Lübbecke. Die Handballsaison geht zu Ende, die letzten Heimspiele stehen an, Verabschiedungen vor oder nach den Begegnungen sind an der Tagesordnung. Etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen wird dies beim TuS Nettelstedt, denn der Aderlass beim Frauen-Regionalligisten ist groß. Gleich sechs Spielerinnen gehen: Tina Kottkamp und Silke Altvater als letzte Nettelstedterinnen im Aufgebot, Denise Möller, Kirsten Gümmer, Barbara Wojchiekowska und Torhüterin Melanie Schellhase.
"Wir stehen vor einem großen Umbruch, wobei ich von der Entwicklung etwas überrollt worden bin", gestand Trainer Jerry Meyer auf Nachfrage. Bereits vermeldet wurde die Rückkehr von Denise Möller zur HSG Stemmer/Friedewalde. Barbara Wojchiekowska war eigentlich noch vertraglich an den TuS Nettelstedt gebunden, wechselt jedoch zum Zweitliga-Aufsteiger TV Oythen (Meyer: "Wir wollten ihr den Weg nicht verbauen"). Der Entschluss vonTina Kottkamp und Kirsten Gümmer, in der kommenden Saison nicht mehr zur Verfügung zu stehen, kam für den TuS-Coach überraschend.
Zudem verzögert sich die bereits vermeldete Rückkehr von Anke Hermening zur nächsten Saison. Sie kommt aus beruflichen Gründen wahrscheinlich erste Ende des Jahres. "Damit besteht für die neue Saison noch Handlungsbedarf", betonte Jerry Meyer und ist fieberhaft auf der Suche, sein bereits im Verlaufe der Saison um Monique Benstein und Miriam Langner reduziertes Aufgebot wieder zu ergänzen. Gabi Korandova, Lena Antal, Nina Kuhlmann, Annika Bier und Torhüterin Bianca Kostka bleiben von der Mannschaft, die am Samstag das letzte Saisonheimspiel gegen Absteiger HSG Siebengebirge-Thomasberg bestreitet. "Zwei weitere Spielerinnen und eine junge Torhüterin kommen auf jeden Fall hinzu", sagte Jerry Meyer, ohne allerdings Namen zu nennen, und ergänzte: "Das reicht aber noch nicht".
"Ein komisches Gefühl" hat der Nettelstedter Trainer vor dem letzten Saisonheimspiel noch aus einem anderen Grund. Sein Freund Markus Schütz, mit dem er sich in der Vergangenheit regelmäßig über das Geschehen in der Frauen-Regionalliga austauschte, ist nicht mehr Trainer der HSG Siebengebirge-Thomasberg. Im fünften Jahr seiner Tätigkeit war Schütz wegen einiger Personal-Maßnahmen in Ungnade gefallen und vorzeitig entlassen worden. "Mit einem Sieg hätten wir die sechs Punkte, die ich aus den letzten vier Saisonspielen haben wollte, bereits sicher", betonte Jerry Meyer. Am 9. Mai geht es für den TuS Nettelstedt noch zum TV Strombach, wobei allerdings bereits Kirsten Gümmer und Lena Antal fehlen.
Wie in der Frauen-Regionalliga stehen auch in der Frauen-Oberliga noch zwei Spieltage auf dem Programm. In der Frauen-Oberliga feierte der TV Lenzinghausen aber bereits am vergangenen Wochenende die Meisterschaft, verzichtet jedoch auf den Aufstieg in die Regionalliga (der Tabellenzweite TV Schwitten rückt nach). Als Absteiger stehen TuS Müssen-Billinghausen (zurückgezogen) und TVArnsberg fest.
In den übrigen Frauen-Ligen klingt die Saison am kommenden Wochenende aus. Um Meister der Frauen-Verbandsliga zu werden, benötigt der VfB Holzhausen einen Sieg im Kreisduell bei HSG Stemmer/Friedewalde II. Außerdem kämpft die HSG Hüllhorst im Heimspiel gegen Holzhausens Verfolger HSG EURo um den Klassenerhalt (alle Spiele werden zum Saisonfinale am Samstag um 17 Uhr angepfiffen).EURo liegt wie Greven II einen Punkt hinter Holzhausen.
In der Frauen-Landesliga stehen mit TuS SW Wehe, TuS Lahde-Quetzen und dem Wiedenbrücker TV bereits alle drei Absteiger fest. Tabellenführer TSV Oerlinghausen reicht ein Punkt im Heimspiel gegen Tura Elsen zur Meisterschaft. TuS Nettelstedt II braucht ebenfalls einen Punkt aus der Partie in Mennighüffen zur Vizemeisterschaft. Den Aufstieg in die Frauen-Landesliga haben bereits Eintracht Oberlübbe II und TG Herford gefeiert. Entscheiden ist auch die Abstiegsfrage: TuS Minderheide und TVC Enger müssen in die Kreisliga zurück. Als Meister der Frauen-Kreisliga steigt der SC Petershagen auf.