Espelkamp. Das Kapitel Christian Gieselmann beim FC Preußen Espelkamp ist beendet. Trainer Uwe Korejtek suspendierte den 21-Jährigen am Montag vom Spielbetrieb, Preußens Fußball-Obmann Alexander Lang stärkte dem Trainer daraufhin den Rücken.
Am Sonntag war Gieselmann nach seiner Auswechslung im Eiltempo zur Kabine gespurtet, hatte der Tür einen Tritt verpasst und sich dann auf den Heimweg begeben. "Dieses Verhalten kann ich nicht dulden. Er hat sich am Montag per SMS bei mir gemeldet und mir mitgeteilt, er werde ab sofort in der zweiten Mannschaft spielen. Das hat das Fass dann endgültig zum Überlaufen gebracht. Nach so einem Verhalten muss man in einem persönlichen Gespräch aufeinander zugehen, aber nicht so reagieren. Unter mir wird Christian Gieselmann nicht mehr zum Kader zählen", sagt Trainer Uwe Korejtek, der in den vergangenen Wochen "viele Dinge unter der Decke gehalten hat".
Fußball-Obmann Alexander Lang kann die Maßnahme Uwe Korejtek nachvollziehen. "Der Trainer hat die volle Unterstützung. Hinter den Kulissen sind in den vergangenen Monaten einige Dinge gelaufen, die nicht in Ordnung waren. Vielleicht hat sich Christian Gieselmann vom Verein und der Mannschaft entfernt. Was er am Sonntag nach seiner Auswechslung getan hat, ist nicht zu tolerieren", so Alexander Lang, der zuvor noch die vage Hoffnung ausgesprochen hatte, vielleicht kämen die beiden Seiten noch einmal zusammen. "Das wird es nicht geben. Ich bin ein konsequenter Mensch und ziehe diese Linie durch", sagt Uwe Korejtek.
Mit Christian Gieselmann verliert der ambitionierte Fußball-Landesligist einen der herausragenden Fußballer der vergangenen Jahre. Mit den A-Junioren stieg Gieselmann von der Bezirks- über die Landes- in die Westfalenliga auf. Zudem war er auch an dem Aufstieg der ersten Mannschaft in die Landesliga beteiligt. In der vergangenen Saison wurde er mit 21 Treffern sogar Torschützenkönig der Landesliga. Trotz einiger Angebote anderer Vereine blieb er bei den Espelkamper Preußen.
In der aktuellen Saison kam Christian Gieselmann allerdings überhaupt nicht mehr an die Form der vergangenen Serie heran. "Ich habe ihn mehrfach darauf hingewiesen, dass man nur mit viel Training in eine gute körperliche Verfassung kommt. Ich hatte bis zuletzt darauf gehofft, dass er das verstanden hat. Aber die Aktion am Sonntag hat mir gezeigt, dass es einfach keinen Zweck mehr hat, weiterhin zusammen zu arbeiten", begründet Uwe Korejtek seine drastische Entscheidung.
Defensivspieler Marco Radtke, der sich am vergangenen Sonntag kurz vor dem Abpfiff in Richtung Kabine davon gemacht hatte, hat dagegen keine weiteren Reaktionen zu befürchten. "Er hat sich noch am Sonntag bei mir entschuldigt, die Angelegenheit ist damit für mich erledigt", sagt Uwe Korejtek zu dieser Personalie.