Lübbecke (maw/wib). Uwe Eberhardt schien es fast peinlich zu sein. Der Trainer des VfL Holsen zuckte entschuldigend mit den Achseln, als er nach dem Last-Second-Sieg seiner Mannschaft zu seinem unterlegenen Kollegen Christian Meyer ging. "Unser Spieler durfte eigentlich gar nicht mehr an den Ball kommen", meinte Eberhardt, und der Trainer des TuS Tengern II nickte bestätigend.
Nach dem erneuten Nackenschlag braucht Meyers Mannschaft die Hoffnung auf den Erhalt der Fußball-Bezirksliga allerdings noch nicht zu begraben.
"Es war eigentlich schon vorher nicht mehr normal, dass wir so lange von den Patzern der Konkurrenz gelebt haben und nicht auf einem Abstiegsplatz gelandet sind. Doch jetzt müssen wir endgültig selbst gewinnen", sagte Christian Meyer mit einem Blick auf das Endspiel am kommenden Sonntag gegen den bereits abgestiegenen FC Preußen Espelkamp II. Nach 27 Punkten im ersten Saisonteil quälen sich die immer ängstlicher wirkenden Spieler des TuS Tengern II durch die Rückrunde. Der einzige Sieg, ein 2:1 gegen den TuS Petershagen-Ovenstädt, war mehr als glücklich. Daneben gelang nur ein 0:0 beim VfL Frotheim und 2:2 beim Bünder SV. Während die Preußen-Reserve erneut unbeschwert aufspielen kann, steht Tengern II unter Druck - hat es aber als Tabellenzehnter selbst in der Hand, den rettenden Rang zu verteidigen. Diesen nimmt die Mannschaft dank der besseren Tordifferenz vor den punktgleichen Teams SuS Wulferdingsen (um 9 Tore besser) und Bünder SV (um 22 Tore besser) ein.
Tengerns Gegner FC Preußen Espelkamp II kann ganz entspannt der Begegnung entgegensehen. Wie in den vergangenen Wochen wird Trainer Axel Krüger seine Mannschaft dazu animieren, ganz normal aufzutreten und das Beste aus sich herauszuholen.
Auf Schützenhilfe angewiesen ist dagegen der VfL Frotheim nach dem 2:7 beim FC Bad Oeynhausen II, um das punktgleiche Trio noch zu überholen und sich selbst zu retten. Für den Aufsteiger kann es im direkten Duell am kommenden Sonntag gegen den TuS Petershagen-Ovenstädt nur darum gehen, den eigenen Teil der Hausaufgaben zu erledigen. Und das gelingt nur mit einem Dreier. Aus eigener Kraft hinter sich lassen kann die Mannschaft von Trainer Holger Sarres nur vier Mannschaften: Gegner TuS Petershagen-Ovenstädt, TSV Schötmar, VfL Herford und den FC Preußen Espelkamp II als einzigen bereits fest stehenden Absteiger. Petershagen kletterte mit einem 3:1-Sieg gegen Kutenhausen/Todtenhausen auf einen sicheren Tabellenplatz, steht aber vor einer unsicheren Zukunft. Nach Sponsor (Reinhard Lange) und Trainer (Heiko Eickmeier) kündigte mit Dennis Dinkelborg ("ich will nicht als Absteiger den Verein verlassen") ein weiterer Spieler seinen Abschied an.
Bei fünf Absteigern und einer sechsten Mannschaft, die mit Lospech noch in die Relegation muss, eine ziemlich kuriose Tabellensituation vor dem Saisonfinale. Da wird es bis zum letzten Schlusspfiff mega-spannend bleiben.