Lübbecke (wib). Das Derby am 27. September in Lübbecke wirft seine Schatten voraus - allerdings nicht in sportlicher Hinsicht. Das Verhalten der jugendlichen Fangruppierungen, die Suptras auf Lübbecker und das Commando auf Mindener Seite, war beim indirekten Aufeinandertreffen der beiden Bundesligisten des Kreises einmal mehr auffällig.
Am ersten Abend des Spielothek-Cups in Lübbecke gab es Sachbeschädigungen am Gummersbacher Mannschaftsbus und - als die Polizei bereits abgezogen war - eine Prügelei, die trotz unterschiedlicher Darstellungsweise offensichtlich zum Nachteil der nur kleinen Mindener Gruppe war. Diese konterte am Finalspieltag in der Kampahalle mit einem verbalen Tiefschlag, wobei sie es auf den von GWD über Hamburg nach Lübbecke gewechselten Arne Niemeyer abgesehen hatte. "Niemeyer muss sterben" schallte es aus der Commando-Ecke.
GWD-Manager Horst Bredemeier begab sich während der ersten Halbzeit des Endspiels TuS N-Lübbecke - Gummersbach in den Fanblock und wirkte beruhigend auf die überhitzten Gemüter ein. Es blieben - auch aus der in der anderen Hallenecke untergebrachten Suptras-Gruppierung - die üblichen beleidigenden Gesänge. Ein Aufeinandertreffen der beiden Gruppierungen wurde nach Spielschluss vermieden.
"Es gibt nichts zu beschönigen. Sportliche Rivalität ist gut, aber es kann nicht sein, dass zu jedem Spiel die Polizei kommen muss", meinte TuS-Wirtschaftsbeiratssprecher Armin Gauselmann und registrierte "unter dem Deckmantel von Fans auf Krawall gebürstete Sprüche, die nichts mehr mit Jux zu tun haben". Armin Gauselmann möchte eine ganz klare Grenze ziehen, kündigte aber zuvor noch Gespräche mit Geschäftsführer Uwe Kölling und Teammanager Zlatko Feric an, zudem müsse auch der Wirtschaftsbeirat dazu gehört werden. "Beide Vereine sind gefordert, darüber nachzudenken. Mein Wunsch wäre es, wenn auch beide gemeinsam handeln würden", ergänzte Armin Gauselmann.
"Wir müssen uns vor dem Derby auf jedem Fall zusammen setzen", sagte Horst Bredemeier auf Nachfrage zum Gesprächsangebot des Nachbarn. Er möchte die jugendlichen Fans allerdings nicht ausgrenzen. "Dann rotten sie sich vor der Halle zusammen. Wir müssen den Dialog suchen und wachsam sein. Es ist schwierig, aber man kann nicht alle über einen Kamm scheren", meinte der GWD-Manager und erläuterte, dass sich der Verein in ständigem Kontakt mit der Polizei befinden würde. Wichtig sei für ihn, dass die rechte Szene keinen Nährboden finde, was bislang auch nicht der Fall sei. Außerdem habe es in der vergangenen Saison bei 17 Heimspielen nur einen Vorfall bei der Begegnung gegeben.
"Mit graut schon vor dem Derby - jedenfalls in dieser Hinsicht", gestand jedoch Armin Gauselmann. Als Gastgeber möchte der TuS N-Lübbecke natürlich am allerwenigsten, dass am 27. September ein Schatten auf das Derby fällt.