Hüllhorst. Götz Klasen (25) begann in der fünften Mannschaft und arbeitete sich in sieben Seniorenjahren bei der HSG Hüllhorst stetig nach oben. In der vergangenen Saison sprang am Ende der vierte Platz in der Handball-Verbandsliga heraus. Es sieht so aus, als ob der Allrounder seine persönliche Serie ausbauen könnte. Am heutigen Samstag (18 Uhr) trifft die HSG Hüllhorst (30:8 Punkte) im Spitzenspiel auf die HSG Gütersloh (31:7), die am vergangenen Wochenende die Tabellenführung übernahm. NW-Sportredakteur Wilfried Brase sprach mit Götz Klasen über die Situation bei der HSG Hüllhorst nach dem Ende der Siegesserie.
Herr Klasen, nach 26:0 Punkten und 15 Spielen ohne Niederlage hat es die HSG Hüllhorst erwischt. Wie wurde das 34:38 bei der Ahlener SG II verkraftet?
GÖTZ KLASEN: Das ist eine schwierige Situation, aber vielleicht war es der richtige Dämpfer vor dem Spitzenspiel. Wir hatten einen guten Lauf und haben insgeheim gedacht, dass es so weitergeht. Das war gefährlich. Schon beim 29:28 gegen Möllbergen hätten wir uns über ein Unentschieden nicht beklagen dürfen. Trotz der 13 Siege hintereinander waren wir keineswegs so dominant in der Liga wie es den Anschein hatte.
Was war ausschlaggebend für die Niederlage in Ahlen?KLASEN: Wir haben mit 38 Gegentoren eine der schlechtesten Abwehrleistungen der Saison gezeigt. Da waren auch unsere Torhüter, die eigentlich richtig gut sind, machtlos. Das hat Ahlen mit seinen alten Haudegen Schmidtmeier und Schröder ausgenutzt, zumal bei uns in der Deckung Jan Sudeck fehlte. Wir hoffen, dass er wieder fit ist, weil er der Abwehr gerade in solch einem Spiel mehr Stabilität verleiht.
In der Hinrunde gab es in Gütersloh einen 34:31-Sieg. Wie beurteilen Sie die Chancen der HSG Hüllhorst im zweiten Vergleich?KLASEN: Wir sind natürlich motiviert, es wieder besser zu machen als zuletzt. Gütersloh hat den besten Angriff der Liga. Wir haben die beste Abwehr, wenn wir mit der nötigen Aggressivität zur Sache gehen. Die HSG Gütersloh lag uns in den bisherigen drei Vergleichen, deshalb habe ich keine große Angst. Aber es könnte wie im Hinspiel eng zu gehen. Wenn es am Ende wieder so läuft wie gegen Möllbergen und Thomas Schröder beim Siebenmeter die Nerven behält, hätte ich nichts dagegen.
Ist die HSG Hüllhorst nach der Niederlage in Ahlen und dem Verlust der Tabellenführung stärker unter Druck?KLASEN: Wir sollten uns keinen großen Druck machen. Wir hatten nicht das Ziel, Erster oder Zweiter zu werden. Dass dies am 20. Spieltag der Fall ist, ist einfach nur klasse. Deshalb sehe ich das Spitzenspiel für uns als Belohnung für die Arbeit während der bisherigen Saison. Ich gehe von einem ausverkauften Haus und einer super Atmosphäre in der Halle aus.Da macht es keinen Unterschied, ob man in der Tabelle Erster oder Zweiter ist.
Die HSG Hüllhorst hat ein großes Aufgebot, in dem Trainer Hartmut Rittersberger jedem seine Aufgaben zuteilt. Sind Sie mit ihren zufrieden?KLASEN: Ich bekomme das Vertrauen des Trainers auf Linksaußen. Vielleicht muss ich auch in der Mitte aushelfen, da Tim Blomenkamp in New York ist. Er wäre gern dabei gewesen und wird uns fehlen, da er eine wichtige Entlastung für Thomas Schröder ist. So wie es läuft, ist jeder zufrieden. Ich bin froh, dass ich passend zu den jetzigen Spielen Semesterferien habe und alle Trainingseinheiten mitmachen kann. Es ist schon ein großer Unterschied, da ich ansonsten nur die Taktikeinheiten vor den Spielen mitmache. Das Pendeln zwischen meinem Studienort Köln und Hüllhorst ist zeitaufwendig, aber diese Saison wird durchgezogen.