titel sieht. "Bei dem, was die dort investiert haben, wäre alles andere als der Meistertitel wohl eine Enttäuschung", bekräftigt auch Teammanager Jens Darlath, der sich als Vermittler zwischen Reserve und Vorstand versteht, die Einschätzung. Nun fehlt dem FCO II noch ein Co-Trainer, der Holm Holger Hebestreit vor allem während der Meisterschaftsspiele unter die Arme greift. "Ich möchte auf der Auswechselbank keinen Kindergeburtstag", sagt der "Lange". Er habe zwei Kandidaten im Auge und werde zeitnah Gespräche führen.