Mannheim (SID). Sparkurs statt Superstars, Talente statt Titeljagd: Nach dem Rückzug von Top-Sponsor Jesper Nielsen muss Handball-Bundesligist Rhein-Neckar Löwen den Gürtel künftig enger schnallen und neue Wege beschreiten. Der Traum vom Gewinn der ersten deutschen Meisterschaft scheint in weite Ferne gerückt zu sein, doch der Klub sieht in der Neuausrichtung auch eine Chance. "Manchmal ist weniger mehr", sagte Manager Thorsten Storm.
Seit Jahren befinden sich die ambitionierten Löwen vergeblich auf Beutezug, der erste Titelgewinn der Vereinsgeschichte lässt trotz eines großen Etats und namhaftem Personal immer noch auf sich warten. Jetzt wird kräftig abgespeckt. Die Löwen verordneten sich ein Sparprogramm in Millionenhöhe. "Wir können nur nach unseren finanziellen Möglichkeiten handeln. Was die Gehälter angeht, müssen wir unser Budget herunterfahren", erklärte Storm.
Das hat Auswirkungen auf den Kader. Die polnischen Nationalspieler Krzysztof Lijewski und Karol Bielecki wechseln im Sommer in ihre Heimat zu KS Vive Kielce. Zudem stehen Ex-Weltmeister Henning Fritz, Michael Müller und Robert Gunnarsson als Abgänge fest. Weitere Spieler dürften folgen. Mit Nationalspieler Oliver Roggisch haben sich die Löwen immer noch nicht auf einen neuen Vertrag geeinigt.
"Wir werden mit weiteren Spielern sprechen", so Storm. Den Luxus von zwei Top-Leuten auf einer Position wird sich der Klub künftig nicht mehr leisten können. "Sieben bis acht Topakteure plus Talente bilden die Mannschaft, die für die Löwen in der Zukunft auf Punktejagd gehen wird", sagte Storm über das Mannschaftsbild in der neuen Saison. Er gehe trotz der großen Veränderung des Kaders aber davon aus, dass das Team weiterhin eine gute Rolle in der Bundesliga und in Europa spielen werde.
Grund für den verhaltenen Optimismus sind die bereits feststehenden Neuzugänge. Der dänische Nationaltorhüter Niklas Landin wechselt ebenso zu den Badenern wie Linkshänder Alexander Petersson (Füchse Berlin) und der schwedische Nationalspieler Kim Ekdahl Du Rietz (SC Nantes). "Wir müssen dafür sorgen, dass sie sich zu schnell wie möglich bei uns zurechtfinden", sagte Nationalspieler Uwe Gensheimer. Für Ekdahl Du Rietz sind die Löwen trotz des Sparzwangs immer noch eine gute Adresse. "Dort habe ich die Möglichkeit, mich weiter zu entwickeln. Ich freue mich auf die Herausforderung bei den Löwen und in der Bundesliga", sagte Ekdahl Du Rietz.
Wetzlarer Interesse
Die HSG Wetzlar soll einem Bericht der Gießener Allgemeinen zufolge an einer Verpflichtung des Schweden Niclas Barud interessiert sein. Der 23-jährige Kreisläufer von IK Sävehof könnte in der kommenden Spielzeit ein Gespann mit Jens Tiedtke bilden. Kommt es zur Verpflichtung des Schweden, dann müsste neben Georgios Chalkidis wohl auch Kari Kristjansson den Verein verlassen - der Vertrag des Isländers läuft zum Saisonende aus. Auch mit dem Hüttenberger Sebastian Weber sollen beispielsweise Gespräche geführt werden. Dem Bericht zufolge zeichnen sich in Wetzlar zudem auch weitere Abgänge ab. Sowohl die Zukunft von Daniel Valo als auch die von Spielmacher Timo Salzer sind noch ungeklärt.
Jugendzertifikat für GWD
Die Handball-Bundesliga hat weitere Jugendzertifikate an Klubs vergeben. Wie der Ligaverband mitteilte, handelt es sich um Vereine, die fristgemäß Einspruch gegen den zuerst erfolgten Negativentscheid eingelegt und im Rahmen eines nachfolgenden Prüfverfahrens die erforderlichen Kriterien erfüllen konnten. Folgende Klubs erhalten das Jugendzertifikat: Erstligist TV Hüttenberg sowie die Clubs der eingleisigen 2. Liga TV Neuhausen/Erms, TSV GWD Minden und 1. VfL Potsdam.








