HANDBALL: Drei Fans der "Suptras Nettelstedt 05" äußern sich zu der aktuellen Situation und dem ausgesprochenen Hausverbot
Lübbecke. "Das Verbot schmerzt, doch wir werden uns daran halten". Philipp Selig, Christian Griese und Maik Gössling haben die bisherige Anonymität der "Suptras Nettelstedt 05" verlassen und sich zu Wort gemeldet. Die Fan-Gruppierung des Handball-Bundesligisten TuS N-Lübbecke war nach den Vorkommnissen beim Spielothek-Cup ebenso wie das aus Minden stammende "Commando 1924" mit einem Hausverbot in der Lübbecker Kreissporthalle bis auf weiteres belegt worden.
Vor dem bevorstehenden Derby zwischen dem TuS N-Lübbecke und GWD Minden am Sonntag, 27. September, in Lübbecke, hatten die Verantwortlichen des TuS N-Lübbecke in den vergangenen Tagen desöfteren verlauten lassen, sie befürchteten erneut Schlägereien. "Wir werden definitiv nicht da sein , nicht in und auch nicht vor der Halle. Wir wollen keinen weiteren Ärger. Niemand muss vor uns Angst haben, diese Angst ist unbegründet", erklären die drei Suptras-Vertreter unisono.
"Es ist teilweise Mist passiert, das sehen wir ein. Doch wir sind auf keinen Fall gewaltbereite Radaubrüder", erklären Selig, Griese und Gössling in einem Gespräch mit der Neuen Westfälischen, zu dem sich das Trio nach Absprache mit der gesamten Gruppierung entschlossen hat.
Entstanden sind die "Suptras Nettelstedt 05" im Jahr 2005. "Oberste Priorität hat immer die Unterstützung der Mannschaft gehabt. Und dafür haben wir weder Mühen noch Kosten gescheut und einen großen Teil unserer Freizeit geopfert. Wir wollten ein wenig frischen Wind in die Fan-Bewegung bringen", sagt Maik Gössling. "Nach dem damaligen Erstligaabstieg hat sich das bei uns konkretisiert, so in einer Art Jetzt-Erst-Recht-Stimmung. Wir sind wesentlich jünger als der alte Lübbecker Fan-Club, die Red Devils, wo einige von uns auch schon mitgemacht haben. Der Altersdurchschnitt liegt zwischen 17 und 23 Jahren. Unter anderem war unsere Absicht, mehr junge Leute an uns zu binden", sagt Christian Griese. Der "harte Kern" der Suptras umfasst ungefähr 20 bis 25 Personen. Dazu gesellen sich desöfteren Freunde aus dem Umfeld dieser Personen.
Auf die Rivalität zwischen den beiden Fan-Gruppierungen Suptras und Commando angesprochen, fließen allerdings nicht mehr so viele Informationen. "Wir sind am Freitagabend nach den ersten beiden Spielen des Spielothek-Cups von den Mindenern vor der Halle abgepasst und angegriffen worden, nachdem wir den TuS N-Lübbecke unterstützt hatten", lautet die Darstellung der Suptras.
Kurz zuvor hatten sich die Suptras mit dem TuS N-Lübbecke darauf geeinigt, bei künftigen Heimspielen des TuS N-Lübbecke den an der Halle arbeitenden Sicherheitsdienst personell zu unterstützen.
"Damit sollten und wollten wir zeigen, dass wir den in der Zweitligasaison in Hamm verursachten Schaden wiedergutmachen", so Maik Gössling. Warum man sich wenige Minuten später mit den Mitgliedern des Commando 1924 ein Handgemenge lieferte, kann keiner der drei wirklich erklären.
Und so bleibt weiterhin viel Klärungsbedarf für alle Beteiligten: sowohl für die "Suptras Nettelstedt 05" als auch die Verantwortlichen des TuS N-Lübbecke. "Wir haben eigentlich immer ein gutes Verhältnis zu Zlatko Feric und Uwe Kölling gehabt, die Gespräche sind in sehr freundschaftlichem Umgangston verlaufen", erzählen Selig, Griese und Gössling. Christian Griese beispielsweise wurde von Uwe Kölling am zweiten Tag des Spielothek-Cups zu seinem Privatwagen auf dem Parkplatz der Kampa-Halle begleitet, um möglichen Schaden von ihm abzuwenden.
Das Hausverbot hat die Fan-Gruppierung schwer getroffen, doch "wir akzeptieren diese Entscheidung". Auf der anderen Seite hoffen die Suptras nach wie vor, dass es in naher Zukunft zu einer Annäherung mit den Verantwortlichen des TuS N-Lübbecke kommt. Was wohl mit dem anderen Fan-Club des TuS N-Lübbecke, den Red Devils, eher ausgeschlossen erscheint. "Da herrscht Eiszeit", so die drei übereinstimmend.