FUSSBALL: Task Force-Gruppe K20 will sich beim Verbandstag am 23. Mai Gehör verschaffen
Rahden. "Was geht in diesem Mann vor?" fragt Uli Eikenhorst und zeigt das Bild von Hermann Korfmacher. Eine Antwort nicht nur auf diese Frage erhofft er sich vom Präsidenten des Fußball- und Leichtathletikverbandes (FLVW) Anfang März, wenn die Task Force des Verbandes eingeladen ist und die Task Force des Fußballkreises Lübbecke zum Austausch über die umstrittene, weil von oben verordnete und nach ersten Protesten auch bereits im zeitlichen Ablauf modifizierte Kreisstrukturreform trifft. Ziel ist es, die FLVW-Pläne zur Umsetzung der Reform, die auch einen Zusammenschluss der Fußballkreise Lübbecke und Minden vorsieht, beim voraussichtlich am 23. Mai stattfindenden Verbandstag gänzlich zu Fall zu bringen.
Die Task Force des Fußballkreises Lübbecke, deren Vorgehensweise und Vorhaben Uli und Karl-Heinz Eikenhorst sowie Dr. Oliver Vogt auf der Arbeitstagung am Donnerstag in Rahden erläuterten, organisiert den Widerstand. "Es gibt immer mehr Gleichgesinnte, die Abstimmungen werden immer enger", erläuterte Uli Eikenhorst. Als es nur um die Ligareform des Fußballentwicklungsplanes ging, habe es 8 Gegenstimmen gegeben. Bei der letzten Ständigen Konferenz (Präsidium plus Kreisvorsitzende) im Dezember seien es bereits 16 gewesen - darunter auch der Kreisvorsitzende Fritz Struckmeyer, wie dieser betonte. 18 seien aber "aus welchen Gründen auch immer" dafür gewesen. Sie gelte es nun bis zum Verbandstag, auf dem endgültig über die Kreisstrukturreform abgestimmt wird, zu überzeugen sich anders zu entscheiden. Nächster Termin der siebenköpfigen Task Force-Gruppe K20 ist am 29. Februar ein Treffen auf OWL-Ebene.
Der Widerstand formiert sich laut Uli Eikenhorst auch darüber hinaus. "Wir haben uns ein Jahr intensiv mit dem Thema beschäftigt. Andere Regionen trifft es sogar noch stärker, denn im Ruhrgebiet werden beispielsweise gewachsene Strukturen zerschlagen. Die Reform ist sicherlich nicht grundsätzlich falsch, aber Strukturpolitik sieht anders aus", so Uli Eikenhorst. "Wir wollen einen Zusammenschluss mit Minden erst, wenn er notwendig ist. Wir wollen dabei mitreden und ihn nicht übergestülpt bekommen", ergänzt Karl-Heinz Eikenhorst und kündigt weitere Aktivitäten an. Als nächstes soll eine Facebook-Kampagne gestartet werden, um "die jungen Leute einzubeziehen". Dann werde man sehen, wie die Basis denke. Zudem prüfe das Nachrichtenmagazin Der Spiegel eine Veröffentlichung, wobei das Hauptaugenmerk auf der nach Einschätzung der Lübbecker Task Force fehlenden Basisdemokratie des Verbandes liegen dürfte."Wir hauen aber nicht nur drauf, sondern zeigen auch Alternativen auf", betonte Uli Eikenhorst. Bisher wolle sie allerdings niemand hören. Die Alternativen erläuterte Dr. Oliver Vogt. Das Ziel ist danach eine umfassende Satzungsänderung, um stärkere Mitwirkungsrechte der Mitglieder über die Kreise und dadurch auch eine Mitbestimmung über die Höhe der finanziellen Lasten zu bekommen. Weitere Punkte: eine klare Gewaltenteilung, ein starkes Präsidium mit Einbindung aller Bereich und eine wirksamen Kontrolle sowie eine unabhängige Auslegung der Satzung durch ein Verbandsgericht. Zudem solle es keine Doppelmitgliedschaften in den Verbandsorganen mehr geben.
Den Änderungen steht allerdings die von der Lübbecker Task Force als "den Demokratiegedanken beschmutzend" bezeichnete Satzung selbst entgegen. "Wir werden alles mobilisieren und einen Antrag auf Satzungsänderung stellen", kündigte Uli Eikenhorst an, geht allerdings davon aus, sowohl beim FLVW-Präsidium als auch vor der Ständigen Konferenz auf eine ablehnende Haltung zu stoßen.
"Vielleicht haben wir eine Chance vor dem Verwaltungsrat gehört zu werden. Dazu brauchen wir die Hilfe von Fritz Struckmeyer, der Mitglied dieses Gremiums ist", Das nächste Problem: Auf dem Verbandstag, wo jeder Kreis entsprechend seiner Mitgliederzahl vertreten ist und mehr Leute als bei der Ständigen Konferenz abstimmen, haben nur Delegierte Rederecht. Der Fußballkreis Lübbecke stellt drei. Der erste ist der Kreisvorsitzende Fritz Struckmeyer, wie auch Uli Eikenhorst deutlich machte. Daneben schlug er Karl-Heinz Eikenhorst als stellvertretenden Kreisvorsitzenden und Dr. Oliver Vogt als Fachmann für Satzungsfragen, um die es hauptsächlich gehe, vor.
Die Vereinsvertreter, die die Ausführungen der Task Force mit Beifall honorierten, erhoben keine Einwände gegen die Besetzung, sodass auch dem Kreisvorstand keine andere Wahl blieb als dies zu akzeptieren. Unter Zugzwang gebracht werden soll auch Hermann Korfmacher, den Dr. Oliver Vogt zum Schluss zitierte: "Wir müssen uns klar machen, dass Zukunft kein Schicksal ist, dem wir uns hilflos auszuliefern haben. Zukunft kann man bauen!" Vogts Ergänzung: "Wo der Mann recht hat, hat er recht." Man sei dabei . . .