Lübbecke. "Da wir in der vergangenen Saison beide Spiele gegen die Füchse Berlin verloren haben, hoffe ich auf genügend Revanchegelüste meiner Spieler". Patrik Liljestrand, Trainer des Handball-Bundesligisten TuS N-Lübbecke, setzt vor dem ersten Saisonspiel seiner Mannschaft am Sonntag auf die Erinnerungsfähigkeit seines Teams - und den damit verbundenen Wunsch, es besser als in der Saison 2009/2010 zu machen.
Die Vorbereitung des TuS N-Lübbecke verlief in den vergangenen Wochen beileibe nicht nach Wunsch. Alexandros Alvanos, Thorir Olafsson, Nicky Verjans (den es nun wieder erwischt hat) und Stephan Just hatten nach Verletzungen und damit verbundenen Operationen Rückstände aufzuholen. "Alexis Alvanos und Stephan Just brauchen noch ein bisschen Zeit, sie sind noch nicht wieder bei 100 Prozent", hat Patrik Liljestrand registriert.
Zudem veränderte sich der Kader des TuS N-Lübbecke noch während der Vorbereitung maßgeblich. Mit Frank Loke wurde einer der im Angriff weltbesten Kreisläufer fest verpflichtet, ein paar Tage später mit Michal Jurecki der wohl beste und wichtigste Spieler vorzeitig nach Kielce transferiert wurde. "Das war natürlich nicht so einfach zu verdauen, doch wir müssen diese Entscheidung akzeptieren", sagt Patrik Liljestrand dazu.
Torhüter Nikola Blazicko, der sich hinter dem Innenblock Siodmiak/Jurecki auch sehr wohl gefühlt hatte, möchte sich mit dieser Thematik nicht lange beschäftigen. "Natürlich war der Jurecki-Weggang im ersten Moment ein Schock für uns. Das ist jetzt aber schon die Vergangenheit. Es nützt niemandem zurück zu schauen und sich damit zu beschäftigen, wie es aussehen würde, wenn er geblieben wäre. Wir müssen nun ohne ihn auskommen und das Beste aus dieser neuen Situation machen", sagt Blazicko, der sich ungemein auf den Saisonauftakt am Sonntag in Berlin freut.
"Wir haben verschiedene und gute Möglichkeiten für den Innenblock. Wir arbeiten alle so gut wie möglich zusammen und werden uns finden. Am Anfang könnte es ein wenig problematisch werden, doch ich bin guter Dinge", so Blazicko. Der kroatische Toreverhinderer hat in den vergangenen Wochen unter anderem sehr erfreut zur Kenntnis genommen, dass sich speziell Abwehrchef Artur Siodmiak in körperlich ausgezeichneter Verfassung befindet.
Patrik Liljestrand, der davon ausgeht, auch ohne Michal Jurecki eine stabile Deckung aufstellen zu können, sieht eher "die große Herausforderung auf den Angriff zukommen". "Die Verantwortung muss logischerweise auf mehrere Schultern verteilt werden", lautet seine Forderung, wobei ihm in der Vorbereitungszeit in erster Linie Henrik Hansen und Kristian Svensson ausgesprochen gut gefielen.
Vor allem der dänische Spielmacher Henrik Hansen präsentiert sich in ganz anderer Verfassung als in der vergangenen Saison, wo er immer wieder durch Verletzungen zurück geworfen wurde. "Er hat sich erheblich gesteigert", freut sich Liljestrand über diese Entwicklung. Da Liljestrands schwedischer Landsmann Kristian Svensson in der Vorbereitung neben Hansen und den beiden Torhütern Nikola Blazicko und Milos Putera zu den Gewinnern zählte, blickt Liljestrand der Partie in Berlin zuversichtlich entgegen.
"Ich denke immer positiv. Es ist für mich immer wieder ein Höhepunkt der Woche, ein Spiel in der Bundesliga zu bestreiten. Dafür lebe ich", ergänzt der ehrgeizige Nikola Blazicko. Patrik Liljestrand verweist auf den doch etwas überraschenden Auswärtssieg des SC Magdeburg bei der SG Flensburg-Handewitt. "Mit einer guten Einstellung und viel Leidenschaft kann man viel erreichen", appelliert er an seine Spieler, Ähnliches in Berlin zu vollbringen.
"Wir haben eine sehr erfahrene Mannschaft, die sich allerdings gegenüber den Vorbereitungsspielen um 20 bis 30 Prozent steigern muss. Aber ich bin mir sicher, dass die Spieler genau das wollen, um einen erfolgreichen Saisonstart hinzulegen", so Liljestrand abschließend.