Hüllhorst. Die Wende ist geglückt, ein Befreiungsschlag in spielerischer Hinsicht war es allerdings nicht, eher schon ein Arbeitssieg wie aus dem Lehrbuch: Mit dem 29:25 gegen Handball Lemgo III holte die HSG Hüllhorst nach zuletzt vier Niederlagen den lang ersehnten Erfolg. "Wie wir die zwei Punkte geholt haben, ist egal. Es darf auch mal ein schmutziger Sieg sein", war HSG-Trainer André Torge nach der Partie erleichtert.
Gegen den Tabellenvorletzten lagen die Hüllhorster fast die gesamte Spielzeit über in Führung und konnten sich insbesondere auf Arne Halstenberg verlassen. Der Mittelmann war nicht nur bester Torschütze, sondern fing auf der vorgezogenen Abwehrposition auch enorm viele Bälle ab, die wiederum zu Gegenstößen führten. Den ersten Versuch vergab Halstenberg noch (5.), doch schon im zweiten Anlauf traf er zum 2:2 in der siebten Minute. Der zweite Hüllhorster Sieggarant war Marcel Kleffmann, der mit einem seiner starken Rückraumwürfe für die erste Führung zum 3:2 (8.) sorgte und mit insgesamt fünf Toren in der ersten Halbzeit seine Treffsicherheit unter Beweis stellte. Hüllhorst konnte jedoch selbst eine zehnminütige Phase ohne Lemgoer Treffer (2.-12.) nicht nutzen, um entscheidend wegzuziehen. So blieben die Gäste zunächst auf Augenhöhe, doch kurz vor der Pause baute die HSG den Vorsprung aus. Der auf Linksaußen unglücklich agierende Lukas Budde wechselte in den Rückraum und traf zum 11:8 (23.), in der Schlussminute des ersten Spielabschnitts erhöhte Halstenberg – erneut per Gegenstoß – zum beruhigenden 14:10-Halbzeitstand.
Einziger Wermutstropfen: Marcel Kleffmann kassierte bereits in der 26. Minute seine zweite Zeitstrafe und wurde deshalb zu Beginn der zweiten Hälfte nicht eingesetzt.
Zwar erhöhte Daniel Becker, der zu Beginn nur auf der Bank saß, mit seinem ersten Treffer (31.) zunächst auf 15:10, aber Lemgo kämpfte sich wieder heran: Die erste Möglichkeit zum Anschluss vereitelte Torhüter Dennis Specht beim Stand von 17:14, als die Gäste in Überzahl gleich zweifach am Hüllhorster Schlussmann scheiterten (38.). Doch nach dem 18:17 vier Minuten später durch Lemgos Kreisläufer Malte Begemann sah Coach André Torge sich gezwungen, mit einer Auszeit und der Wiedereinwechslung Marcel Kleffmanns den drohenden Ausgleich zu verhindern. Dies gelang, da der mit viel Zug zum Tor agierende Halstenberg sowie Götz Klasen auf 20:17 erhöhten. "Ein deutlich lockererer Sieg wäre möglich gewesen, aber wir stehen uns selbst im Weg, indem wir zu viele gute Chancen verschießen", nannte Torge das Hauptmanko. So verwunderte es nicht, dass Lemgo das Spiel bis in die Schlussphase hinein offen gestalten konnte, wobei vor allem Rechtsaußen Marc-Sören Rössler die nun auftretenden Nachlässigkeiten in Hüllhorsts Defensive geschickt ausnutzte (25:23, 52.).
Sein Pendant auf Seiten der Gastgeber, Jonas Bartsch, sowie Mario Struck sicherten mit ihren Toren zum 27:23 (54.) den Sieg in einem Spiel ab, dass insgesamt mehr Verletzungsunterbrechungen – vor allem der Gäste – als sehenswerte Spielzüge bot. Trotzdem erkannte Torge auch einen leichten Aufwärtstrend: "Das war in der Drucksituation schon besser als in den letzten Wochen. Im nächsten Spiel inLoxten können wir ohne Erwartungen befreit aufspielen, zu der spielerischen Leichtigkeit zurück finden und den Gegner vielleicht etwas ärgern."