FUSSBALL-KREISLIGA A: TuS Dielingen erwartet Türk Gücü Espelkamp / SC Isenstedt wird viel zugetraut
Lübbecke (mim). Mit zwei Spielen unter der Woche wurde die Fußball-Kreisliga A-Saison 2012/13 eingeläutet, der richtige Start erfolgt aber am Wochenende. Und die neue Spielzeit verspricht so spannend zu werden wie schon lange nicht mehr. Das liegt in erster Linie daran, dass sich zahlreiche Mannschaften in der Sommerpause ein richtiges "Wettrüsten" lieferten. Schon lange nicht mehr drehte sich das Spielerkarussell so schnell wie vor dieser Saison. Allen voran Türk Gücü Espelkamp, SC Isenstedt, TuS Dielingen und HSC Alswede werteten ihren Kader mit Akteuren auf, die schon langjährige Landesligaerfahrung verfügen. Es kommt also nicht von ungefähr, dass dieses Quartett immer wieder genannt wird, wenn es darum geht, wer am Ende die Nase vorn haben wird.
Gleich am ersten Spieltag kommt es am heutigen Samstag zu einem echten Knaller. Sicherlich hätten sich einige die Partie zwischen dem TuS Dielingen und Türk Gücü Espelkamp zu einem späteren Zeitpunkt gewünscht, so aber kommt es gleich im ersten Spiel zum Aufeinandertreffen der beiden Topfavoriten. Der Vizemeister der Vorsaison war in der Sommerpause ebenfalls sehr rührig. Besonders für die letzte Saison nicht immer überzeugende Offensive wurden Verstärkungen geholt. Damit soll der einzige (kleine) Schwachpunkt geschlossen werden. Dass die Wessel-Elf in der Defensive bärenstark ist, musste die Konkurrenz schon letzte Saison neidlos anerkennen. "Entweder ein Derby oder gleich einen Hochkaräter", hatte Kalle Wessel bereits zum Saisonauftakt verlauten lassen. Ob allerdings Türk Gücü Espelkamp wirklich ein Wunschgegner ist, wird sich heute zeigen. Schaut man auf die Vorbereitungs- und Pokalspiele, wird schnell deutlich, dass Türk Gücü sich schnell gefunden zu haben scheint. Mit Ali Ali Oglou, Ahmet Uenal und den beiden Rossel-Brüdern holten die Espelkamper gleich vier gestandene Landesligaspieler. Das Spitzenspiel am Samstag wird auch ein Treffen unterschiedlicher Spielsysteme. Während die Dielinger auf eine starke Defensive bauen, ist die Offensive der Aylak-Elf wohl das Beste, was die Kreisliga A zu bieten hat.
Lachender Dritter, wenn zwei sich streiten, will der SC Isenstedt werden. Nach der schwachen letzten Spielzeit will der ISC noch einmal angreifen. Mit Axel Krüger wurde ein erfolgshungriger Trainer geholt, der wieder neuen Elan in die in der Rückrunde häufig lustlos wirkende ISC-Mannschaft bringen wird. Zudem gelang den Isenstedter mit Christian Gieselmann wohl der "Königstransfer". Der ehemalige Landesliga-Torschützenkönig, der zuletzt für den SV Rödinghausen spielte, konnte allerdings durch eine Schulterverletzung erst spät ins Mannschaftstraining einsteigen.Vervollständigt wird das Quartett, welches im Sommer am meisten auf "Einkaufstour" ging, durch den HSC Alswede. Durch die Zugänge von Thorsten Korejtek, Martin Neumann, Mario Warkentin und Jan Hiller wird den Alsweder zwangsläufig der Spitzname "Preußen-Filiale" zuteil. Immerhin spielte alle Vier lange Jahre für Preußen Espelkamp. Ob allerdings durch die namhaften Verstärkungen aus dem Abstiegskandidaten der letzten Jahre gleich ein Kandidat wird, der um die Meisterschaft mitspielt, bleibt allerdings abzuwarten. Die Alsweder werden wohl nur dann oben mitspielen können, wenn es ihnen gelingt, in der Defensive kompakter aufzutreten.
Sehr offensiv geht das neue Lübbecker Trainerteam Marcel Holle und Daniel Griese in die neue Saison. "Wir wollen um die Plätze eins bis fünf mitspielen". Nach der enttäuschenden letzten Saison wollen die spielstarken Lübbecker wieder schöneren Fußball zeigen. Mit Philipp Knappmeyer wurde ein Spieler geholt, der mit seiner Erfahrung der Mannschaft ganz bestimmt weiterhelfen wird. Ebenfalls heute müssen die Lübbecker bei ihrem früheren Trainer Klaus Schmitz "vorspielen". Für beide Mannschaften gleich eine echte Standortbestimmung, dennoch auch TuRa Espelkamp sollte man immer auf der Rechnung haben. Allerdings verloren die Alt-Espelkamper mit Stephan Dück und Daniel Löwen zwei absolute Leistungsträger. "Wir sind zumindest dieses Jahr nicht in der Favoritenrolle. Vielleicht kommen wir damit besser klar", so Schmitz.
Besonders der SuS Holzhausen machte in der letzten Saison die bittere Erfahrung, dass auch im Vorfeld hochgehandelte Teams tief fallen können. Mit einem dunkelblauen Auge schaffte die "Bahndamm-Elf" gerade noch den Klassenerhalt. Dabei wird es beim SuS zur neuen Saison fast schon Historisches geben, denn Jörg Bohlmann wird zwar noch auf dem Platz stehen, aber nur noch ausnahmslos an der Seitenlinie. Einen schweren Stand werden auch die beiden Aufsteiger haben. Verstecken müssen sich aber auch der BSC Blasheim und TuS Stemwede nicht. Gerade bei den Blasheimer wird es aber interessant zu beobachten sein, wie der Weggang von Führungsspieler Markus Hammer kompensiert werden kann. Problemzone könnte bei der Elf von Thorsten Bunde der Angriff werden. In Stemwede geht man völlig locker an die Serie. "Wir haben doch nichts zu verlieren. Die Mannschaft hat sich im letzten Jahr hervorragend entwickelt und ich bin mir sicher, dass die jungen Spieler noch weiter zulegen werden", gibt sich Michael Hartmann zuversichtlich.
Beim TuS Levern folgte "Legende" Ciro Ronzetti auf Holger Binder, der TuS Gehlenbeck fand mit Christoph Kämper einen Nachfolger für Interimscoach Jens Gerdom. Für Kämper, der eigentlich zunächst Nachfolger von Axel Krüger beim FC Preußen Espelkamp II werden sollte, wird nun Uwe Adam (zuletzt FC Lübbecke) die "Adlerträger" trainieren. Einen Generationswechsel gab es beim SV Hüllhorst/Oberbauerschaft. Für Gerd Stein folgt nun der erst 29-jährige Enrico Held. Den überraschendsten Wechsel gab es aber bei BW Oberbauerschaft. Mitten in der Vorbereitung legte das Duo Gerd Kampeter und Dirk Vogt ihr Amt nieder. Als Übergangslösung fungiert hier nun mit Bönker/Kleine-Beek ebenfalls ein Tandem.