Stemwede (nw). Es war nur ein Testspiel, doch Michael Hartmann tigerte an der Seitenauslinie auf und ab, gestikulierte und rief seinen Spielern Anweisungen zu. Selbst vom Frotzeln der Varler "Altmeister" um Uli Eikenhorst und Wolfgang Spreen ("Hey Michael, Du hast schon wieder deine Coachingzone verlassen") ließ sich der neue Trainer des TuS Stemwede nicht beirren. Keine Frage: Michael Hartmann scheint seine Aufgabe beim Fußball-B-Ligisten sehr ernst zu nehmen.
"Vielleicht ist es für den Verein mal ganz gut, wenn jemand von außen kommt", meint Hartmann, der viele Jahre beim TuS Levern spielte und mittlerweile in Wehdem wohnt. Der 35-Jährige hat sich jedenfalls viel vorgenommen beim TuS Stemwede, wobei er seine Zielsetzung nicht kurz-, sondern mittelfristig ausrichtet. "Die Mannschaft hat Potenzial, ist aber noch sehr jung. Stemwede hat in der vergangenen Saison gegen den Abstieg gespielt, das wollen wir natürlich vermeiden. Ein Platz unter den ersten zehn in der Tabelle mit Tendenz nach oben wäre für das erste Jahr sicherlich in Ordnung", erklärt Michael Hartmann.
Wunderdinge seien von ihm nicht zu erwarten, betont Hartmann und macht das am Beispiel der Viererkette fest, die er bei den Rot-Weißen einführen möchte. "An ein solches System werden sich die Spieler gewöhnen müssen", rechnet er mit Rückschlägen, die es in der Entwicklungsphase aber billigend einzukalkulieren gilt.
Mit Rückkehrer Hendrik Teske aus der A-Jugend des FC Preußen Espelkamp, Marcel Rosengarten, Jens Tiesing und Dominik Heyn aus der A-Jugend der SG Levern-Stemwede wurde der Seniorenkader weiter verjüngt. Wiedereinsteiger Michael Hüsemann und Neu-Wehdemer Stefan Krieger (zuvor SV Kutenhausen) stellen weitere personelle Alternativen da. Michael Hartmann selbst will nicht mehr spielen.
"Wir haben viele junge Wilde im Team. Eine wichtige Rolle haben deshalb sicherlich die wenigen älteren Spieler, die für Stabilität sorgen sollen", so Hartmann, der in diesem Zusammenhang auf Cord Groneweg als Chef der Viererkette sowie Wendelin Nottbeck und Christian Bäcker zählt. Die Kapitänsbinde trug im Testspiel Tim Varenkamp, der in den vergangenen Jahren erfolgreichste Torschütze der Stemweder. Er gehört ebenfalls zur jüngeren Generation, mit der Michael Hartmann mittelfristig etwas erreichen möchte.