Lübbecke. "Ich möchte jetzt ein Jahr trainingsfrei". Enno Eller, Chef der Viererkette des Fußball-Landesligisten FC Preußen Espelkamp, war am Pfingstmontag nach dem 9:2-Sieg in Dützen total platt. "So viel bin ich selten zuvor gelaufen", meinte Eller zu dem fast 90-minütigen Powerplay des Tabellenführers, der sich mit dem Kantersieg in eine günstige Ausgangsposition vor dem Saisonfinale gegen den FC Bad Oeynhausen brachte.
Ellers Partner in der Innenverteidigung, Michael Wessel, ging es ähnlich. "Wann ist Sonntag Treffpunkt?", lautete seine nicht ganz ernst gemeinte Frage an Trainer Uwe Korejtek - in der Hoffnung, unter der Woche nicht mehr trainieren zu müssen. Torjäger Christian Gieselmann lag total ausgelaugt auf dem Rasen. "So viele Meter habe ich noch nie zuvor in einem Spiel zurück gelegt", meinte Gieselmann, der drei Treffer markierte und großen Anteil an dem Kantersieg hatte.
"Wir werden es vor dem letzten Spiel ganz ruhig angehen lassen, die vergangenen Wochen haben extrem viel Kraft gekostet", weiß Korejtek, der von dem "unglaublichen Willen" seiner Mannschaft angetan war. Sicherlich war auch ihm dabei nicht entgangen, dass die Akteure FT Dützens nicht mit der letzten Entschlossenheit in die Zweikämpfe gingen. "Doch ich ziehe den Hut vor den Spielern, die permanent versucht haben, Druck zu entwickeln, um Dützen in die Knie zu zwingen", so Korejtek.
Nun gilt es in dieser Woche in Espelkamp ganz sachlich mit dem bevorstehenden Finale gegen den FC Bad Oeynhausen umzugehen. "Erst einmal müssen wir das Spiel gewinnen. Und das wird bestimmt kein Selbstläufer", versucht Korejtek die Erwartungen ein wenig zu dämpfen. Gleichwohl weiß er natürlich auch, dass seine Mannschaft und er am kommenden Sonntag gegen 16.45 Uhr Geschichte geschrieben haben könnten - wenn denn der Aufstieg in die Westfalenliga tatsächlich gelingen sollte.
"Wo wir jetzt wieder das Heft des Handeln in der Hand haben, freue ich mich auf die Partie. Ich gehe davon aus, dass das Albert-Pürsten-Stadion von sehr vielen Zuschauern besucht wird, um uns zu unterstützen", glaubt Korejtek an eine stattliche Zuschauerkulisse.
Außerdem hat er im letzten Saisonspiel noch einen Trumpf im Ärmel. Angreifer Patrick Rossel hat seine Sperre abgesessen und kann wieder aktiv daran mitwirken, den Aufstieg in die Westfalenliga perfekt zu machen. "Ich habe schon zu viele Überraschungen im Fußball erlebt. Wir haben zwar eine gute Ausgangsposition, doch gewonnen ist noch gar nichts", so Korejtek, dessen Hauptaufgabe in der Trainingswoche und dem sonntäglichen Spiel darin liegen wird, die notwendige Balance zwischen defensiver Sicherheit und offensiver Angriffslust zu finden. "Der FC Bad Oeynhausen ist ein ganz anderes Kaliber als Dützen", weiß Korejtek um die Schwere der Aufgabe.