Lübbecke. Es war ja eigentlich klar, dass die imponierende Siegesserie von Union Varl in der Fußball-Kreisliga A irgendwann reißen würde. Dass dies ausgerechnet im Spitzenspiel gegen TuRa Espelkamp passierte, verspricht zumindest, dass die Saison vielleicht doch nicht so einseitig wird wie diese bei einem Varler Sieg geworden wäre. Zumindest schart die Konkurrenz nun mit den Hufen und auch die Töne aus dem Lager der Verfolger hören sich nach der 0:3-Niederlage in Alt-Espelkamp wieder etwas kämpferischer an.
Mit weiterhin neun Punkten Vorsprung sah man im Varler Lager die Niederlage gelassen. "Das haut uns jetzt nicht um. Wir haben kein schlechtes Spiel abgeliefert, aber im Abschluss waren wir diesmal einfach nicht zwingend genug. TuRa hat seine Chancen eiskalt genutzt und deshalb auch verdient gewonnen", blieb Sebastian Numrich auch nach der zweiten Niederlage ruhig. Dennoch hätte es sich der Varler Spielertrainer ganz bestimmt einen Sieg bei seinem Heimatverein gewünscht.
Klaus Schmitz und seine Mannschaft wahrten durch den Sieg die vorher selbst erklärte Chance. "Es ist noch ein langer Weg, aber wir haben gezeigt, dass auch Varl nicht unschlagbar ist. Für uns gilt es jetzt in Dielingen nachzulegen, ansonsten hat uns der Sieg gegen Varl auch nicht viel gebracht", so Schmitz, der sich besonders über die taktische Disziplin seines Teams freute. Die Innenverteidigung hob der TuRa-Coach aber dennoch heraus. "Sven Eckert und Thomas Gräber haben ein überragendes Spiel abgeliefert und nicht viele Varler Chancen zugelassen", so Schmitz. Auch Stephan Dück, dessen Einsatz bis kurz vor dem Spiel unklar war, überzeugte mit einem Tor und einer -vorlage.
Gestiegenes Selbstvertrauen zeigte der SC Isenstedt und dies nicht nur wegen des 4:0-Sieges beim SV Hüllhorst/Oberbauerschaft. "Wir haben fast keine Torchance zugelassen und vor allem in der ersten Halbzeit richtig guten Fußball gezeigt. Diese Leistung gilt es nun in den nächsten Spielen zu bestätigen. Wir haben uns jedenfalls vorgenommen, noch einmal anzugreifen und zur Winterpause auf dem zweiten Platz zu stehen", gibt sich ISC-Spielertrainer Felix Krucke kämpferisch.
In überragender Verfassung präsentiert sich derzeit Fabbenstedts Stürmer Michael Swierczewski. Wie schon in den letzten Spielen war der Angreifer auch am Sonntag maßgeblich am Sieg seiner Mannschaft beteiligt. Mit drei Toren schoss er den OTSV Pr. Oldendorf fast im Alleingang ab. Dabei entsprach das 3:0 keineswegs dem wahren Spielverlauf, was auch Trainer Ludwig Zeller anerkennen musste. "Wir hatten das nötige Quäntchen Glück auf unserer Seite. Nach den vielen unglücklichen Niederlagen wurde das auch einmal Zeit", freute sich Zeller über den sechsten Saisonsieg, der sein Team auf den achten Platz vorstießen ließ. Pr. Oldendorfs Trainer Karl-Heinz Wesemann ärgerte sich über die verpasste Chance, nach dem 4:1-Erfolg gegen den SuS Holzhausen gleich nachzulegen. "Selbst ein Unentschieden wäre für uns in dieser Begegnung eigentlich zu wenig gewesen. Wir waren in der zweiten Hälfte die klar bessere Mannschaft", so Wesemann, der die beiden Platzverweise gegen sein Team als Knackpunkt der Begegnung bezeichnete.Erleichterung herrschte dagegen im Lager des FC Lübbecke. Durch den 1:0-Auswärtssieg bei SuS Holzhausen konnten sich die Lübbecker etwas freischwimmen, während die Holzhauser sich zurzeit in einer kleinen Krise befinden. "Spiele in Holzhausen scheinen uns zu liegen. Insgesamt gesehen geht unser Sieg in Ordnung, da wir Holzhausen vor allem in der ersten Halbzeit überhaupt nicht ins Spiel kommen lassen haben", freute sich FCL-Betreuer Lars Stolpe nach dem Spiel. Erstmals in dieser Spielzeit konnte der FCL damit zwei Spiele in Folge gewinnen. Wie wichtig Sascha Manske für sein Team ist, bewies der so lange Zeit verletzte Stürmer mit seinem Siegtreffer zum 1:0. Bereits davor hatte "Crouch" das entscheidende Tor für die Lübbecker beim 2:1-Erfolg gegen den SV Hüllhorst/Oberbauerschaft erzielt.
Neben dem Fabbenstedter Swierczewski gelang auch Gehlenbecks Andre Kottkamp ein Dreierpack beim deutlichen 6:1-Sieg gegen Türk Gücü Espelkamp. "Bis auf einen kleinen Hänger zum Ende der ersten Halbzeit hatten wir Türk Gücü in einem sehr fairen Spiel glänzend im Griff", freute sich Thorsten Schmidt über den starken Auftritt seiner Elf. Dennoch hat Schmidt nun ein kleines Problem. "Ich befürchte, dass Thorsten Bringewatt nun immer im Angriff aufgestellt werden will". Damit spielte der Gehlenbecker Trainer auf den Schützen des sechsten Tores hin, der ansonsten eher Defensivaufgaben übernehmen muss, gegen Espelkamp aber in der Schlussphase in den Angriff beordert wurde.
Eine klare Angelegenheit war das Hüllhorster Gemeindederby zwischen dem TuS Tengern III und BW Oberbauerschaft. Dabei fuhr der Aufsteiger beim 3:0 den dritten Sieg in Folge ein. "Bei uns lief gar nichts zusammen. Wir konnten keinerlei Torgefahr verbreiten und auch die Defensive stand nicht so gut wie zuletzt. Deswegen geht die Niederlage auch in Ordnung", so Tengerns Trainer Stefan Steinmeier. Für die Tengeraner bleibt damit die Lage im Tabellenkeller weiter ernst. Erst recht nach der Galavorstellung des TuS Eintracht Tonnenheide beim 7:1 gegen den HSC Alswede.
Während an der Tabellenspitze trotz der Niederlage Union Varls die Angelegenheit noch nicht als wirklich spannend zu bezeichnen ist, so spitzt sich die Lage im Tabellenkeller immer mehr zu.