Pr. Oldendorf-Bad Holzhausen. In den vergangenen Spielzeiten fehlte der SuS Holzhausen auf keiner Liste, in der es darum ging, wer zu den Meisterschaftsfavoriten in der Fußball-Kreisliga A gehört. Auch nach dem Abstieg aus der Bezirksliga spielten die "Bohlmänner" lange Zeit eine gute Rolle im Kreisoberhaus, ehe im zweiten Saisonteil der heftige Einbruch folgte. Vor der in zwei Wochen beginnenden Saison 2010/11 werden die Holzhauser aber nicht mehr so oft genannt und dies kann auch Spielertrainer Jörg Bohlmann durchaus nachvollziehen. "Wir werden mit dem Rennen ganz oben diesmal nichts am Hut haben", so der 44-Jährige, der beim SuS mittlerweile in seine achte Spielzeit geht.
Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Zum einen verließ mit Magnus Giersdorff einer der Leistungsträger den Verein in Richtung des Landesligisten TuS Tengern, aber mindestens genauso bitter ist für Holzhausen der Weggang von Valentin Esau, der seit Jahren eine, wenn nicht sogar die Stütze der Holzhauser Mannschaft war. "Den Weggang von Valentin Esau können wir so schnell nicht kompensieren. Er war immer einer der wichtigsten Spieler meiner Mannschaft", trauert Bohlmann seinem Defensivspieler hinterher.
Zumindest ein Lichtblick war die Rückkehr von Chris Dobsen, der vom SV Rödinghausen wieder zurück an den Bahndamm wechselt. "Ich bin froh, dass Chris wieder zurückgekommen ist. Wir hatten den Kontakt nie abreißen lassen und er wird uns sicherlich weiterhelfen können", erklärt Jörg Bohlmann. Ansonsten baut man in Holzhausen verstärkt auf die Jugend. Mit Niklas Wroblowski, Matthias Priehs und Carrick Forward stoßen drei hoffnungsvolle Talente in den Kader der "Ersten", die nach Aussage von Jörg Bohlmann in der Vorbereitung einen guten Eindruck hinterließen. Zudem wurde Henning Piel reaktiviert, der bis zur A-Jugend beim SuS spielte. "Henning hat zwar noch konditionelle Rückstände, hat mich aber dennoch überzeugt", so Bohlmann, der Piel zutraut, die durch den Weggang von Esau vakante "Sechserposition" zu bekleiden.
Größtes Problem nach Ansicht von Bohlmann ist aber insgesamt die zu dünne Spielerdecke. "Wir haben einen sehr engen Kader. Mit mir haben wir gerade einmal 15 Spieler. Auch deswegen erwartete ich eine schwierige Saison für uns. Von irgendwelchen Saisonzielen habe ich mich dieses Mal vollkommen gelöst. Wir wollen unsere jungen Spieler einbauen und hoffen, dass wir am Ende nicht unten reinrutschen", erklärt Jörg Bohlmann.
Auch deshalb wird Bohlmann wohl selbst noch das eine oder andere Mal die Fußballschuhe selbst noch schnüren müssen. "Eigentlich sollte nach der letzten Saison Schluss sein, aber durch den kleinen Kader werde ich wohl nicht darum herum kommen, mich immer bereit zu halten".
Mit dem Verlauf der Vorbereitung ist Bohlmann bisher insgesamt zufrieden. "Wir haben versucht mit der Viererkette zu spielen, doch ich glaube, dass es für diese Saison noch zu früh kommt", meint Bohlmann. Einen Wechsel gab es zudem auf der Betreuerposition bei den Holzhausern. Für Jörn Lange steht nun Jan-Hendrik Brinkmeyer an der Seitenlinie und unterstützt Jörg Bohlmann.
In der Titelfrage sieht der Holzhauser Spielertrainer den FC Lübbecke, VfL Frotheim und SC Isenstedt ganz weit vvorne. "Lübbecke war letztes Jahr bereits bärenstark und hat sich zudem noch gut verstärkt. Auch Aufsteiger SC Isenstedt wird eine starke Rolle spielen", ist sich Jörg Bohlmann ziemlich sicher.