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30.03.2011
Frotheim im Freudentaumel
KREISLIGA A: Enttäuschung bei ISC-Spielertrainer Felix Krucke / Schnathorster Personalsorgen
VON MICHAEL MEIER

Freuden eines Spitzenreiters | FOTO: MICHAEL MEIER

Lübbecke. Der Sonntag war ein Festtag für den VfL Frotheim. Zwei Stunden nach Spielende hockten die Frotheimer immer noch in Spielkleidung am Platz und feierten ihren 2:0-Derbysieg in der Fußball-Kreisliga A gegen den SC Isenstedt. "Die sind alle noch so heiß, da erkältet sich bestimmt keiner", genoss auch Trainer Holger Sarres den Erfolg.

Eine weitere Unterhaltung war danach nicht mehr möglich, da die Frotheimer Spieler zum x-sten Male den Schlager "Derbysieger" anstimmten. Getrübte Stimmung herrschte dagegen beim SC Isenstedt. Nach Varl wurde auch das zweite Spitzenspiel binnen kurzer Zeit verloren. Zwar können die Isenstedter im Falle erfolgreicher Nachholspiele zur Tabellenspitze wieder aufschließen, für das Selbstvertrauen war die Niederlage in Frotheim aber ganz bestimmt nicht förderlich.

Felix Krucke haderte nach dem Spiel vor allem mit der Leistung seiner Mannschaft nach dem 0:1. "Bis dahin war eigentlich alles in Ordnung. Frotheim hatte zwar mehr vom Spiel, aber wir hatten die besseren Chancen. Nach dem 0:1 haben wir uns hängen gelassen. Kein Wille, kein Kampf, es war einfach traurig", so Krucke. Zumal jetzt auf den ISC ein hartes Programm mit einigen Nachholspielen zukommt. Die Zielsetzung steht für den Isenstedter Spielertrainer dabei fest. "Aus den kommenden drei Spielen müssen neun Punkte kommen, sonst haben wir schlechte Karten im Titelkampf".

Holger Sarres freute sich verständlicherweise über den Sieg seiner Mannschaft, wollte diesen aber nicht überbewertet wissen. "Die Mannschaft soll das Gefühl jetzt auskosten, aber danach geht es weiter". Beide Trainer waren sich nach dem Spiel einig, dass der Sieg der Frotheimer verdient war. "Die Begegnung stand lange Zeit auf des Messers Schneide. Nach unserer Führung hatten wir mit mehr Gegenwehr von Isenstedt gerechnet, aber da kam nicht mehr viel", zeigte sich auch Sarres überrascht. Dennoch müssen die Frotheimer in den nächsten Spielen auf Christoph Meyhoff verzichten, der sich Mitte der ersten Hälfte bei einem Zweikampf mit Chris Götze verletzte. Zum Glück ergab die Untersuchung beim Arzt keinen Bänderriss, sondern nur eine starke Verstauchung. Dennoch wird Meyhoff drei Wochen pausieren müssen. Da auch Bastian Pott wegen seines Australientrips am kommenden Sonntag sein vorerst letztes Spiel bestreiten wird, muss der VfL in der Offensive etwas improvisieren.

Ungeachtet der Verfolger gibt sich Tabellenführer TuRa Espelkamp keine Blöße. Allerdings geriet der 6:1-Sieg beim SV Hüllhorst/Oberbauerschaft fast schon zur Nebensache. Gleich drei rote Karten und eine gelb-rote Karte waren der traurige Höhepunkt der Begegnung. "Von Beginn an war viel Unruhe im Spiel, zumindest zwei der drei roten Karten waren aber sehr fraglich", so TuRa-Trainer Klaus Schmitz. Sportlich gesehen bleibt seine Mannschaft aber die Elf der Stunde.Freuen konnten sich die Turaner aber neben dem eigenen Sieg über die Punkteteilung in der Partie zwischen Union Varl und FC Lübbecke. Dabei fiel der Lübbecker Ausgleich durch Nils Dau zwar in der Schlussminute, verdient war das 2:2 für die Lübbecker allemal. Das gab auch Varls Spielertrainer Sebastian Numrich ohne Umschweife zu. "Die Lübbecker waren sehr zweikampfstark und wir haben vor allem in der ersten Halbzeit nur reagiert, anstatt selbst das Heft in die Hand zu nehmen. In der zweiten Halbzeit lief es zwar besser, doch nach dem 2:1 haben wir unverständlicherweise wieder einen Gang zurück geschaltet. Das späte Tor ist zwar ärgerlich, aber den Punkt hatte sich Lübbecke verdient. Dennoch bin ich mit jetzt zehn Punkten aus den letzten vier Spielen mit unserer Leistung sehr zufrieden", so Numrich.

