FUSSBALL: Trainer des TuS Tengern II ist sauer über die Abwerbung Alexander Borchards
Lübbecke. Christian Meyer ist enttäuscht - und sauer. Der Trainer des Fußball-Bezirksligisten TuS Tengern II kann sich nur schwer mit der Tatsache abfinden, dass sich mit Alexander Borchard einer seiner Spieler dem FC Preußen Espelkamp angeschlossen hat. Wütend macht ihn allerdings die Art und Weise, mit der der 20-Jährige trotz einer Zusage beim TuS Tengern von Espelkamps Trainer Jörg Rodewald zu einem Wechsel überredet worden ist.
"Mir geht es dabei um etwas Prinzipielles. Von Alex Borchard bin ich selbstverständlich schwer enttäuscht, weil er nicht zu seiner mündlichen Zusage steht, die er mir gegeben hat. Wir wussten auch um das Espelkamper Interesse, trotzdem hat er uns die Zusage gegeben. Aber noch befremdlicher finde ich es, wenn ein Trainer eines benachbarten Vereins einen Spieler zu manipulieren versucht. Übrigens ist das derselbe Trainer, der ein paar Tage zuvor gesagt hat, er würde großen Wert darauf legen, dass er es für sehr wichtig hält, dass sich Spieler an ihre Zusagen auch halten", ärgert sich Meyer. Jörg Rodewald hatte diese Aussage im Zusammenhang mit dem Interesse des SV Rödinghausen an Espelkamps Angreifer Watschagan Harutjunjan gemacht, da Harutjunjan den Espelkampern schon seine Zusage gegeben hatte. "Letztlich hat Jörg Rodewald den 20-jährigen Alex Borchard dazu überredet, sein Wort zu brechen. Und das finde ich nicht in Ordnung", ergänzt Meyer.
Dem Trainer des TuS Tengern II geht es bei dieser Angelegenheit "um etwas Grundsätzliches". "Man muss sich doch als Verein und Trainer auf das Wort eines Spielers verlassen können. Wenn man eine Zusage gegeben hat, dann soll man auch dazu stehen", so Meyer, der dieses Verhalten von Alexander Borchard "so nicht erwartet hat" und es für bedenklich hält.
Meyer, der unter anderem zum Espelkamper Reservetrainer Axel Krüger und anderen benachbarten Kollegen "guten und sehr offenen Kontakt" pflegt, hätte in diesem speziellen Fall ein mehr Offenheit von Jörg Rodewald erwartet. Doch Meyer denkt sofort weiter. "Mit diesem Verhalten gibt Jörg Rodewald doch allen wechselwilligen Spielern in Espelkamp ein Alibi, falls sie sich noch dazu entschließen sollten, zu einem anderen Verein zu gehen", so Meyer weiter.
Meyer möchte sich in den kommenden Tagen auch mit dem Vorstand des TuS Tengern beraten, ob man die Abmeldung Alexander Borchards hinnehmen oder die Kreisspruchkammer einschalten soll. "Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass im Fußballkreis Minden ein Spieler gesperrt worden ist, weil er seine bei einem Verein gegebene Zusage revidiert hat", sagt Meyer. Der Trainer des TuS Tengern II betont in diesem Zusammenhang, dass es nicht darum gehe, Alexander Borchard persönlich zu bestrafen. "Alex Borchard ist 20 Jahre jung. Ich gönne ihm sportlich, dass er den Sprung in die erste Mannschaft Preußen Espelkamps schafft und sich dort weiter entwickelt. Doch das hat nichts mit der Vorgehensweise Jörg Rodewalds zu tun, die ich so nicht nachvollziehen kann. Wir haben erst kürzlich miteinander telefoniert, um über ein Vorbereitungsspiel zu sprechen. Da hätte er mir doch etwas sagen können", kann Meyer das Verhalten Rodewalds immer noch nicht nachvollziehen.
Enttäuscht ist auch Jörn Paulsen, der Trainer des Fußball-Landesligisten TuS Tengern - und zwar von Mithat Kirmaci. Der hat sich beim TuS Tengern trotz bereits gegebener Zusage abgemeldet und sich dem Liga-Konkurrenten SC Herford angeschlossen. "Dieses Verhalten regt mich wirklich auf. Wir haben früh seine Zusage für die kommende Saison gehabt. Alles war ausführlich miteinander besprochen, auch die Vorbereitung. Und dann muss ich aus der Zeitung erfahren, dass er zum SC Herford wechselt. Ich bin total enttäuscht über diese Verhaltensweise", sagt Jörn Paulsen, der sich dabei an den Abgang Fabio Serrones vor einem Jahr auch zum SC Herford erinnert fühlt.
"Mithat Kirmaci hat uns quasi vor die Wand laufen lassen, das ist ein echter Schlag ins Gesicht für meine Arbeit als Trainer", ärgert sich Paulsen, der augenblicklich bemüht ist, noch einen neuen Spieler zu verpflichten. Das dürfte angesichts des späten Termins äußerst schwer werden. "Grundsätzlich müssen alle Vereine doch darum bemüht sein, dass so etwas nicht mehr vorkommt, um Planungssicherheit zu haben, wenn man die Zusagen vorliegen hat. Ich frage bei jedem Gespräch mit einem potenziellen Neuzugang zuerst, ob er bereits eine Zusage bei seinem Verein gegeben hat. Wenn das der Fall ist, sollte man sich aus so einem Gespräch schnell wieder zurückziehen", sagt Paulsen.