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02.08.2010
Was sich nicht planen lässt
FUSSBALL-LANDESLIGA: SC Herford stellt 28-köpfigen Kader für die neue Saison vor
VON DIRK KRÖGER

Die "Neuen" in Herford

Herford. Der SC Herford übt sich in Bescheidenheit. "Ein Aufstieg lässt sich nicht planen", sagt Trainer Jürgen Prüfer. "Wir werden auch Rückschläge einstecken müssen", ist sich der sportliche Leiter Georg Koch sicher. Und entsprechend fällt die Formulierung des Saisonziels vorsichtig aus. "Wir wollen ganz vorn angreifen", heißt es schließlich während der offiziellen Mannschaftsvorstellung am Hotel Waldesrand.

Dabei ist es ein offenes Geheimnis, dass der Sport-Club die Landesliga unbedingt nach oben hin verlassen will. "Im Winter haben wir forsche Töne angeschlagen und sind damit auf die Nase gefallen", erklärt Jürgen Prüfer die Gründe für die neue Bescheidenheit. Und Georg Koch hat sich als vorrangiges Ziel auf die Fahnen geschrieben, dem Verein ein anderes Gesicht nach außen hin zu geben. Das betrifft die Außendarstellung der Fußballabteilung insgesamt ebenso wie die Disziplin in der Mannschaft. "Wir sind in der Vergangenheit oft als überheblich und arrogant bezeichnet worden", sagt er. Und genau das soll sich ändern - mit professioneller Arbeit.

Zu dieser Arbeit gehört ein Trainingslager, das der Verein von Freitag früh bis gestern Nachmittag abhielt. Und da hatte Koch schon zweimal Dank zu sagen. Zum einen an das Hotel Waldesrand, das für eine Rundum-Verpflegung des Landesliga-Aufgebots sorgte, zum anderen an die Sport-Reha Herford, die in Person von Rudi Klassen für das gesamte Wochenende einen Physiotherapeuten abstellte.

Natürlich dient das Trainingslager auch zum Zusammenschweißen der Mannschaft. Die Umsetzung dieser im Fußball wichtigen Maßnahme dürfte nicht ganz leicht fallen, denn der Kader des Sport-Clubs ist groß, sehr groß. Er besteht aus 25 Feldspielern und drei Torhütern. Und es gab wieder eine recht starke Fluktuation im Kader, denn 15 der 28 Spieler gehörten in der Vorsaison noch nicht dem Herforder Landesliga-Kader an. "Wir haben die Mannschaft verjüngt - das ist einfach der Weg, den der SC Herford gehen sollte", sagt Georg Koch und fügt an: "Wir haben aber auch Spieler geholt, die uns sportlich weiter bringen. Ich gehe sehr zuversichtlich in die neue Saison hinein, weil wir auf allen Positionen doppelt besetzt sind."

Der sportliche Leiter des Vereins sieht sowohl im Spielerkader, als auch im Trainergespann eine "gute Mischung". So soll sich Tom Klitzing, selbst gerade einmal 22 Jahre jung und zuletzt als B-Jugend-Coach des Sport-Clubs tätig, in erster Linie um die ganz jungen Spieler kümmern. Und wenn die während der Saison nicht in den Meisterschaftsspielen zum Einsatz kommen sollten, wird angestrebt, für eine U-23-Auswahl eine größere Anzahl an Freundschaftsspielen abzuschließen.

Zwei Wochen vor dem Saisonstart sieht Cheftrainer Jürgen Prüfer (Koch: "Er gibt die Richtung vor!") seine Schützlinge auf einem guten Weg. "Wir müssen in der Vorbereitung viel ausprobieren", sagt er, "und das hat Höhen und Tiefen zur Folge. Aber auch die Tiefen bringen uns weiter." Prüfer sieht einen sehr großen Konkurrenzkampf im Kader, besonders im offensiven Bereich. "Am weitesten sind wir in der Abwehrreihe, auch das defensive Mittelfeld steht schon so ziemlich", erklärt er, "aber nach vorn hin ist einfach noch alles offen." Sicher, dass er spielen wird, ist auf jeden Fall Tolga Evcimen. "25", antwortet er auf die Frage, wie viele Tore er in der nächsten Saison schießen wird.

Trotz der vielen Neuzugänge hat der SC Herford laut Koch seinen Etat im Vergleich zur Vorsaison herunter gefahren. "Viele unserer neuen Spieler sind wegen der sportlichen Perspektive gekommen. Aber zum Teil haben wir ihnen auch Arbeitsplätze besorgt - und das ist heutzutage ja wichtiger als Bargeld", weiß er. Lokalsportseite 3


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