Nichts anbrennen ließ der SuS Holzhausen beim zuletzt sich im Aufwind befindenden HSC Alswede. "Wir haben hinten wieder einmal sicher gestanden und so gut wie nichts zugelassen. Mit dem 1:0 war die Partie dann praktisch entschieden. Alswede muss sich auf jeden Fall steigern, wollen sie noch den Klassenerhalt schaffen", bilanzierte Jörg Bohlmann nach dem Schlusspfiff.

Erleichterung herrschte am Sonntag beim TuS Eintracht Tonnenheide. Dabei war der scheidende Trainer des VfB Fabbenstedt, Jürgen Otto, der bekanntlich eben zu den Tonnenheidern geht, wegen eines Skiurlaubs nicht am Platz. Die Gastgeber hatten in der ersten Hälfte zahlreiche Möglichkeiten, schnell für klare Verhältnisse zu sorgen. Es waren zwei Spieler, die das einseitige Spiel kippten. Zum einen Tonnenheides Keeper Sven Hesemann, der mehrfach einen höheren Rückstand verhinderte, und zum anderen Manuel Riesen, der mit dem Pausenpfiff den glücklichen Ausgleich erzielte. Nach dem Doppelschlag zu Beginn der zweiten Hälfte drehte sich das Spiel komplett. Nun war Tonnenheide die klar bessere Mannschaft und fuhr am Ende verdient die drei Punkte ein. In den kommenden Spielen ist dann auch wieder Tobias Blase mit von der Partie, der verletzt war. Ein weiterer Hoffnungsschimmer für die Eintracht.

Ebenfalls zu drei wichtigen Punkten im Abstiegskampf kam der TuS Tengern III beim 3:2 gegen den TuS Gehlenbeck. "Der Sieg war sehr wichtig für uns. Diesmal hatten wir das Glück auf unserer Seite, was so oft schon gefehlt hat", freute sich Stefan Steinmeier. Thorsten Schmidt hingegen, der mit der Tengeraner Ü32 am Samstag noch die Altliga gewonnen hatte, hatte am Sonntag bei seinem "Heimspiel" nicht viel zu lachen. "Wir waren die bessere Mannschaft, haben aber unsere Chancen nach dem 2:1 nicht genutzt. Dann verliert man so ein Spiel halt".

Große Verletzungssorgen plagen den SV Schnathorst, der auch beim Tabellenletzten SV Hüllhorst/Oberbauerschaft II nur zu einem 0:0 kam. Mit Daniel Riegmann (Innenbandriss im Knie) und Maikel Jacobs (Muskelbündelriss) fallen zwei der wichtigsten Spieler vermutlich bis zum Saisonende aus. "Unser stärkster Mannschaftsteil fällt momentan aus und ich weiß wirklich nicht, wer bei uns die Tore schießen soll. Die Situation ist frustrierend", gab auch Trainer Thorsten Kreie ohne Umschweife zu.

Fußball-Kreisliga A

22 Tore: Daniel Vogt (VfB Fabbenstedt)
19 Tore: Manuel Reiss (TuRa Espelkamp), Sebastian Bollmeier (VfL Frotheim)
18 Tore: Andre Lange (Union Varl), Serkan Bodur (SV Hüllhorst/Oberbauerschaft), Sascha Manske (FC Lübbecke), Alexander Koch (SC Isenstedt)
15 Tore: Frederik Rüter (TuRa Espelkamp)
14 Tore: Elvis Schall (TuRa Espelkamp), Andre Koch (SuS Holzhausen)
13 Tore: Andrej Wiedmer (SuS Holzhausen), Christoph Meyhoff (VfL Frotheim)
12 Tore: Stephan Heidemann (Eintracht Tonnenheide), Peter Fast (OTSV Pr. Oldendorf)
11 Tore: Daniel Riegmann (SV Schnathorst), Thomas Uhlig (TuS Levern), Sascha Best (SV Hüllhorst/Oberbauerschaft)
9 Tore: Bastian Pott (VfL Frotheim), Sebastian Vogt (SC Isenstedt), Gerald Grabenkamp (VfB Fabbenstedt), Maik Ahrens (Eintracht Tonnenheide), Thorsten Jager (TuS Gehlenbeck)
8 Tore: Sascha Nuhanovic (TuS Tengern III), Pascal Meier (Union Varl), Henning Kirchner, Chris Götze (beide SC Isenstedt), Manuel Riesen, Tobias Blase (beide Eintracht Tonnenheide), Marvin Stierle (VfL Frotheim)



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