FUSSBALL: Entwarnung bei Kutenhausens Arne Rodenberg / Halbfinale komplett Ersehntes Erfolgserlebnis für FCO / Christoph Kuhlmann zwei Spiele gesperrt
Minden/Bad Oeynhausen. Das Gute vorweg: Der Kutenhausener Arne Rodenberg ist wieder zu Hause. Der Verdacht einer schweren Knieverletzung bestätigte sich nicht. Der 19-Jährige zog sich beim abgebrochenen Pokalspiel am Mittwoch gegen den FC Bad Oeynhausen "nur" eine schmerzhafte Knieprellung zu.
In diesem Viertelfinalspiel hatte Landesligist FC Bad Oeynhausen bereits mit 3:0 zur Pause geführt und den Vorsprung bis in die Nachspielzeit verwaltet. Fünf Minuten wollte Schiedsrichter Karsten Krebs beide Teams nachsitzen lassen, was FCO-Trainer Rolf Kuntschik auf die Palme brachte.
"Das kann ich nicht nachvollziehen", schimpfte der 51-jährige Pädagoge, der vor einigen Jahren übrigens Lehrer des verletzten Arne Rodenberg war. Gerade mal drei Minuten in dieser Nachspielzeit waren absolviert, da grätschten der ehemalige Kuntschik-Schüler und Bad Oeynhausens Alexander Hermann so unglücklich zum Ball, dass Rodenberg mit schmerzverzerrtem Gesicht und laut schreiend am Boden liegen blieb.
Nach Rücksprache mit dem Schiedsrichter und dem anwesenden Pokal-Spielleiter Thomas Schickentanz einigten sich beide Mannschaften auf Spielabbruch, da Rodenberg zunächst auf dem Platz behandelt wurde und anschließend noch knapp eine Stunde lang im Notarztwagen. Die anschließende Röntgenuntersuchung im Klinikum ergab nach Auskunft von Rodenbergs Mutter die erwähnte schwere Knieprellung und somit Entwarnung.
Rein sport-rechtlich müsste Thomas Schickentanz das Spiel neu ansetzen und Kutenhausen/Todtenhausen offiziell verzichten. SVKT-Geschäftsführer Dieter Rademacher kündigte gegenüber dem Pokal-Spielleiter an, den Verzicht bereits vorzeitig zu verkünden. Gestern Abend soll diese Willenserklärung im DFB-Mailpostfach bei Thomas Schickentanz eingegangen sein.
"In diesem Falle kann ich die Begegnung direkt mit 2:0 für Bad Oeynhausen werten", sagte Schickentanz auf Anfrage. Somit stehen die beiden Halbfinal-Begegnung fest. Am Dienstag, 14.September empfängt Landesligist FC Bad Oeynhausen Klassenpartner RW Maaslingen, und am Mittwoch, 15.September spielen die beiden Bezirksligisten SV Hausberge und FT Dützen gegeneinander. Anstoß beider Partien ist bereits um 18 Uhr, weil weder der FCO noch Hausberge über Flutlicht verfügen.
Ein Nachspiel wird die Begegnung für FCO-Abwehrspieler Christoph Kuhlmann haben. Seine "Notbremse" in der 64.Minute legte Schiedsrichter Karsten Krebs als leichtes Foulspiel aus, sodass Kuhlmann nicht wie befürchtet vier Wochen gesperrt ist, sondern nur zwei. Die Sperrstrafe sei bereits ausgesprochen, wie Thomas Schickentanz sagte, und gilt bis zum 14.September, maximal aber zwei Pflichtspiele.
FCO-Trainer Rolf Kuntschik hätte sich bei diesem Tackling, das auch in den Augen des Referees dem Ball galt, "etwas mehr Fingerspitzengefühl" von Krebs gewünscht. Allerdings bekam der Maaslingener den entscheidenden "Tipp" von seinem Linienrichter Tristan Eppelt und hatte dann offenbar keine Entscheidungsfreiheit mehr.
Diese Phase des Spiels war dann auch bezeichnend für den bisherigen FC Bad Oeynhausen in dieser Saison. Mit 3:0 in Führung liegend schlichen sich plötzlich unerklärliche Abspielfehler im Mittelfeld ein. Simon Waterbär war es dann, der Kuhlmann durch seinen halbherzigen Rückpass der Marke "nicht Fisch nicht Fleisch" in die blöde Lage brachte, seinen Gegenspieler etwas ungelenk in die Parade zu fahren und dafür "Rot" zu sehen.
Das hatte auch Rolf Kuntschik erkannt und wird das Thema sicherlich zur Sprache bringen. Der Bezirksligist wurde in der Schlussphase des Spiels regelrecht aufgebaut, doch im Gegensatz zum westfälischen Pokalaus, als der FCO in Erkeln fünf Minuten vor Schluss mit 3:1 führte und noch 3:4 verlor, retteten sich die Badestädter ins Ziel. "Wichtig ist, dass wir das Spiel gewonnen haben", resümierte der FCO-Coach. Auch die dominante Art und Weise der ersten 60 Minuten dürfte den Trainer zufrieden gestellt haben. Der Landesligist war hoch konzentriert, stets griffig und bestimmte über weite Strecken das Spiel. Das erhoffte Erfolgserlebnis ist da, nun muss es die Mannschaft nutzen.
Es war insgesamt ein munteres und ausgesprochen faires Viertelfinalspiel. SVKT-Spielertrainer Christian Möller wirkte zufrieden. "Das war von meinen Jungs in Ordnung. Sie haben bis zum Schluss Einsatz gezeigt und insgesamt gut mitgehalten", so der 33-Jährige, der vor sechs Jahren das Trikot des FCO trug. Für einen Sieg kam seine Mannschaft aber nie in Frage.