Lübbecke (wib/helm). Sowohl die kleinen grünen Pfeile, die aufwärts zeigen, als auch die roten für die Abstiegsplätze fehlen in den amtlichen Handballtabellen. Sie werden auch nicht so schnell auftauchen, weil die endgültigen Entscheidungen über Auf- und Abstieg hauptsächlich vom Abschneiden der westfälischen Vereinen in der Regionalliga abhängig ist. Zwar gilt die Oberliga als Puffer, um bei insgesamt sechs Absteigern in der Männer- und fünf in der Frauen-Regionalliga die Westfalen aufzufangen, doch könnte es Auswirkungen bis zu den Kreisligen haben.
Auch ohne grünes Pfeilchen gerät die HSG Hüllhorst immer mehr in den Verbandsliga-Fokus. "Das Nachholspiel kam etwas zu früh. Wir wären gern noch ein bisschen hinterher geschlichen", kommentierte Trainer Hartmut Rittersberger die Übernahme der Tabellenführung nach dem 30:22-Sieg bei SF Loxten (die NW berichtete bereits). "Jetzt können wir auf jeden Fall nicht mehr absteigen", meinte er schmunzelnd zu den 24 Punkten, die jetzt auf dem HSG-Konto sind. "Hüllhorst war besser als wir. Die Niederlage geht in Ordnung, auch wenn sie vielleicht einige Tore zu hoch ausgefallen ist", resümierte Loxtens Obmann Horst Grube und prognostizierte: "Wir haben gegen den künftigen Aufsteiger verloren. Hüllhorst ist stärker als Gütersloh und unser nächster Gegner Stemmer/Friedewalde." Ebenso wie vorzeitige Gratulationen der HSG Gütersloh direkt nach dem Dienstag-Spiel in Versmold wehrten die Hüllhorster jedoch konsequent ab. "Immer schön auf dem Teppich bleiben. In der ersten Halbzeit habe ich nichts Überragendes gesehen", so der HSG-Coach.
"Die Entscheidung ist Mitte der zweiten Halbzeit gefallen, als wir unsere stärksten Leute auf dem Parkett hatten. Vor allem in der Abwehr, wo wir mit nur 22 Gegentoren in einem Auswärtsspiel Beton angerührt haben. Mangelns Alternative hat Loxten zum Schluss immer mehr Probleme bekommen", ließ Rittersberger die Partie noch einmal Revue passieren, war aber auch schnell bei der nächsten Aufgabe. Am Samstag stellt sich SC DJK Everswinkel in Hüllhorst vor. "Mit denen haben wir noch ein Hühnchen zu rupfen. Im Hinspiel haben wir mit drei Toren geführt und am Ende mit vier Toren Unterschied verloren. Die Mannschaft ist körperlich ähnlich stark wie wir - das wird ein interessantes Spiel", so Rittersberger.
Erst sechs Punkte hat eine Klasse tiefer der TuS SW Wehe. Der Rückstand zum rettenden Tabellenufer hat sich auf sieben Zähler vergrößert. Eine Hoffnung bleibt, das der Tabellendrittletzte der Landesliga noch in eine Relegation geht. Voraussetzung ist allerdings, dass nur eine Mannschaft aus der Verbandsliga in den Handballbezirk Nord absteigt.
"22 Punkte müssen wir schon haben", lautet die Klassenerhalts-Hochrechnung von Trainer Olaf Stoyke für den TuS Gehlenbeck in der Bezirksliga. 12 sind es nach dem 30:17-Heimsieg gegen die HSG Blomberg-Lippe, fehlen noch 10 aus 11 Spielen. "Jetzt muss sich zeigen, wie die Mannschaft das Erfolgserlebnis verarbeitet", meinte Olaf Stoyke gleich mit Blick auf das nächste Spiel am Sonntag, 7. Februar, beim TuS Hartum. Dass beim Aufsteiger zu gewinnen ist, zeigte am vergangenen Wochenende der HCE Bad Oeynhausen, der mit einer guten Abwehrleistung gleich ein 27:18-Sieg landete. Eines ist für den TuS Gehlenbeck klar: "Der viertletzte Platz ist Pflicht". Auf das Risiko einer möglichen Relegation der der Bezirksliga-Tabellendrittletzten will man sich keinesfalls einlassen.