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09.02.2012
Nur einer darf stehen
HANDBALL: Trainergespann bei GWD Minden

Im Gespräch | FOTO: S. POLLEX

Minden (rich). Erstmals machten Ulf Schefvert und Aaron Ziercke am vergangenen Sonntag gemeinsame Sache. Als neues Trainergespann beim Handball-Zweitliga-Tabellenführer GWD Minden feierten sie einen gelungenen Einstand: Sie fuhren im Spitzenspiel gegen den TV Neuhausen einen 34:32-Sieg ein. "Das hat Spaß gemacht", beschrieb Ziercke seine Premiere als Co-Trainer.

Das neue Doppel machte vor 2.700 Zuschauern in der Mindener Kampa-Halle einen harmonischen Eindruck. Es schien, als hätten sie ihre Teamarbeit geübt. Und so ähnlich ist es auch, denn bereits vor der Beförderung von Reserve-Coach Aaron Ziercke zum Co-Trainer der Zweitliga-Handballer an der Seite von Chefcoach Schefvert haben die beiden Trainer intensiv zusammengearbeitet. Erste und zweite Mannschaft trainieren häufig zusammen, Schefvert besucht regelmäßig die Spiele der Drittliga-Mannschaft, Ziercke die Partien des Zweitliga-Teams. Beide treffen sich bei den A-Jugendspielen. "Wir haben uns schon immer viel ausgetauscht", beschreibt Ziercke einen über Jahre gewachsenen Kontakt.

"Das ist eigentlich eine natürliche Entwicklung", sagt Schevfert über das erweiterte Engagement Zierckes. Der Schwede freut sich über die Unterstützung. Die Möglichkeiten beim Training würden erweitert, bei den Spielen sähen vier Augen einfach mehr als zwei. Zudem schätzt Schefvert den fachlichen Austausch. "Man kann vieles bereden, sich die Bälle zuspielen und Ideen entwickeln. Man rutscht nicht so schnell in einen Tunnel, wo man nur noch in eine Richtung schaut." Der Coach, seit nun zwei Jahren bei GWD Minden, beschreibt ein "modernes Arbeitsmodell" und sagt augenzwinkernd: "Ich bin 55, da kann man etwas Schwung und neuen Input brauchen."

Während Schefvert die Erfahrung des früheren National- und langjährigen GWD-Spielers schätzt ("Er kennt sich im deutschen Handball aus"), freut sich der 40-jährige Ziercke darauf, vom einstigen Nationaltrainer Dänemarks und Griechenlands zu lernen. Beide liegen offenbar auf einer Wellenlänge. "Wir haben das gleiche Bild von Handball im Kopf", sagt Schefvert. Ziercke formuliert: "Wir sehen vieles ähnlich."

Vor der Premiere haben sie ihre Rollen besprochen und verteilt, zuletzt noch vor dem Spiel. Ziercke kümmert sich um die Abwehrarbeit, Schefvert hat den Angriff im Fokus. Entsprechend leiten die beiden die Ansprachen in den Auszeiten. "Das hat super funktioniert", sagt Ziercke zur Zusammenarbeit und zur gemeinsamen Absprache auf der Bank. Einziges Problem: "Die Schiedsrichter legen eigentlich Wert darauf, dass nur einer neben der Bank steht", sagt Ziercke. Das dürfte für die beiden Vollbluttrainer die schwierigste Koordinationsaufgabe werden.


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