HANDBALL: Halbzeitmeister GWD Minden fühlt sich längst noch nicht in Sicherheit / Nenad Bilbija bleibt ein Unsicherheitsfaktor
Minden. Spitzenspiel gewonnen, fünf Punkte Vorsprung auf einen Nicht-Aufstiegsplatz, und doch fühlt sich Handball-Zweitligist GWD Minden in seiner Rolle als potenzieller Bundesliga-Aufsteiger nicht sicher. "Uns fehlt die Konstanz. Fünf Punkte Vorsprung sind bei 19 noch ausstehenden Spielen kein Ruhepolster", warnt Mindens Manager Horst Bredemeier vor einer "ungemein spannenden Rückrunde".
Bredemeier hat zwei Grundsorgen. "Es können noch so viele Mannschaften Dritter werden", rechnet der Dankerser Multifunktionär "mit stetiger Gegenwehr, besonders in den Auswärtsspielen".
Zweiter Unsicherheitsfaktor ist für den 59-Jährigen die fehlende Souveränität des eigenen Teams. "Die Mannschaft muss noch lernen, Stabilität über die gesamten 60 Minuten zu zeigen. Wir brauchen mehr Konstanz", weist Bredemeier auf den Verlauf des jüngsten Heimsieges über Verfolger TV Neuhausen (34:32) hin. Minden spielte eine starke erste Hälfte, führte zur Pause (21:15) mit sechs Toren, verlor den zweiten Abschnitt dann aber mit 13:17. "Wir müssen es lernen, nach dem Wechsel gleich zwei Tore nachzulegen, um unseren Vorsprung zumindest zu verteidigen", stimmt Trainer Ulf Schefvert seinem Chef in diesem Punkt zu.
Im nächsten Punktspiel beim ThSV Eisenach (Samstag 19.30 Uhr) sehen die Mindener Verantwortlichen eine echte Wegmarke. Eisenach gilt bei 17:3 Punkten in eigener Halle als eine der heimstärksten Mannschaften der 2. Liga. "Sollten wir dort erfolgreich herauskommen, dann haben wir nochmals einen großen Schritt zum Ziel hin getan", umschreibt Bredemeier die Bedeutung des ersten Rückrundenspiels. "Ein Punkt würde mir dort schon genügen", wäre Coach Schefvert auch mit einem Teilerfolg schon einverstanden.
Personell sieht die Lage bei den Grün-Weißen recht ordentlich aus. Nenad Bilbija ist wieder dabei, bleibt aber aufgrund seiner chronischen Achillessehnen-Reizung ein Unsicherheitsfaktor.
"Im Training versuchen wir bei ihm die richtige Balance zwischen Reha und Handball zu finden. Nach dem Neuhausen-Spiel hat sich sein Zustand nicht verschlechtert. Aber es bleiben die Schmerzen, sodass man nie weiß, ob und wenn ja wann eine Operation nötig ist", spricht Schefvert von einer unbefriedigenden Situation.
Den Gedanken, die linke Rückraumsituation durch einen Zukauf in der aktuellen Wechselfrist (sie läuft am 15. Februar aus) abzusichern, hat GWD Minden mittlerweile fallen gelassen. "Wir hätten nur zugeschlagen, wenn es einen Spieler gegeben hätte, der uns auch schon für das kommende Jahr geholfen hätte. Doch den gab es nicht", berichtet Bredemeier. Der einzig passende Kandidat sei Michael Hegemann gewesen. Doch der Ex-Weltmeister schloss sich dem neuen Projekt Dormagen/Düsseldorf unter Richard Ratka an.
Und so bleibt Kreisläufer Oliver Tesch die einzige Verpflichtung vor einer Rückrunde, in der GWD Minden besonders in den Auswärtsspielen bei Schwergewichten wie Eisenach, Saarlouis, Bietigheim, DHC Rheinland, Essen und Neuhausen mit der Gefahr des Scheiterns leben muss.