2. BUNDESLIGA: Tabellenführer GWD Minden verliert 27:32 in Eisenach
Eisenach. "Für eine potenzielle Aufstiegsmannschaft war das zu wenig", gestand Horst Bredemeier ein. Der Manager des Handball-Zweitligisten GWD Minden erlebte bei der 27:32 (9:12)-Niederlage gegen die stärkste Heimmannschaft der Klasse, ThSV Eisenach, den beinahe schon erwarteten Fehlstart in die Rückrunde. Minden führt die Tabelle zwar weiter an, wird bei ähnlich heimstarken Gegnern aber auch künftig Probleme bekommen.
"Wir müssen dieses Spiel jetzt genau analysieren und viel trainieren, um es künftig besser zu machen", zeigte sich Mindens Regisseur Dalibor Doder ein wenig gefrustet nach der ersten Punktspielpleite im neuen Jahr. Doder gewann das Duell der Spielmacher gegen Eisenachs Tomas Sklenak nach Toren zwar mit 7:5, doch das war kaum tröstlich für den schwedischen Nationalspieler.
"Unser Angriff war in der ersten Halbzeit eine Katastrophe. Nach der Pause lief es vorne dann zwar besser, doch dafür klappte hinten nichts mehr", schüttelte Doder den Kopf.
Es kam, wie es kommen musste. GWD Minden hat trotz seiner Tabellenführung noch zu viele interne Baustellen, sucht nach der nötigen meisterlichen Souveränität und Konstanz.
Erster Knackpunkt der Partie war die Schlussphase der ersten Hälfte. Nach einer 8:7-Führung in der 21. Minute gab Minden durch eine ganze Serie von Fehlleistungen im Angriff seine Trümpfe aus der Hand. Bibija bei eigener Überzahl gehalten, Andersson bei Überzahl technischer Fehler, Schmidt verworfen, Klesniks gehalten, Svitlica gehalten, Andersson Zeitstrafe, Tesch Zeitstrafe, Doder technischer Fehler - das war die Pannenserie zwischen der 21. und 29. Minute.
"Damit haben wir die guten ersten 20 Minuten komplett verdorben", ärgerte sich GWD-Coach Ulf Schefvert über die Querschieberei in seinem Angriff. Eisenach, gepusht von fast 2.000 fanatischen Fans, wurde aufgebaut, fand Sicherheit und legte hier den Grundstock zu seinem Erfolg.
GWD Minden änderte im zweiten Abschnitt seine Taktik. Nenad Bilbija, der im ersten Abschnitt nur vorn gespielt und sich mit Carl Johan Andersson in der Deckung abgewechselt hatte, blieb nun auch in der Deckung im Spiel. Damit vermied GWD zwar den taktischen Wechsel, bekam mehr Dampf in sein Konterspiel, kassierte hinten aber nun 20 Gegentore. Der angeschlagene Bilbija ist und bleibt der große Unsicherheitsfaktor.
Am Ende wurde der Slowene komplett auf der Bank gelassen (Doder übernahm die Königsposition, Südmeier die Rolle des Mittelmanns). Doch zu diesem Zeitpunkt hatte Minden seine Linie und damit das Spiel bereits abgegeben. "Wir hatten hinten keinen Innenblock und vorne keinen Kreisläufer mehr", kommentierte Sören Südmeier den Verlust von Oliver Tesch und Carl Johan Andersson nach ihren jeweils dritten Zeistrafen.
Tesch erwischte es nach 35 Minuten, Andersson nach 54. "Oliver hat die Rote Karte vielleicht seinem Namen zu verdanken", fand GWD-Manager Bredemeier die Strafen für seinen neuen Abwehr-Recken zwar etwas hart. Doch grenzwertig war wohl nur die erste Hinausstellung für Tesch nach vier Minuten. Strafe Nummer zwei (28.) und drei (35., Pass per Bein abgewehrt) waren korrekt.
Trotz allem hatte Minden beim Stand von 21:21 in der 47. Minute noch einmal die Chance zur Wende. Doch wenig später war die Chance nach zwei Fehlaktionen von Bilbija und einem vergebenen Siebenmeter von Aljoscha Schmidt dahin. Eisenach machte mit seinem Vorstoß zum 28:23 seinen neuen Heimsieg perfekt und verbesserte due Bilanz auf beeindruckende 19:3 Zähler.
GWD Minden: Vortmann, Persson (ab 45.); Andersson (1), Oevermann (n.e.), Bartsch, Steinert (3), Helmdach, Südmeier, Tesch, Schmidt (6/1), Svitlica (5/1), Doder (7), Klesniks (3), Bilbija (2).